KKS LOgo

Aktuelle Veranstaltungen

    *
* Startseite

Der Verein
Geschichte
Vorstand

Aktuell

Programm 2012
Marktcafé
Nachlese

Kerg Museum

Links
Kontakt
Mitglied werden
*
Die nächsten Programmpunkte entnehmen Sie bitte unserem Programm!

Sonntag, 12. Februar 2012 um 17 Uhr, Goldener Hirsch - Festsaal: Fotokunst und Filmmusik

Am 12. Februar geht es weiter im KKS-Programm 2012. Am Sonntagnachmittag um 17 Uhr präsentieren Yvonne Weber und Sarka Merzowa unter dem Titel "Fotokunst und Filmmusik" mit dem Hasselblad Award ausgezeichnete Fotos. Die Kunsthistorikerin Yvonne Weber moderiert in Ihrer gekonnten Weise das Programm und kommentiert die preisgekrönten Fotografien aus der Zeit von 1980 bis 2011, Sarka Merzowa wird die Abfolge mit Filmmusik am Flügel im Saal des Goldenen Hirsch begleiten:

The Pink Panther / Hasselblad Award 1980
Big My Secret / Hasselblad Awards 1981-1985
Forrest Gump / Hasselblad Awards 1986-1989
Schindlers Liste / Hasselblad Awards 1990-1993
Die Radtour / Hasselblad Awards 1994-1997
James Bond Thema

Pause

The Shadow of Your Smile / Hasselblad Awards 1998-2002
What a Wonderful World / Hasselblad Awards 2003-2006
The Entertainer / Hasselblad Awards 2007-2011
People

Karten im Vorverkauf für 10 Euro in Utes Bücherstube und im Goldenen Hirsch. Tageskasse: 12 Euro, Schüler, Studenten und Auzubildende 5 Euro.

nach oben

RNZ von Freitag, 13.01.2012
Zurückhaltung war seine Sache noch nie

Der Grafiker und Politsatiriker Klaus Staeck zeigt seine politischen Plakate bei der diesjährigen Mathaisemarkt-Kunstausstellung
Von Stephanie Kuntermann
Schriesheim. Die Nachricht, dass dieses Jahr die Werke eines ganz Großen unter den politischen Satirikern den Weg zur Mathaisemarkt-Kunstausstellung finden, liest man eher zufällig auf der Homepage des Kulturkreises: „Vernissage und Dauerausstellung während des Mathaisemarkts“ heißt es da. Mit dem Zusatz „Politische Plakate von Klaus Staeck, Haus der Feuerwehr“.

Klaus Staeck, seit 50 Jahren durch seine politischen Postkarten und Plakate bundesweit bekannt, wurde zeit seines Schaffens ebenso hoch dekoriert wie angefeindet. Zuletzt verlegte man sich aber eher aufs Dekorieren. So wurde der Jurist, Autodidakt in Sachen Kunst, Documenta- Teilnehmer, Kolumnist der „Frankfurter Rundschau“ und Gastdozent der Kasseler Gesamthochschule und der Düsseldorfer Kunsthochschule nicht nur mit Preisen ausgezeichnet, sondern auch 2006 und 2009 zum Präsidenten der Akademie der Künste in Berlin gewählt. Unzählige Ausstellungen finden sich in seiner Vita, aber auch ein Hinweis in eigener Sache: „41 Mal wurde erfolglos versucht, Plakate und Postkarten juristisch verbieten zu lassen.“

Fast kann man es verstehen, wenn man die Fotomontagen und mit Texten versehenen Drucke sieht. Bissig sind sie, oft lustig, nachdenklich, immer kritisch. Zur stehenden Redewendung wurde der Satz „Würden Sie dieser Frau ein Zimmer vermieten?“, den er 1971 in das Porträt von Albrecht Dürers Mutter montierte.

Aus der aufopfernden Frauengestalt mit unterwürfigem Blick und Mutter-Gottes-Kopftuch wird dadurch ein bedauernswertes Wesen, der faltige Hals und die Triefaugen zitieren das Klischee der Altersarmut. Zudem spielt das Ganze auf die Tagespolitik an, denn das Plakat, zu Dürers 500. Geburtstag überall in Nürnberg aufgehängt, prangert die Innenstadtsanierung und die damit einhergehende Entmietung alter Häuser an. Ein knallblauer Himmel und ein verschroben- kubistisches Kunstwerk eines Hauses ziehen bei einem anderen Bild die Blicke auf sich. „Deutsche Arbeiter! Die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen!“, steht darüber. Zeittypisch wenig subtil spiegelt das Plakat das Schwarz-Weiß-Denken der Sechziger und Siebziger, der Zeit, in der Staeck einem breiteren Publikum bekannt wurde. Die Zielscheiben für seine Kritik und seinen Spott suchte das SPD-Mitglied gerne beim politischen Gegner. Mit dem Slogan „Dahinter steckt ein kluger Kopf“ war etwa das Plakat überschrieben, das Franz-Josef Strauß beim Lesen einer Bildzeitung darstellt. Die Schlagzeile verkündet „Juso beißt wehrloses Kind“.

Die oft verharmlosende Einstellung vieler Genossen gegenüber der DDR teilte Staeck indes nie, wohl auch wegen eigener Erfahrungen. Am 17. Juni 1953 erlebte er bei einer Demonstration in Bitterfeld, wie die Sowjetarmee die Proteste brutal unterdrückte. „Für den 15-jährigen Oberschüler Klaus Staeck geht spätestens mit diesem Tag jede Illusion über die DDR verloren“, steht als Fazit unter seinem Zeitzeugenbericht.

Zur Wiedervereinigung zitiert er Willy Brand: „Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört“. Der Satz steht unter dem Bild einer Banane, aus deren geschälter oberer Hälfte ein leuchtend rosa Wurstzipfel ragt. Vielleicht ging das Motiv ein wenig unter gegen das legendäre „Titanic“- Plakat von der „Zonen- Gaby“. Bekannt wurde es dennoch. Das Schicksal, haarscharf, aber doch neben einer aktuellen politischen Entwicklung zu karikieren, widerfuhr Staeck, als er im Jahr 2001 die „Climate Killers“ mit einem geifernden Bush vor einer zerstörten Landschaft anprangerte. Die Kritik ging angesichts der Anschläge auf das World Trade Center unter.

Zurückhaltung war Staecks Sache nie, weder als Kritiker einer Arno-Breker-Ausstellung, noch als Initiator einer Schau über den jüngst verstorbenen Johannes Heesters. Seine Poster hängen trotz aller Querelen längst nicht nur in Ausstellungen und Kunsthallen. Die Postkarten sind Staecks Sache. Er sagt auf seiner Homepage: „Die Postkarten waren für mich immer wichtig. Sie sind stets Hauptsache, nie Nebenprodukt meiner Arbeit. Die Karten sind meine große Liebe, weil sie im guten Sinne populär sein können: jedermann zugänglich, billig und benutzbar.“

Zur Person Klaus Staeck.
Geboren 1938 in Pulsnitz im Kreis Kamenz, besuchte er die Oberschule in Bitterfeld, wo er 1953 den Volksaufstand gegen die DDR Diktatur erlebte. Nach dem Abitur floh er in den Westen. 1957 bis 1962 studierte er Jura, 1968 erhielt er die Zulassung als Rechtsanwalt. 1965 gründete er einen Verlag (später Edition Staeck in Heidelberg), der Kunst-Editionen herausbrachte, darunter auch eigene Werke, politische Plakate und Postkarten, von denen es um die 300 Motive gibt. Staeck erhielt zahlreiche Ehrungen, darunter das Bundesverdienstkreuz, einen Stern auf dem „Walk of Fame des Kabaretts“ in Mainz und den Max-Pechstein-Preis. Staeck ist Präsident der Akademie der Künste in Berlin.
sk

Info: Vernissage der Mathaisemarkt- Kunstausstellung des KKS: Freitag, 2. März, 18 Uhr, Haus der Feuerwehr.
nach oben