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Mathaisemarkt-Kunstausstellung 2017

Bilder aus der Sternwarte
Gemälde und Graphiken von Walter Stallwitz

Kuratorin: Jo Goertz

Eröffnung: Freitag, 3. März 2017, um 17:00 Uhr im Haus der Feuerwehr

Einführung mit Dr. Barbara Gilsdorf, Kulturreferentin der Stadt Schwetzingen

Musikalische Begleitung: Ammar Alrashid, Gitarre

Ausstellungsdauer: bis Sonntag, 12. März 2017

Öffnungszeiten: samstags 12-19 Uhr, sonntags 11-18 Uhr sowie Montag,
Dienstag und Freitag 16-19 Uhr


Walter Stallwitz, Portrait Walter Stallwitz, Wasserpfützen Walter Stallwitz, Verfochten
Portrait von Robert Häusser Wasserpfützen Verflochten

Die aus kurfürstlichen Zeiten stammende barocke Sternwarte in Mannheim Alte Sternwarte Mannheim„erlebte“ in den rund 245 Jahren ihrer Existenz bemerkenswerte Zeiten. Sie war 100 Jahre lang ein bedeutendes Zentrum der europäischen Landvermessung und Astronomie, wurde durch Einflüsse diverser Kriege oftmals in Mitleidenschaft gezogen und zog viele berühmte Besucher wie Wolfgang Amadeus Mozart oder Thomas Jefferson in ihren Bann.

Und bemerkenswert ist das historische Gebäude immer noch - beherbergt es doch seit fast 60 Jahren Ateliers vieler Künstler, von denen einige nicht nur in der deutschen, sondern auch in der internationalen Kunstszene große Bedeutung gefunden haben.

So auch der 1929 geborene Maler Walter Stallwitz, dessen Werke hier im Atelier in der Alten Sternwarte seit 1958 bis heute entstehen.

Dem Kulturkreis gelang es nun, Walter Stallwitz im Rahmen der Mathaisemarkt-Kunstausstellung 2017 einzuladen, um auf dieser Plattform einige großartige Beispiele seiner Gemälde und Graphiken zu zeigen: „Bilder aus der Sternwarte“.

Die Exponate machen die stringenten thematischen Ausrichtungen deutlich, von dem das gesamte Werk des Künstlers seit Ende der 1940er Jahre bis heute geprägt ist: einerseits durch den Menschen als unverwechselbares Individuum, im Kontext sozialer und politischer Realitäten und in seiner Vereinsamung, andererseits - vor dem Hintergrund seiner eigenen politischen und gesellschaftskritischen Überzeugungen - durch Themen wie Umweltbelastung und -zerstörung oder auch Asylpolitik. Seine „engagierten“ Bilder, die „Schattenbilder“ aus den 1970er Jahren und die in den 1980ern/1990ern entstandenen „Interieur Bilder“ zeigen dies eindrucksvoll.

StallwitzStallwitz´ Sicht auf konkrete Individuen belegt seine konsequente Auseinandersetzung mit dem Menschenbild; er gilt heute als einer der bedeutendsten Porträtisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. So entstanden faszinierende Bilder von prominenten Persönlichkeiten wie beispielsweise den Schriftstellern Günter Grass, James Baldwin, Hans Magnus Enzensberger, Hilde Domin und Martin Walser, Politikern wie Willy Brandt sowie von darstellenden Künstlern wie Adolf Laimböck und Franz Mazura.

Biographie
1946-50  Studium an der Freien Kunstakademie Mannheim
1956 Sommerakademie in Salzburg bei Oskar Kokoschka
1957 Kunstpreis der Jugend von Baden-Württemberg; 1. Stipendium der Michael-Karolyi-Gedächtnisstiftung in Vence (Frankreich)
1960-63 Illustrationen für die Deutsche Zeitung
1964 Indienreise
1966 Marokkoreise
1972 2. Stipendium der Michael-Karoly - Gedächtnisstiftung
1975 Mitglied des Internationalen Beraterkomitees der Michael-Karolyi-Gedächtnisstiftung
1978 Bronzemedaille der polnischen UNESCO-Kommission für bildende Künste
1980 Medaille des polnischen Kulturministeriums
1983 Im Senat der Freien Akademie der Künste, Mannheim
1985 Dozent an der Freien Kunstschule Rhein-Neckar
1990 Silberne Ehrennadel der Mannheimer Abendakademie
1993 Bundesverdienstkreuz erhalten
1994 Bundesverdienstkreuz zurückgegeben als Protestaktion gegen asylpolitische Haltungen und Entscheidungen der damaligen Bundesregierung
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RNZ von Donnerstag, 2.Februar 2017
Spiel von Licht und Schatten im alten Gemäuer
„Bilder aus der Sternwarte“ ist der Titel der diesjährigen Mathaisemarkt-Kunstausstellung mit Werken von Walter Stallwitz

Schriesheim (sk). „Künstlerisch zu Hoffnungen berechtigt, falls er nicht verhungert im prosperierenden Deutschland“: Oskar Kokoschka schrieb diesen Satz einst über Walter Stallwitz, der bei ihm 1956 eine Sommerakademie besuchte. Verhungert ist er nicht, sondern zählt mittlerweile zu den Größen der Mannheimer Kunstszene; davon kann man sich bald in Schriesheim überzeugen, denn der Kulturkreis lud Stallwitz zur diesjährigen Mathaisemarkt-Kunstausstellung ins Haus der Feuerwehr ein, und er sagte zu.

1929 geboren, studierte Stallwitz an der Freien Kunstakademie Mannheim; 1985 gehörte er zu den Wieder-Gründern der Hochschule, an der er bis 2004 Zeichnen unterrichtete. Die Ausstellung hat den Titel „Bilder aus der Sternwarte“ und weist darauf hin, dass Stallwitz’ Atelier seit 1958 an einer besonders exponierten Stelle in der Quadratestadt zu finden ist: Wie schon seine Lehrer malte und malt er in der Sternwarte, einem von Mannheims ältesten Gebäuden. Es kommt auch vor, dass er das Bauwerk selbst malt: Tageslicht, das durch ein Sprossenfenster fällt, das Spiel von Sonne, Schatten und flimmernden Farben spielen die Hauptrolle in dem 2009 entstandenen Gemälde aus dem Treppenhaus. Im Atelier entstanden auch seine politischen Werke, „Schlingen“- und Schattenbilder, in denen er in lebhafter Farbigkeit dem Problem der Vereinsamung des Menschen nachspürt.

Bekannt geworden sind auch seine Porträts: Er stellt bekannte und unbekannte Zeitgenossen dar, die zumeist dem Betrachter zugewandt sitzen und ihn direkt anblicken. Von Willy Brandt gibt es eine Lithografie aus dem Jahr 1975, die den Bundeskanzler mit offenem Blick darstellt. Die Kreidezeichnung von Günther Grass, zehn Jahre früher entstanden, ist schlicht, aber sehr wirkungsvoll. Pastellig, mitunter abstrakt gestaltete der Maler dagegen 1963 die Türen der Sickinger- Schule; sein erster Auftrag für „Kunst am Bau“ machte aus den nüchternen anthrazitfarbenen Klassenzimmertüren kleine Kunstwerke. Büffel, Pinguine und Schneeleoparden, Reagenzgläser oder Landkarten zeigten, um welches Fach es im jeweiligen Raum ging. Die Werke überlebten den Abriss der Schule und sind heute in einem Depot.

Bis 1963 war Stallwitz zudem als Illustrator für die Deutsche Zeitung tätig, sammelte Preise und Stipendien im Inund Ausland, unternahm Reisen nach Indien und Marokko und stellte in der Kunsthalle Mannheim aus, in Düsseldorf, Landau, Speyer und Ludwigshafen. Seine Werke gehören heute zu den Sammlungen renommierter Museen, er bekam zahlreiche Auszeichnungen. Nicht alle Ehrungen, die Stallwitz in seinem langen Leben erhielt, nahm er auch an; so gab er 1994 das ein Jahr zuvor erhaltene Bundesverdienstkreuz wieder zurück– aus Unzufriedenheit mit der Asylpolitik der Bundesregierung.

Die Bilderschau mit dem Titel „Bilder aus der Sternwarte – Gemälde und Graphiken von Walter Stallwitz“ wird am Freitag, 3. März, um 17 Uhr mit einer Vernissage eröffnet. Barbara Gilsdorf, Kulturreferentin der Stadt Schwetzingen, stellt die Werke des Künstlers vor.
Zu sehen ist die Ausstellung samstags von 12 bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie Montag, Dienstag und Freitag von 16 bis 19 Uhr.
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RNZ von Samstag, 18.Februar 2017
Wenn der Mensch von den Dingen beherrscht wird
Gespräch mit dem Mannheimer Künstler Walter Stallwitz über seine Mathaisemarkt-Kunstausstellung im Feuerwehrhaus

Schriesheim (sk). „Entfremdung“ ist eins der großen Themen im Werk von Walter Stallwitz. „Der Mensch wird von den Dingen beherrscht, die er erschafft. Er geht irgendwann in die selbst geschaffene Umwelt über“, sagt der Mannheimer Maler über die Gedanken, die ihn vor Jahren beschäftigten. Damals entstanden Gemälde, in denen die Menschen im Interieur zu versinken scheinen, ein Mädchen, das kaum aus dem Sessel aufsehen kann, der es umgibt. Doch später, sagt der 87-Jährige, waren es wieder andere Themen, denen er sich zuwandte – in seinen „Schlingen“- und „Schattenbildern“ etwa.

Es geht um vieles im RNZ-Gespräch, zu dem der Künstler aus seinem Atelier in der Mannheimer Sternwarte nach Schriesheim gekommen ist – mit einem unfreiwilligen Umweg über Wilhelmsfeld, weil sowohl der Taxifahrer als auch sein Navigationsgerät den Überblick verloren. Jetzt weiß er jedenfalls, wie man in die Weinstadt kommt, und er verspricht auch, zur Vernissage ins Feuerwehrhaus zu kommen, wenn die Ausstellung seiner Bilder unter Regie des Kulturkreises (KKS) eröffnet wird – am 3. März, dem Termin, der der offiziellen Eröffnung des Mathaisemarkts vorangeht.

Auf das Ausstellungsplakat hat KKSVizevorsitzender Jochen Wähling Stallwitz’ Lieblingsbild drucken lassen. „Verflochten“ heißt großformatige Gemälde, in dessen Zentrum ein pastellfarbener Kronleuchter prangt. Fäden und Linien gehen von ihm aus; sie beginnen, die schattenhafte Gestalt in der rechten Bildhälfte zu umschlingen. „Der Kronleuchter wird lebendig, aktiv und bewegt sich auf den Menschen zu“, sagt der Künstler. Der Mensch, das ist seine Erfahrung, mache allmählich alles, was er könne: „Aber er kann nicht alles verkraften.“ Manches, was im zwischenmenschlichen Miteinander angerichtet wird, stört ihn so sehr, dass er protestiert. Wie 1994, als er das ein Jahr zuvor verliehene Bundesverdienstkreuz zurückgab und damit seine Kritik an der deutschen Asylpolitik ausdrückte. „Das Thema ist hoch aktuell“, findet Ausstellungsmacherin Jo Goertz und bittet darum, deshalb das 2011/12 entstandene Werk „Fremdenfeindlichkeit“ in die Ausstellung aufzunehmen. Durch gesprungenes Glas blickt man auf die Gesichter von Menschen, die quasi vor der Tür stehen – so schafft Stallwitz eine nachdenklich machende Distanz und Verfremdung.

Ganz anders ein unbenanntes Gemälde, das man zum Zyklus der „Schattenbilder“ rechnen kann. Vor einer Zimmerecke mit bunter Tapete steht ein zusammengeklappter Rollstuhl. Erst auf den zweiten Blick sieht man einen menschlichen Schatten an der Wand. „Das ist der frühere Bewohner, er ist tot“, sagt Stallwitz. Er weiß noch nicht, ob er das Gemälde auch mitbringen will, doch KKSVorsitzende Gabriele Mohr-Nassauer bestärkt ihn darin. Es sei nicht düster, findet sie mit Blick auf die leuchtenden Blumen – und weil der alte Mensch nun sein Hilfsmittel nicht mehr braucht, kann man ihn ja auch als befreit ansehen. Noch ist sich der Maler nicht ganz sicher, was alles Teil der Bilderschau wird. Soviel steht jedenfalls schon fest: Es gibt etwa 40 Werke zu sehen, großformatige Acrylbilder ebenso wie Zeichnungen und bearbeitete Fotografien. Alles „Bilder aus der Sternwarte“, wie die Ausstellung auch heißt.

Info: Die Vernissage beginnt am Freitag, dem 3. März um 17 Uhr.
Zu sehen ist die Ausstellung samstags von 12 bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie Montag, Dienstag und Freitag von 16 bis 19 Uhr.
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