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Aktuelle Veranstaltungen entnehmen Sie bitte dem Programm
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RNZ von Montag, 19.12.2011
Aufgelöste Strenge,
tanzbare Klänge
„Orgel und Sax“ mit Uli Kammerer und Wolfgang Schröter
Von Stephanie Kuntermann
Schriesheim. Es scheint, dass die Kombination
klassischer Musik mit Saxofon-
Improvisationen die Künstler musikalisch
immer wieder in eine Epoche führt:
In die Renaissance.
Jan Gabarek und das Hilliard Ensemble
machten es vor, und auch Uli
Kammerer und Wolfgang Schröter gingen
bei ihrem Konzert „Orgel
und Sax“ diesen Weg.
Renaissance und doch nicht „Officium“: Das war die
Richtung, die die beiden
Ausnahmemusiker bei ihrem
Konzert auf Einladung
des Kulturkreises (KKS) einschlugen.
Denn aus der Renaissance stammte
nicht der geistliche, sondern der weltliche
Teil des Abends. „Es geht eine dunkle
Wolke“ hieß ein Stück, und schon hier,
gleich am Anfang des Konzerts in der katholischen
Kirche, gingen Kammerer und
Schröter ihre eigenen Wege.
Der Organist fand hörbar Gefallen an
der Blasmusik aus der damaligen Zeit,
weshalb er seinem Instrument Klänge
entlockte, die an ein ganzes Blechbläser-
Ensemble denken ließen. „Es ist erstaunlich,
welche Töne man aus einer
Kirchenorgel rausholen kann“, staunte
auch KKS-Vorsitzender Albert Kesseler.
Angefangen mit den tiefen Registern, die die Wolken lautmalerisch darstellten,
bis zum gewitterartigen Crescendo
zum Schluss, in das hinein das Tenorsaxofon
nicht weniger gewaltig improvisierte,
ging es recht pompös und gewaltig
zu. Später gab es Bach zu hören und
noch später Filmmusik aus „Schindlers
Liste“, an die sich die Besucher von „Schriesheim jazZt“ noch erinnern
konnten: Eine Veranstaltung, bei der das
Duo spontan einsprang,
nachdem ein Gospelchor abgesagt
hatte.
Das wiederum heißt nicht,
dass der Terminkalender der
beiden in diesem Jahr nicht
voll gewesen wäre. Ihren
größten Auftritt hatten Kammerer und
Schröter beim Kirchentag in Dresden, wo
sie in der voll besetzten Frauenkirche vor
1600 Zuhörern auftraten. „Ein tolles Erlebnis
und eine unglaubliche Akustik“,
schwärmte Schröter.
Auf Gottesdienste und Kirchenräume
zugeschnittene Choräle hatten die beiden
auch bei ihrem jetzigen Konzert in
petto. Aufgelöst wurde diese Strenge, etwa
bei „Bewahre uns, Gott“, aber durch
die geschmeidigen Läufe aus Kammerers
Sopran-Saxofon. „Nun kommt der Heiden
Heiland“, ein geistliches Weihnachtslied,
erhielt durch die Interpretation
einen lockeren, jazzigen Charakter,
während die Musiker einem „Laudate
dominum“aus Taizé einen tanzbaren, fast
lateinamerikanischen Anstrich verliehen.
Überhaupt Taizé: Wenn eine Musik an
diesem Abend den meditativen Charakter
einer Gabarek-Einspielung transportierte,
dann war es „Dans nos obscurité“,
ein ruhiges, verhalten-melodiöses
Werk, dem man gerne noch viel länger gelauscht
hätte. Ob nun mit Musik aus der
Renaissance oder nicht: Dieses Konzert
war einfach gelungen. |

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Orgel und Sax: Gegensätze ziehen sich an
Gerade die ungewöhnliche Verquickung der beiden Instrumente Saxophon und Orgel führt Uli Kammerer und Wolfgang Schröter immer wieder zu neuer Inspiration. Es verspricht also spannend zu werden, wenn sie am 11. Dezember in der katholischen Kirche Schriesheim zu Gast sind. „Uli Kammerer und Wolfgang Schröter, beide sowohl in der klassischen Musik wie auch im Bereich Jazz/Improvisation zu Hause, bieten seit nunmehr sechs Jahren ein Konzertprogramm für Kirchenorgel und Saxophon, das in kein gängiges kirchenmusikalisches Schema passt, jedoch eine Lücke in der gegenwärtigen Kirchenmusik schließt, die durch Beharren auf der traditionellen Stilrichtung einerseits und exzessiver Gospel-Orientierung mit Blick auf die Jugend andererseits entstanden ist. Das Konzept "Orgel und Sax" hält mit seinen Bearbeitungen von Chorälen, Taizé- Liedern, mittelalterlichen Weisen, Jazzstücken und eigenen Kompositionen an der Ernsthaftigkeit klassischer Kirchenmusik-Tradition fest. Gleichzeitig werden innerhalb eines kompositorisch strengen Rahmens Freiräume geschaffen durch improvisatorische Elemente, die mit ihrer Spontanität eine Verdichtung und Intensivierung des musikalischen Ausdrucks vergleichbar dem Jazz/Blues bewirken. Die Musik besitzt in hohem Maße versöhnliche und integrierende Wirkung und spricht hierdurch Jung und Alt gleichermaßen an“, so wird der Ansatz der beiden Musiker beschrieben. Dass sie damit auf Gehör stoßen, wissen wir spätestens seit Schriesheim jazZt 2011.
Deshalb gehört ihnen mit „Orgel und Sax“ am 11. Dezember der Sonntagabend in der katholischen Kirche ab 18 Uhr ganz allein... mit ihren Zuhörern.
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MM von Donnerstag, 08.12.2011
Schriesheim: Kinder zeigen ihre Kunstwerke im Alten Rathaus
Nachwuchs auf Kergs Spuren
Von unserer Mitarbeiterin Gerlinde Gregor
Bevor das historische Rathaus in diesem
Jahr wieder pünktlich zum
zweiten Advent beim Nikolaus-Jazz
bebte, lud der Kulturkreis Schriesheim
(KKS) zu einer Kindervernissage
in die oberen Räume des schmucken
Fachwerkgebäudes ein. In Zusammenarbeit
mit dem Museum
Théo Kerg und der Volkshochschule
(VHS) Schriesheim hatten sich im
Vorfeld elf Kinder im Alter von fünf
bis zehn Jahren mit dem Luxemburger
Künstler Kerg auseinandergesetzt
und sich vom gegebenen Motto „Kerg-Blau und Nikolaus-Rot“ inspirieren
lassen.
Die Werke, die auf diese Weise
entstanden waren, wurden im ersten
Stock des Rathauses präsentiert.
Doch bevor sich die kleinen Künstler
praktisch ans Werk machen und ihrer
Fantasie freien Lauf lassen konnten,
setzten sie sich mit den Werken
des Luxemburger Künstlers auseinandersetzen.
Künstlerisch und
fachkundig, was die Technik auf
Holz- und Styroporschnitt betrifft,
wurden sie von den beiden Künstlerinnen
Gunda Kupfer und Lynn
Schoene angeleitet. Während die etwas älteren Kinder sich mit dem
Holzschnitt befassten, bannten die
Kleineren ihre Werke in Styropor.
Ziel dieses Workshops war es, die
Eindrücke die die Kinder nach der
Museumsführung aufgenommen
hatten, in Form und Farbe umzusetzen.
In irgendeiner Form tauchten
auch bei den Werken der kleinen
Künstler die symbolhafte Sprache
und die Buchstaben von Théo Kerg
immer wieder auf. Es waren viele
Eindrücke und Inspirationen, die die
Kinder für ihre anstehende praktische
Arbeit aufgenommen und umgesetzt
hatten.
Mit Elan, einer Portion Ideenreichtum
und mit ihren eigenen Augen
machten sich die beiden Gruppen
ans Werk und schufen frische,
wie kraftvolle und offenherzige Bilder,
die alle den Stempel Théo Kerg
trugen. Zur Eröffnung der Vernissage
war auch die Patin Birgit Höfer gekommen,
die mit großem Interesse
und ebensolchem Staunen die Werke
der Nachwuchskünstler bewunderte. „Es ist immer schön zu sehen,
wie die Kinder die gesehenen Werke
erschließen und wie sie an die Umsetzung
gehen“, lobte Birgit Höfer
den künstlerischen Nachwuchs. |

RNZ von Donnerstag, 08.12.2011
Elementares sichtbar gemacht
Workshop für Kinder näherte sich den Werken Théo Kergs an
Schriesheim. (Si) Eine besondere Vernissage
einer stets außergewöhnlichen
Kunstaktion erlebten elf Kinder zwischen
fünf und elf Jahren (darunter nur
ein Junge) mit ihren Familien im Historischen
Rathaus. Sie präsentierten gemeinsam
mit ihren Dozentinnen, den
Künstlerinnen Lynn Schoene und Gunda
Kupfer, die Ergebnisse des Workshops „Vom Kerg-Blau bis Nikolaus-Rot“, den
Kulturkreis (KKS) und VHS zum vierten
Mal anboten. Heraus kamen am Ende
nicht nur farbenfrohe, sondern auch äußerst
kreative Drucke. Die Schirmherrin,
Bürgermeister-Gattin Birgit Ibach-Höfer,
brachte ihre Bewunderung für die
Dozentinnen zum Ausdruck, „dass sie den
Kindern die Werke Théo Kergs so nahe
bringen“. An die Kinder gewandt, lobte
die Patin: „Herzerfrischend, wie Ihr dran
geht, das Elementare herauszuholen.“
Holzschnitt und Styropordruck im
Hochdruckverfahren stellten die Kleinen
im Workshop unter Anleitung von Schoene
und Kupfer her. Zuvor hatten sie sich
ihre Anregungen im Kerg-Museum geholt
und dort auch Skizzen angefertigt.
Lynn Schoene erklärte den Vernissage-Besuchern das Verfahren genauer.
Um mehrere Farben zu erzielen, werden
mehrere Druckplatten aufgelegt. Jede
einzelne wird zuvor bearbeitet, aus der
Mehrschichtigkeit entsteht dann ein Bild,
bis der Stoff nicht mehr zu sehen ist. Beim
Hochdruck mit Styropor werden kleine
Linien und Formen ausgeschnitten – wie
beim Holzschnitt, nur mit anderen Tücken
des Materials.
Gunda Kupfer lobte: „Ihr wart super,
freiwillig habt Ihr mitgemacht und einen
Tag durchgearbeitet. Danke, dass Ihr so
toll durchgehalten habt.“ Danach durftendieKinderihreDruckstöckeholenund
ihre Bilder selbst erklären, in denen der
Nikolaus, ganz nach dem Workshop-Titel,
eine Rolle spielen durfte. |

VOM KERG-BLAU ZUM NIKOLAUS-ROT (Kinder von 6 – 12 Jahren)
Samstag, 03. Dezember 2011 Workshop Museum Théo Kerg/VHS Schriesheim
Sonntag, 04. Dezember 2011 Ausstellung der Workshop-Ergebnisse im Historischen Rathaus 17:30 (vor dem Nikolausjazz) |


RNZ von Mittwoch, 07.12.2011
Der Nikolaus meldete sich auch ohne Mitra zu Wort
Der Kulturkreis dankte seinen Helfern mit dem traditionellen Nikolaus-Jazz im Alten Rathaus
Schriesheim. (sk) „Dem Nikolaus wurden
seine Rentiere abgenommen, weil er zu
schnell gefahren ist“, teilte Albert Kesseler
mit. Die Nachricht des Kulturkreis-
Vorsitzenden, dass der heilige Mann aus
so profanen Gründen beim Nikolaus-Jazz
verhindert war, betrübte die anwesenden
Gäste zwar, kam aber nicht ganz unerwartet.
Schließlich hatte sich der Mann,
unter dessen Mitra traditionell Kesseler
steckte, schon im letzten Jahr nicht zu
Wort gemeldet. Es ging zur Not auch ohne
den Nikolaus, denn der „Jazz-Bestandteil“ des Abends blieb von irgendwelchen
Veränderungen unberührt.
Für weihnachtliche Stimmung sorgte
Trompeter Klaus Gaa mit seiner Band.Die
sechs Musiker begannen ganz „unweihnachtlich“ mit einer jazzigen Coverversion
des Country-Hits „You are my sunshine“,
an der sicherlich auch Komponist
Jimmie Houston Davis seine Freude gehabt
hätte, schon wegen der geschmeidigen
Töne, die Rolf Muffler seinen Instrumenten
entlockte.Ganz nach Stück und
Stimmungslage nahm er mal das Saxofon,
mal die Klarinette zur Hand. Ottmar
Schmitt und Klaus Gaa wechselten sich später beim Singen ab, wenn letzterer
seine Trompete aus der Hand legte.
Dann wurden feierliche Weihnachtslieder
wie „Süßer die Glocken nie klingen“ mehr oder weniger feierlich interpretiert.
Nach einer flotten Einleitung, bei
der Drummer Eugen Fallmann die Stöcke
schwang, gab es danach auch „Leise
rieselt der Schnee“. Dafür, dass soundmäßig
die Basis
stimmte, sorgten an
diesem Abend Bassist
Rainer Sahm und
Dr.Volker Heinz am
Klavier.
Auch ohne seine
Bischofsmütze meldete
sich Kesseler
noch einmal zu Wort.
Der Abend sei dazu
da, den treuen Helfern
für ihren Einsatz
während des
vergangenen Jahres
Dank zu sagen, erklärte
er und erinnerte
an einige Veranstaltungen
aus
dem Programm des Kulturkreises (KKS).
Etwa die beiden Klezmer-Konzerte, einmal
mit „Colalaila“ und einmal mit „Gefilte
fisch“, an die „Piazza del popolo“ am
Straßenfest und an „Schriesheim jazZt“,
die größte Veranstaltung im Lauf des
KKS-Jahres.
Wenige Minuten vor Beginn des Nikolaus-
Jazz ging auch die Vernissage zur
Kinder-Ausstellung zu Ende (Bericht
folgt), deren Organisatorinnen Lynn
Schoene und Gunda Kupfer danach beim
Musikhören und einem Glas Rotwein von
der Bar entspannten.
Ebenso übrigens wie Bürgermeister
Hansjörg Höfer, der die Verdienste des
KKS um die Stadt hervorhob und dabei
auch nicht vergaß, den Jazzern zu danken: „Ihr habt den Jazz in Schriesheim
heimisch gemacht“, lobte er und fügte an: „Ich warte nur darauf, bis ihr das erste Mal auf einer Beerdigung spielt.“ Ans
Sterben wollte an diesem Abend dan
doch keiner denken, vielmehr an einen „richtigen“ Winter mit Eis und Schnee,
den die Band später am Abend beschwor
mit „Winter Wonderland“. |

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Sonntag, 4. Dezember: Nikolausjazz im Alten Rathaus
Nach der Kindervernissage mit der Präsentation der Ergebnisse aus dem Workshop „Vom Kerg-Blau bis Nikolaus-Rot“ wird um 19 Uhr – ebenfalls im Alten Rathaus – der Nikolaus aller Voraussicht nach wieder schwarz: Klaus Gaa sorgt für den Jazz bei diesem lockeren Treff in der Vorweihnachtszeit. Wen er im Sack musikalisch dabei hat, das ist halt immer eine Überraschung, die man selbst miterleben muss!
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| RNZ vom Montag, 24.10.2011
„Bier ist Bier, aber
Rotwein ist Religion“
Zehn gute Tropfen in zehnter „Heiter-literarischer Weinprobe“
Von Matthias Wiegand
Schriesheim. „Zehn Jahre heißt für mich
auch zehn Weine.“ So erklärte Harald
Weiss, „Kellermeister“ der Winzergenossenschaft
Schriesheim, warum bei der
nunmehr „10. Heiter-literarischen Weinprobe“ im Schriesheimer Zehntkeller vier
Weine mehr als die üblichen sechs zur
Verkostung gereicht wurden.
Weiss begleitete das Publikum durch
den heiteren Teil der Probe, er stellte die
allesamt exklusiven Weine vor, während
Peter Nassauer das literarische, nicht weniger
heitere, Element übernahm. Für die
musikalische Untermalung sorgte Sopranistin
Manuela Kirchner, begleitet von
Yuko Mijata-Rauch am Klavier.
Dass „die Leber mit ihren Aufgaben
wächst“, dies brachte Nassauer mit den
Worten des Kabarettisten Eckart von
Hirschhausens dem Zuhörer näher und
machte dieses Motto gleichzeitig zum
Motto des literarischen Teils. Er stellte
Regeln zu Verhalten und Fachjargon auf,
wie ein unwissender Weintrinker auch vor
einem erfahrenen Kenner bestehen oder
ihn gar übertrumpfen könne. Doch sollten
alle Regeln in der Diskussion versagen,
einen „harmonischen Abgang zu
machen“, müsse als letzte Sicherheit immer
erwogen werden.
Manuela Kirchner erfreute das Publikum
unter anderem mit mehreren Stücken
aus Opern des ungarischen Komponisten
Franz Lehár. Wie sehr es Kirchner
schaffte, sich den prall gefüllten Saal
zu vereinnahmen, zeigte sich bei dem
Stück „Meine Lippen die schweigen“ – sie
wurde vom ganzen Saal „summend“ begleitet.
Das aus dem „Chianti Wein“ dann „Schriesemer Wein“ wurde, kann als Beweis
für den zunehmend heiteren Charakter
des Abends und dem Vorzug des
heimischen Weines gewertet werden. Die
musikalische Begleitung des Abends fand
ihr Finale in „Funiculi“ und mehreren
Zugaben, wonach Gesang und Klavier
frenetisch bejubelt wurden.
Harald Weiss stellte zwischen den literarischen
und musikalischen Leckerbissen
die exklusiven Weine der Weinprobe
vor. „Wir haben ein paar feine
Tröpfchen ausgepackt“, lächelte Weiss.
Neben der Schriesheimer Traditionssorte
Silvaner wurden zum Beispiel ein
2010er Pinot Noir Blanc de Noirs gereicht,
ein Weißwein aus roten Trauben
oder ein ganz junger St. Laurent von 2010,
der erst die kommenden Tage zum Verkauf
angeboten wird. Die Probe erreichte
ihren Höhepunkt als die beiden
einzigen lieblichen Weine des Abends
serviert wurden.
Von der Gewürztraminer Spätlese aus
demvorherigen Jahr werden lediglich 600
Liter zum Verkauf stehen. Die Spätburgunder
Weißherbst Auslese von 2005, der
Weiss ein „tolles Säure-Süße-Verhältnis“ bescheinigte, erhielt sogar den Goldenen
Preis der DLG-Bundesweinprämierung. „Das ist ein toller Abschluss einer
Jubiläumsprobe“, freute sich Weiss.
Die fast durchweg goldprämierten Weine
wurden von insgesamt neun Weinhoheiten
gereicht – unter ihnen auch die aktuelle
Weinkönigin Schriesheims, Sandra
Rell.
Neben der Vorstellung und Charakterisierung
der einzelnenWeineließ Weiss
auch noch einmal die vergangene Saison
Revue passieren. Insgesamt zeigte er sich „sehr zufrieden mit dem Herbst“, auch
wenn er im Vergleich der Quantität nur
als „Durchschnittsherbst, aber mit einer
guten Qualität“ einzuordnen sei. Großen
Lob und Dank richtete er an die Winzer
und an das Kellerteam der Genossenschaft. „Alles hat gut geklappt“, und dazu
wurde die Effizienz bei der Traubenlese
gesteigert. Diese Saison wurde demnach
in 20 Tagen mehr Ernte eingefahren
als im Vorjahr. Auch bei den Weinhoheiten
und den vielen Helfern vom
Kulturkreis Schriesheim bedankte sich
Weiss.
Der Kulturkreis, aus dessen Reihen
auch vor zehn Jahren die Idee zu der „heiter-
literarischen Weinprobe“ kam, richtet
die Veranstaltung gemeinsam mit der
Winzergenossenschaft Schriesheim aus.
Albert Kesseler, Vorsitzender des Kulturkreises,
zeigt sich denn auch zufrieden
mit dem Ablauf. „Die Zusammenarbeit
mit der Genossenschaft macht
Spaß“, sagte er.
„Vom ersten bis zum zehnten Wein ist
alles prima gelaufen“, stellt Harald Weiss
schließlich fest. Auch für die versammelten
Weinhoheiten ist die Weinprobe |

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Zehnte (10te !!!) heiter-literarische Weinprobe
Die Liebhaber dieser KKS-Veranstaltung haben noch das Versprechen von Harald Weiß im Ohr: zur Zehnten gibt’s 10 Weine in der Probe. Das war vor einem Jahr und jetzt wird’s wahr: Am Freitag, dem 21. Oktober, steigt das Jubiläum mit Peter Nassauer, Manuela Kirchner, Yuko Miyata-Rauch, einer sehr ansehnlichen Zahl Weinhoheiten, Harald Weiß und… zehn von ihm ausgesuchten Schriesheimer Weinen. Ein anspruchsvolles Programm also. Deshalb beginnt die Zehnte schon um 19.30 Uhr – Einlass ab 18.30 Uhr. Unter dem Titel „Die Leber wächst mit ihren Aufgaben“ wird Peter Nassauer von ihm ausgewählte Texte in seiner unnachahmlichen Art darbieten, „in denen sich die Leute wiederfinden können“. Auf jeden Fall im Repertoire neben Eckart von Hirschhausen sind Robert Gernhard, Otto Schenk und Axel Hacke. Heiter fällt auch die Musikauswahl zwischen den Weinproben aus. Denn die Sopranistin Manuela Kirchner kennt den Dreiklang aus Musik, Satire und Wein im Zehnkeller bestens. Sie wird begleitet von Yuko Miyata-Rauch am Piano, aber es könnte angesichts der angesagten Lieder durchaus spontan ein Chor aus dem Publikum hinzu kommen!
Der KKS sagt herzlich willkommen zur 10. heiter-literarischen Weinprobe am Freitag, 21. Oktober 2010, um 19.30 im Zehnkeller – Einlass ab 18.30 Uhr.
Der Vorverkauf läuft für 15 Euro in der Winzergenossenschaft, Utes Bücherstube und bei der RNZ-Geschäftsstelle.
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| RNZ vom Dienstag, 11.10.2011
Er machte seinem Titel alle Ehre
Mitreißend und bewegend: Deutschlands bester Vorleser Stefan Gemmel zu Gast beim KKS
Von Nicoline Pilz
Schriesheim. Der Mann ist drahtig, hoch
beweglich und biegsam. Merkmale, die er
in seinem Job unbedingt braucht. Stefan
Gemmel ist Lesekünstler des Jahres 2011,
ausgezeichnet vom Deutschen Buchhandel,
hochgelobt von Buchläden,
Schulen, Schreibwerkstätten – Einrichtungen
eben, in denen Literatur zu Wort
oder Papier kommt.
Wozumussein Autor, ganz konkret ein
Kinder- und Jugendbuchautor, sportlich
sein? Nun, viele brauchen das nicht. Sie
nehmen auf einem Stuhl hinter einem
Tisch Platz und lesen. Zwischendurch
richten sie einige Fragen an ihr junges
Publikum und gehen dann wieder. Stefan
Gemmel ist da anders. Der 41-Jährige
liest seine Bücher nicht einfach nur,
er spielt, ja lebt sie vor. Wie viele Kalorien
er in dieser Zeit verbraucht, müsste
man mal messen. Es dürften einige sein.
Auf Einladung des Kunst- und Kulturkreises
Schriesheim kam Gemmel nun
zur im wahren Wortsinn bewegenden Lesestunde
in den „Goldenen Hirsch“, wo
der KKS um Albert Kesseler mit Decken
und Sitzkissen für so bequeme wie farblich
hübsche Akzente gesorgt hatte. Es
waren nicht allzu viele Kinder, die davon
Gebrauch machten. „Schade, dass
heute nicht mehr kommen konnten“, bedauerte
KKS-Vorsitzender Kesseler am
Ende der zweiten Stunde, in der an und
für sich die etwas älteren Kinder an der
Reihe gewesen wären. Doch jüngere und ältere mischten sich,mancheblieben nach
der ersten Lesung einfach sitzen und hörten
zu, wie Gemmel diesmal Gruselstoff
servierte. Im Stehen, mal lesend, zumeist
erzählend, lachend, hustend oder räuspernd,
unterlegt mit Bildern, Gestammel
und Gequietsche, aus einer ganzen Beatbox
an Geräuschen schöpfend, die da in
seinem Inneren vor sich hin blubbert.
Fürsorglich erkundigte er sich zu Beginn
bei der sehr jungen Romy, ob es sie
nicht gruseln würde, wenn er von lebendigen
Mumien und anderen Geistern
berichte? „Nein, ich hab’ keine Angst“,
kam es tapfer zurück. Romy und sieben
weitere Kinder kamen also mit auf den
Schrottplatz, wo eine ausrangierte Geisterbahn
ein düsteres Geheimnis, vor allem
aber fünf ganz verschiedene Geister
birgt. Das Ende der Erzählung „Mumienwächter – das Geheimnis der Geisterbahn“ fürs dritte bis sechste Schuljahr
gab Stefan Gemmel großzügig mit einem
Augenzwinkern preis. Es heißt: „…die Wette.“
Abenteuer wie im Mittelalter gab’s
eingangs mit „Robin Wuff und Bruder
Katz“, zwei Protagonisten, die immer mal
wieder in verschiedene Rollen schlüpfen.
Und ganz zu Beginn gab Stefan Gemmel
preis, dass er in seiner Kindheit nicht gerne
gelesen habe. Ob man ihm das glauben
darf oder nicht, jedenfalls ist der Autor
fleißig, was das Bücherschreiben angeht.
30 Titel liegen vor, darunter einige
in französischer Sprache. Er ist der meist übersetzte Kinder- und Jugendbuchautor
in Rheinland-Pfalz, wo er heute mit
Frau, zwei Töchtern und zwei jungen
Kornnattern lebt und gerne Bobby-Car-
Rennen fährt.
2007 verlieh ihm der damalige Bundespräsident
Horst Köhler als jüngstem
Deutschen überhaupt das Bundesverdienstkreuz.
Durch seine mitreißenden
Lesungen und vor allem aber auch durch
seine unermüdliche Nachwuchsförderung
habe er sich diese Auszeichnung
verdient, heißt es in unzähligen Kritiken.
Schriesheim hat im kommenden Jahr die
Chance, ihn in hoffentlich größerer Besucherzahl
zu erleben. Kesseler kündigte
eine Wiederholung an. |

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„Bester Vorleser Deutschlands“ in Schriesheim
In diesem Jahr wurde Stefan Gemmel vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels als „Bester Vorleser Deutschlands“ ausgezeichnet. Der Kulturkreis konnte den Lesekünstler für einen Auftritt in Schriesheim engagieren!
Am 8. Oktober 2011 wird Stefan Gemmel im Saal des Goldenen Hirsch zwei Lesungen für die Kleinen bieten:
um 16.00 Uhr für die 5- bis 8-Jährigen
um 17.15 Uhr liest er aus der Abenteuer- und Fantasy-Trilogie „Schattengreifer“ für Kinder der 3. bis 5. Klasse (plus/minus).
Der Autor und Vorleser des Jahres 2011 absolviert an die 250 Lesungen im Jahr und füllt dabei spielend ganze Turnhallen. Wie er mit den kleinen Hüpfern umgeht, was die Kids von ihm wissen wollen und wie seine Entertainer-Qualitäten mit seiner eher stillen Schriftstellerei zusammenpassen wird uns der 8. Oktober zeigen!
Der Vorverkauf in Utes Bücherstube und in der RNZ-Geschäftsstelle Schriesheim hat begonnen: Kinder zahlen 5 Euro, an der Tageskasse 7 Euro – begleitende Erwachsene bitten wir um eine Spende an der Tageskasse.
Infos zu Stefan-Gemmel auch unter www.stefan-gemmel.de
Der Kulturkreis Schriesheim sagt herzlich willkommen!
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| MM - Kulturseite vom 28.09.2011
Kunst: Werke von Peter Schnatz und Franz Schömbs im Schriesheimer Museum Théo Kerg
Mal beweglich, mal geschlitzt
Von unserer Mitarbeiterin
Helga Köbler-Stählin
Es ist ein Spiel mit den Farben und
Formen, mit dem Franz Schömbs in
den 1930er Jahren seine künstlerische
Laufbahn begann. 1909 in der
Quadratestadt geboren, gymnasial
erzogen, wird er die Lehren am Weimarer
Bauhaus beobacht haben.
Wie Paul Klee jedenfalls hat auch
Schömbs die Farben im Helligkeitswert
angepasst und bestimmt damit
Licht- und Raumeindruck seiner
abstrakten Bilder. In vertikalen oder
diagonalen, teils geschwungenen Linien
ergeben sich bei dem Mannheimer
logische Formen, die sich streifen,
durchdringen und berühren.
Doch ähnlich wie Oskar Schlemmer
suchte auch Schömbs mehr: die
Bewegung! Bereits 1937 malte er „Reihenbilder“, an denen der Vorbeigehende
selbst den Eindruck von
Bewegung auslösen sollte. Als ihn
zehn Jahre später die Kunsthalle einlud,
seine „Streifenbilder“ auszustellen,
musste Schömbs feststellen,
dass das Publikum nichts von seinen
Visionen verstand.
Über 60 Jahre danach, und dank
der Einladung des Museums Théo
Kerg und des Schriesheimer Kulturkreises,
kann die „Stiftung Mannheimer
Künstlernachlässe“ einige dieser überraschenden Werke noch
einmal präsentieren. Das zwischen
1952 und 1956 entstandene Exponat „Die Mondschaukel“ verdichtet sich
zu heute modischen Rosa-Rot-
Orange-Tönen, schwingt links und
rechts nach außen und ist das wohl „beweglichste“ Ausstellungsstück
im Haus, obwohl es in Öl auf Sperrholzplatte
gemalt ist. Im Jahr 1957
ging Schömbs mit seiner Familie
nach München, wo er bis zu seinem
Tod (1976) blieb. Dort avancierte der
Künstler zum „Maler-Filmer“ und
Bindeglied zwischen Filmavantgarde
und experimentellem Kurzfilm.
Silvia Köhler von der Nachlassstiftung
hat sich dafür eingesetzt,
dass alle entstandenen Filme des
Mannheimers, der nach Kriegsende
die Kunstszene seiner Heimatstadt
aktiv mitgestaltete und die Künstlergruppe „Mannheimer Quadrat“ ins
Leben rief, nun im Frankfurter Filmmuseum
aufgenommen wurden.
Ein Jahr, nachdem Schömbs nach München zog, begann Peter Schnatz
sein Studium. Auch er malte abstrakt
und brachte eine gegenstandslose
Welt auf die Leinwand. Doch für den
1940 Geborenen stand seine eigene
Lebenszeit im Mittelpunkt. Politisch
gesinnt, spürte er Unzumutbarkeiten
auf und mahnte an.
„Provence“ von 1968 zeigt einen
aufgeschlitzten Himmel. Im schmalen
Meeresband (aus grobem Stoff)
liegt eine geborstene Pipeline (Elektrokabel),
die Erde und Himmel mit
eruptiven Farbspritzern schändet.
Noch benutzt der Künstler Farbe, die
er nach und nach reduziert, bis
Schwarz bleibt. Häute und aufgeschlitzte
Leinwände symbolisieren
die verletzte Erde, aber auch seinen
Gemütszustand, der sich verdüstert.
Anfangs erfolgreich, mit Preisen
und Stipendien ausgezeichnet,
gründet Schnatz mit Gerd Lind und
Ursula Pawlak den BBK, Mannheim.
Dennoch mangelt es an Aufträgen.
1988 tritt Schnatz 500 Tage in den „Künstlerstreik“, bis er endlich ein
Bild verkauft. 1999 zieht sich der Maler
in den Odenwald zurück und
zwingt sich mit „Kreuzbildern“ aus
der Depression. Doch im Jahr 2000,
wieder in Mannheim, ist seine „Vulkanlandschaft“ ein aus Teer, Sand
und Borsten bestehendes, schwarzes,
erdrückend pastoses Farbfeld,
aus dem ein letzter roter Lebensstreifen
rinnt. 2004 gibt Peter
Schnatz auf und wählt den Freitod. |

| MM vom 27.09.2011
Schriesheim: Ausstellung im Museum Théo Kerg eröffnet
Werke aus dem Nachlass von Schömbs und Schnatz
Von unserer Mitarbeiterin
Linda Wallitzer
In einem mit Informationen gespickten
Dialog haben Dr. Susanne
Kaeppele und Silvia Köhler die
Nachlass-Ausstellung der beiden
bekannten Mannheimer Maler Peter
Schnatz (1940 - 2004) und Franz
Schömbs (1909 - 1976) im Museum
Théo Kerg in Schriesheim eröffnet
und deren unterschiedliche Ausdrucksweisen
einem großen Publikum
näher gebracht.
Schömbs’ Wurzeln lagen im
Großbürgerlichen, und so kann er
eher als Universalgelehrter angesehen
werden, den alles interessierte,
von der Technik über die Philosophie
bis hin zur Ethik. Bereits in den
30er Jahren malte er abstrakt und
suchte nach Ausdrucksweisen, um
Bewegung in seinen Bildern sichtbar
zu machen. Es entstanden Reihenzeitgenössibilder
und Bildstreifen, ähnlich wie
Filmstreifen. Sein Ziel: das Sichtbarmachen
zeitlicher Abläufe. Beachtenswertes
Beispiel in der
Schriesheimer Ausstellung ist ein sogenanntes
Springwerk, in dem sich
die Leinwand auflöst und das Bild
nach allen Seiten ausbricht.
Schömbs wandte sich zunehmend
dem Medium Film zu und zog
mit der Familie nach München. Es
entstand sein erster Malerfilm „Die
Geburt des Lichts“. Ideen zu einer
Filmoper, Ansätze zu neuer Ethik
und zahlreiche Zeichnungen und
Gemälde folgten. Seinen Visionen
blieb er sein Leben lang als außergewöhnlicher
Künstler treu.
Das Wort „Revoluzzer“ fällt im
Dialog über das Leben und Wirken
von Peter Schnatz. Denn mit seiner
Malerei setzt er Konstruktion gegen
Gestik, unstrukturierte Flächen und
Formen gegen Struktur, monochrome Gemälde gegen stark farbige,
Figur gegen Nichtfiguration. Er
hat viele unterschiedliche Arbeiten
hinterlassen, die in der Ausstellung
exemplarisch gezeigt werden. Abstrakte
Bildwerke auf Holz, in denen
sich die starken Kräfte von Schnatz
widerspiegeln. Mit schwarzen Bildtafeln,
teils mit erhabener Struktur,
setzt er Zeichen der Zeit und belebt
die Strömungen der zeitgenössibilder schen Kunst – ein Beispiel ist im
Foyer zu bewundern. Er zeigt sich als
eher schwieriger Künstler. In seinem
Selbstbildnis von 1975 hat er sich als
politischer Maler dargestellt: „Mensch, Maler und Karteinummer.“ Als „armer“ Künstler erfährt
er in den 90er Jahren Unterstützung
durch Mäzene; eine beeindruckende
Serie mit Ölbäumen – in der
Ausstellung eines der stärksten Bilder – und Provence-Motiven entstanden
gegen Ende seines Lebens. |

| RNZ vom 26.09.2011
Hier trifft ein Revoluzzer auf einen Feingeist
Im Kerg-Museum sind in einer interessanten Ausstellung Werke von Peter Schnatz und Franz Schömbs zu sehen Von Nadja M. Müller
Schriesheim. Der eine war ein politischer
Künstler und Revoluzzer, der andere
ein großbürgerlich erzogener Feingeist.
Beide lebten ihre Kunst unter widrigen
Bedingungen wie Krieg und Armut.
Sie kannten sich nicht, hatten zu
Lebzeiten nichts miteinander zu tun und
haben dennoch einige Gemeinsamkeiten:
Peter Schnatz und Franz Schömbs, jene
zwei Künstler, deren Werke zurzeit im
Kerg-Museum in Kombination zu sehen
sind.
In der gestrigen Vernissage erschlossen
Dr. Susanne Kaeppele und Silvia
Köhler im Dialog jene verbindenden Elemente
im Schaffen und Leben der beiden
Maler, die die Ausstellung so interessant
machen. Köhler und Kaeppele arbeiten
beide für die „Projekt Nachlassstiftung
für Mannheimer Künstler“, die dem Kerg-
Museum und dem Schriesheimer Kulturkreis
die Bilder für eine Ausstellun
zur Verfügung gestellt hat. Entsprechend
begrüßte Bürgermeister Hansjörg
Höfer in seiner kurzen Einführung „viele
neue Gesichter“ im Museum – darunter
auch Schömbs Witwe sowie Vertreter der
Familie Schnatz.
Farbe, Lebenskrisen, der Bezug zu
Mannheim und nicht zuletzt ihre Bedeutung
als Künstler: Auf diesen Ebenen
lassen sich Parallelen zwischen Schnatz
und Schömbs herstellen. Ersterer hatte
eine Vorliebe für Schwarz, wie sie in den
Haut- und Erdbildern deutlich wird. Die
Farbe bricht sich dennoch immer wieder
Bahn, erklärte Kaeppele - zu sehen etwa
in den regenbogenfarbigen Spritzern von „ChaosNr.4a“ oder den Kreuzrastern von „Zählung Nr. 2“. In Schömbs Bildern geht
die Farbigkeit mit der Suche nach Bewegung
einher.
Die Harmonie und der Seheindruck,
und damit der zeitliche Ablauf und die
Bewegung, interessierten ihn, erläuterte
ihrerseits Köhler. Im „Springwerk“ wird
diese Synthese aus Farbe und Bewegung
am deutlichsten. Sie kann auch auf Lebenskrisen,
dem weiteren verbindenden
Element der Künstler, hinweisen: Nach
dem Zweiten Weltkrieg, als für den feingeistigen
Schömbs das ethisch-moralische
Wertesystem zerbrochen war, haben
seine Werke einen melancholischen
und düsteren Beiklang.
Schnatz litt unter Depressionen, bearbeitete
seine Leinwände in Teilen mit
dem Messer und rettete sich mit der Routine
einer künstlerischen Selbstvergewisserung – dem Malen und Datieren von
Kreuzen – das Leben. Zu sehen sind diese
Kreuze auch in mehreren Werken in
Schriesheim. In Mannheim war der politische
Schnatz seinerzeit Mitbegründer
des Bezirksverbands Bildender Künstler
(BBK), zudem arbeitete er vor Ort, in einer Atelierwohnung in L8.
Schömbs schuf
seine Werke im Atelier im Schloss und
gründete eine Künstlergruppe.
Beide dokumentieren die kulturelle
Geschichte der Region, fasste Köhler zusammen.
Schömbs füllt dabei eine künstlerische
Lücke in den 50er Jahren mit seinem
Interesse am abstrakten Film – Vorarbeiten
zur „Geburt des Lichts“ (der
Film selbst ist im deutschen Filmmuseum Frankfurt zu sehen),
der „Anfang“ und „die Nacht“, können in
Schriesheim angeschaut
werden. Schnatz seinerseits
ist vor allem wegen seiner „Neo-Ikonen“ von Bedeutung,
die aber nicht mehr im
Besitz der Stiftung sind und
daher nicht ausgestellt werden
konnten.
Info: Die Ausstellung dauert
bis zum 23. Oktober.
Am Samstag, 15. Oktober,
findet um 13 Uhr eine
Führung statt. Das
Kerg-Museum öffnet
mittwochs von 17 bis 19,
samstags von 14 bis 17
und sonntags von 14 bis
17 Uhr.
Infos zur Stiftung
unter kuenstlernachlaesse-
mannheim.de |

| RNZ vom 23.09.2011
Weniger „einsilbig“, vielmehr beredtt
KKS und Museum Théo Kerg zeigen ab Sonntag die Sonderausstellung „Schnatz und Schömbs“
Von Nadja M. Müller
Schriesheim. „Schnatz und Schömbs“:
Die beiden Namen, die zusammengehörig
klingen, fast wie aus einem Guss, offenbaren
im Museum Théo Kerg Gegenläufigkeit
und Vielfalt. Sie gehören den
beiden Künstlern, deren Werke in der
nächsten Sonderausstellung in Kombination
zu sehen sein werden – und diese
sind weniger „einsilbig“, sondern vielmehr
beredt.
Die Besucher erwarten bewegte Form
und lebendige Farbe in einem überraschenden
Varianten- und Stilreichtum,
auf Papier,auf Leinwand,als Malerei oder
als Grafik. Wüsste man nicht, dass es sich
um zwei Künstler handelt, man könnte
auf den ersten Blick meinen, es stellten
doppelt so viele aus. Gewöhnt sich der
Blick an die Werke, und hat man sich eingesehen,
lassen sich Bezüge erkennen und
die Arbeiten den Künstlern zuordnen.
Der eine arbeitet mit geometrischen
Formen, seziert sie und setzt sie in Farbflächen
nebeneinander; der andere lässt
Farbe über die Leinwand rauschen, collagiert
und schneidet und näht. Ersterer
ist der Universalgelehrte, Maler und Filmemacher
Franz Schömbs (1909-1976),
Letzterer der Maler, Zeichner und Grafiker
Peter Schnatz (1940-2004). Ihre
Werke werden von „Künstlernachlässe
Mannheim“, einer Projekt-Nachlass-
Stiftung für Mannheimer Künstler, verwaltet.
Sie hat die Ausstellung im Kerg-
Museum gemeinsam mit dem Schriesheimer
Kulturkreis und Lynn Schoene
möglich gemacht.
Dr. Susanne Kaeppele, Silvia Köhler
und Dr. Jochen Kronjäger gehören der
Stiftung an und erläuterten im Gespräch
vor dem Ausstellungsbeginn die Besonderheiten
von Künstlern und Werken.
Mehr als einen Blick wert
Schömbs stellte schon früh fest, dass
der gängige Bildraum ihm zu klein war:
Einen dieser Ausbruchsversuche von
Farbe, Form und Bewegung ist auch in
der Ausstellung zu sehen, ein sogenanntes
Springwerk; der Bildträger passt sich
hier dem Inhalt an und nicht anders herum
wie beim gängigen Tafelbild.
Schömbs strebte danach, Bewegung
sichtbar zu machen, und so, auch wenn
er sich in erster Linie als Maler sah, wandte
er sich den bewegten Bildern zu, dem
Film. Zunächst bemalte und animierte er
Filmstreifen – freilich ohne Computertechnik,
die es in den 50ern noch nicht
gab – und inszenierte ein begehbares Panoramabild.
Dem folgten richtige Filme.
Von diesen sind in Schriesheim Fotografien
zu sehen. Auch Schnatz veränderte
den Bildträger: Während Schömbs
ihn ausdehnte und letztlich den Film als
Medium für Malerei entdeckte, bearbeitete
Schnatz die Leinwand mit Schere,
Messer und dicker Farbe. Er riss sie auf
und nähte sie wieder zusammen, schuf
monochrome, also überwiegend einfarbige – wie in Schriesheim zu sehen – Haut- und
Erdbilder, die, obwohl sie an der
Wand hängen, einen stark plastischen
Eindruck machen. Daneben ist ein quadratisches
Werk mit Datum versehenen,
grellfarbigen Kreuzen platziert: die sogenannten
Tageskreuze, mit deren Hilfe
Schnatz eine Lebenskrise bewältigte, wie
Kaeppele erklärt. Seitdem tauchen sie in
vielen seiner Werke auf. Diese wären beinahe,
nachdem sich der Künstler 2004
umgebracht hatte, mangels Verwalter auf
einem Acker verbrannt worden. Das kann
ihnen heute, in der Obhut der Nachlassstiftung
nicht mehr passieren: Gut so,
denn die Arbeiten sind mehr als einen
Blick wert. |

MM vom 23.09.2011
Schriesheim: Unterstiftung des Mannheimer Kunstvereins zeigt Gemälde aus Nachlässen
Schömbs und Schmatz
Von unserer Mitarbeiterin
Linda Wallitzer
Den Nachlass eines einzelnen
Künstlers zu verwalten, das ist nichts
besonderes; wenn es um die Nachlässe
von Künstlern in einer Stadt
oder gar einer Region geht, dann ist
das dagegen außergewöhnlich.
Deutschlandweit gibt es nur drei
derartige Einrichtungen: in Hamburg,
bei Bonn und in Mannheim.
Die Unterstiftung des Mannheimer
Kunstvereins „Projekt Nachlass-
Stiftung für Mannheimer
Künstler“ bewahrt die Nachlässe
von Mannheimer Malerinnen und
Malern, die mit ihren Arbeiten das
kulturelle Bild der Stadt Mannheim
geprägt haben. Dabei pflegen sie keinen „Bilderfriedhof“, wie Dr. Susanne
Kaeppele in einem Pressegespräch
im Kerg-Museum betonte.
In Ausstellungen, Veranstaltungen
und Vorträgen werden die Arbeiten aus dem Stiftungsbestand der Öffentlichkeit bekannt gemacht.
Wie auch am Sonntag, 25. September,
um 11 Uhr bei der Eröffnung der
Sonderausstellung des Théo-Kerg-
Museums in Schriesheim. Maßgebliche
Arbeiten der beiden verstorbenen
Mannheimer Künstler Peter
Schnatz (gest. 2004) und Franz
Schömbs (gest. 1976) sind dann bis
23. Oktober zu sehen.
Im Beisein von Museumsleiterin
Lynn Schoene legten die Organisatoren
ihre Beweggründe für ihr ehrenamtliches
Engagement in der
Nachlass-Stiftung dar. Derzeit sind
acht ehrenamtliche Mitstreiter dabei,
wie Dr. Jochen Kronjäger erläutert.
Sie kümmern sich beispielsweise
um das Erfassen und Fotografieren
der Kunstwerke für Werksverzeichnisse
der vier betreuten Künstlernachlässe.
Im Aufbau befindet
sich darüber hinaus eine Artothek,
um Bilder aus den Nachlässen künftig
zum Beispiel in Büroräumen auszustellen,
auch um diese Arbeiten
weiterhin in der Öffentlichkeit präsent
sein zu lassen.
Der Titel der Ausstellung „Schömbs & Schnatz: Malerei“ im
Schriesheimer Kerg-Museum weist
auf zwei bekannte Maler der Region
hin. Peter Schnatz (1940-2004) zählt
zu den bedeutendsten Mannheimer
Künstlern. Er studierte ab 1958 an
der damaligen Freien Akademie bei
Professor Paul Berger-Bergner. Mit
seiner Malerei wollte er seit 1962 als
freier Maler die Phantasie, das Nachdenken
und die Kreativität des Betrachters
anregen.
Der Film als Medium
Franz Schömbs (1909-1976) war ein
Künstler, wie man ihn aus dem 19.
Jahrhundert kennt. Universell an allem
interessiert und mit der Frage
beschäftigt: Wie kann man Bewegung
und Zeit auf Bildern darstellen?
Bereits in den 30er Jahren malte er
abstrakt und überforderte manchen
damaligen Betrachter. Er entdeckte
den Film als Medium für seine Malerei,
konnte seine Ideen aber erst
nach dem Zweiten Weltkrieg realisieren.
1948/49 wurde Schömbs Mitbegründer
der Künstlergruppe „Mannheimer Quadrat“.
Übrigens werden bei der Vernissage
am Sonntag Susanne Kaeppele
und Silvia Köhler von Bild zu Bild gehen
und in einem Dialog über
Künstler und Motiv informieren; die
Ausstellungsbesucher können dabei „mitwandern“. |

Morgenmagazin vom 22.09.2011
Schriesheim: Unterstiftung des Mannheimer Kunstvereins zeigt Gemälde aus Nachlässen
Bewegung und Zeit in der Kunst
Von Annika Wind
Schriesheim. Der eine entdeckte in den 1930ern den Film als Medium für seine Malerei. Der andere schuf ab den 1960ern ein Werk, in dem er Konstruktionen gegen Gestisches setzte, Abstraktes gegen Figuratives.
Die Werke beider liegen bei der Stiftung Mannheimer Künstlernachlässe, die im Schriesheimer Museum Théo Kerg eine Ausstellung für sie
ausrichtet: für den Maler Peter Schnatz (1940-2004) und den Künstler Franz Schömbs (1909-1976).
Schnatz gehörte wegen seiner individuellen malerischen Konzeption ab
1962 zu den wichtigen Mannheimer Künstlern. Er hinterließ viele unterschiedliche Arbeiten, die die Ausstellung exemplarisch vorstellt:
Neo-Ikonen, abstrakte Bildwerke auf Holz, Gemälde mit monochromem Hintergrund, Farbnetzen und konstruktivistischen Elementen, aber auch mit Versatzstücken aus der Grafik oder Pop-Art. Mit einer Serie von "Andreaskreuzen" rettete er sich aus einer Krise. Speziell ist seine "Kartoffelserie", für die er einen Zentner Kartoffeln kaufte und jede einzeln porträtierte. Franz Schömbs beschäftigte sich mit der Frage, wie Bewegung und Zeit auf Bildern dargestellt werden könnten. Ein Leben lang suchte er nach Möglichkeiten, alte Darstellungsformen zu
überwinden: Es entstanden Ideen zu einer Filmoper, Ansätze zu einer neuen Ethik sowie Zeichnungen und Gemälde.
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| RNZ vom 09.09.2011
Die Zeit als Herausforderung und Erfahrung
Kerg-Museum zeigt ab 25. September die Sonderausstellung „Schnatz und Schömbs / Malerei“
Schriesheim. (cab) Und wieder überraschen
der Kulturkreis und das Museum
Théo Kerg mit einer außergewöhnlichen
Sonderausstellung in der heutigen
Kunstscheune in der Talstraße, die schon
so viele künstlerische Sternstunden erlebt
hat. „Schnatz und Schömbs / Malerei“ ist die Werkschau recht schlicht überschrieben, die im Kerg-Museum vom
25. September bis 23. Oktober zu sehen
sein wird.
In Zusammenarbeit mit dem Projekt
Nachlass-Stiftung für Mannheimer
Künstler zeigt das Museum einen Auszug
des OEuvres zweier Künstler, die der Ausstellung
ihren Namen geben: PeterSchnatz
(1940-2004) und Franz Schömbs (1909 bis
1976), die beide in Mannheim wirkten und
deren Werke in der Auseinandersetzung
mit der Zeit eine Schnittmenge haben.
Schömbs war Maler, Zeichner und Filmemacher
und durchaus ein Universalgelehrter
mit Interessen weit über die
Kunst hinaus. Die Darstellung von Bewegung
und Zeit sowie von der Einheit
von Raum und Zeit formulierte er als seine
wesentlichen künstlerischen Herausforderungen.
Durch Abstraktion provozierte
er eine Auseinandersetzung darüber,
wie die Realität in der Kunst am besten
erfasst werden kann. Die Betrachter
waren überfordert vom inhaltlichen Anspruch
und der fehlenden Gegenständlichkeit
in den Arbeiten des Mitbegründers
der Gruppe „Mannheimer Quadrat“,
der sich ab 1948 mehr und mehr dem Film
zuwandte und dafür 1957 nach München
zog. Doch in erster Linie blieb er Maler.
Schnatz' Werk wird geprägt von Zyklen.
Immer wieder griff er in ganzen Serien
Themen auf, die mit dem Menschen
an sich zu tun haben, mit seiner Lebenszeit
und seiner Umwelt. Natur- und
lebensorientierte Abläufe also, die
Schnatz konsequent durchspielte und
darstellte. Der Werkprozess, das Zerrinnen
von Zeit, wurden dabei geradezu
schmerzlich erfahrbar. Die Studien an der
Freien Akademie der Künste bei Paul
Berger-Bergner führten Schnatz nach
Mannheim, wo er blieb und im Jahr 2004
durch Freitod starb. Vier Jahre lang widmete
das Mannheimer Rathaus danach
seinen Werken eine umfangreiche Einzelpräsentation. |

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SCHNATZ & SCHÖMBS / MALEREI
SONDERAUSSTELLUNG IM MUSEUM THEO KERG SCHRIESHEIM
25. SEPTEMBER – 23. OKTOBER 2011
In Zusammenarbeit mit dem Projekt Nachlass-Stiftung für Mannheimer Künstler
Vernissage: Sonntag, 25. September 2011, 11 Uhr
Begrüßung: Bürgermeister Hansjörg Höfer, Schirmherr
Einführung: Dr. Jochen Kronjäger, Dr. Susanne Kaeppele, Silvia Köhler
Führung: Samstag, 15. Oktober, 15 Uhr
Öffnungszeiten: sa + so: 14 -17 Uhr, mi 17 -19 Uhr und nach Vereinbarung
museum@kk-schriesheim.de www.kk-schriesheim.de
Museum Théo Kerg Talstraße 52 69198 Schriesheim
Mit der Ausstellung „Schömbs & Schnatz: Malerei“ stellen die Künstlernachlässe Mannheim zwei bekannte Maler der Region aus ihrem Nachlass vor.
Peter Schnatz (1940 – 2004) –
„Spuren hinterlassen, was in dieser Zeit geschieht.“
Der Mannheimer Maler Peter Schnatz gehörte wegen seiner individuellen malerischen Konzeption seit dem Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit 1962 zu den bedeutendsten Mannheimer Künstlern. Sein Werk wurde in zahlreichen Ausstellungen sowie mit Stipendien und Preisen gewürdigt.
Er kam 1958 an die damalige Freie Akademie und studierte bei Professor Paul Berger-Bergner. Nach Abschluss seines Studiums 1962 war er bis zu seinem Freitod 2004 als freier Maler in Mannheim tätig.
Mit seiner Malerei wollte er die Phantasie, das Nachdenken und das kreative Nachvollziehen des Betrachters anregen. Seine Arbeiten setzen Konstruktionen gegen Gestik, unstrukturierte gegen strukturierte Formen und Flächen, Monochromie gegen Polychromie, Nichtfiguration gegen Figuration.
Er hat viele unterschiedliche Arbeiten hinterlassen, die wir in der Ausstellung exemplarisch zeigen: Neo-Ikonen (ab 1962), abstrakte Bildwerke auf Holz, denen eine starke Kraft innewohnt; Gemälde mit monochromem Hintergrund, Farbnetzen und konstruktivistischen Elementen, aber auch mit Versatzstücken aus der Grafik oder der Pop-Art. Mit einer Serie von „Andreaskreuzen“ (1976) rettete er sich selbst aus einer existenziellen Krise: die Arbeiten, die quasi – Tag für Tag entstanden – wurden zur Selbstvergewisserung mit dem Entstehungsdatum versehen wurden. Unvergessen in der Region für viele ist sicher seine „Kartoffelserie“, wobei er – in ganz traditioneller Weise – einen Zentner Kartoffeln kaufte und jede Kartoffel einzeln porträtierte. Es folgen in den 1980er und 90er Jahren seine sehr großen, fast vollständig in Schwarz gehaltenen Gemälde, die in informeller Manier pastos aufgetragen waren, aber immer auch figurative Anklänge enthielten. In gleicher Weise sind seine Haut- und Erdhautbilder zu sehen. Gegen Ende seines Lebens entstand noch eine Serie mit Ölbäumen und Provence-Motiven, die sich in intensiven Farben vom gelben oder blauen Hintergrund abheben.
Franz Schömbs (1909 – 1976) –
“Die Wirklichkeit existiert nicht im Raum allein, sondern nur in der Einheit von Zeit und Raum.“
Franz Schömbs war ein Künstler, wie man ihn aus dem 19. Jahrhundert kennt: ein Universalgelehrter, den alles interessierte, Farbfotografie, Technik, Philosophie, Ethik und vor allem – wie kann man Bewegung und Zeit auf Bildern darstellen? Schon in den 1930er Jahren malte er abstrakt und suchte auch während der Zeit des Nationalsozialismus ungewöhnliche Wege, um neue Techniken und Verfahren auszuprobieren. Als er 1947 seine “Streifenbilder“ und “Springwerke“ in der Kunsthalle Mannheim ausstellte, waren die Betrachter erst einmal überfordert.
Schömbs entdeckte schon in den 30er Jahren den Film als Medium für seine Malerei, aber erst nach dem Krieg konnte er seine „Filmideen“ realisieren. 1943 entstanden die ersten Entwürfe zur “Geburt des Lichts”. Mit Hilfe einer 16-mm-Kamera verwirklichte er 1948/49 aus Streifenbildern und Schablonen die ersten Aufnahmen zu “opuscula”: Mit einer Kurbel wurden bemalte Streifen bewegt und durch Spiegelungen gemischt. Im gleichen Jahr ist Schömbs Mitbegründer der Künstlergruppe “Mannheimer Quadrat“.
1957 zog er mit seiner Familie nach München, weil er dort seinen Film „Geburt des Lichts“ realisieren kann, der am 28. Februar 1958 Premiere hat. Der Film erhielt von der Filmbewertungsstelle das Prädikat “besonders wertvoll”, wird aber vom Kinopublikum überhaupt nicht verstanden und völlig abgelehnt (Pfeifkonzert und Buh-Rufe).
Er ist und bleibt aber ein Maler und neben seinen Filmen entstehen viele ungewöhnliche Formate, z.B. die Idee von einem “Kugelbild“, in dessen Zentrum der Betrachter steht und von allen Seiten vom Bild umgeben ist. Realisiert wurde diese Idee als “Inbild“ 1955 und im Schloss Mannheim in der damaligen Galerie Probst ausgestellt: Ein riesiger Bildstreifen mit 16 m Länge und 2 m Höhe wurde zu einem Rundpanorama von 5 m Durchmesser zusammengebogen, in dessen Innerem der Betrachter herumlaufen konnte.
Bis zu seinem Lebensende 1976 suchte er nach weiteren Möglichkeiten, alte Darstellungsformen zu überwinden: Es entstanden Ideen zu einer Filmoper, Ansätze zu einer neuen Ethik sowie zahlreiche Zeichnungen und Gemälde.
Nach dem Tode des Künstlers zog seine Witwe 1988 zurück nach Mannheim.
Seine Filme und der filmische Nachlass befinden sich seit 1994 im Filmarchiv des Filmmuseums in Frankfurt am Main, sein malerischen Nachlasses wird von der Nachlass-Stiftung für Mannheimer Künstler betreut.
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Schriesheim jazZt sagt Danke
Für ein Dankeschön an alle, die in diesem Jahr Schriesheim jazZt über die Bühnen gebracht haben, ist es zum Glück nie zu spät. Am letzten Wochenende gab es halt nach der langen Nacht am Samstag auch am Sonntag, Montag und Dienstag noch einiges aus dem Weg und zurück an den rechten Platz zu schaffen. Beginnen möchten wir mit einem herzlich Dank an alle 90 Musiker von Schriesheim jazZt 2011, für die der Regen vor dem Auftakt sicher am unangenehmsten war. Aber Improvisieren gehört zum Jazz und die fünf Stunden Programm waren an allen elf Spielorten und Bühnen ein ungetrübter Genuss für unsere 1570 Gäste. Dass sich alle wieder rundum wohl fühlen konnten, ist natürlich auch den teilnehmenden Wirten und der Winzergenossenschaft mit ihrem vielfältigen Angebot zu verdanken. Sie geben dem Fest letztlich die unverwechselbare Schriesheimer Note. Nicht im Vordergrund erkennbar, aber fundamental wichtig ist die Arbeit der Stadt für eine so große Veranstaltung: unser Dank gilt dem Schirmherrn Bürgermeister Hansjörg Höfer genauso wie der Verwaltung und in ganz großem Maße dem Bauhof mit der breitesten Palette an Hilfestellungen. Hinzu kommt die Hilfe, die man im besten Falle, wie auch in diesem Jahr, gar nicht benötigt: Dank an das Rote Kreuz, die Feuerwehr und die Polizei. Großen Dank sagen möchten wir auch den Hofeigentümern sowie der katholischen und der evangelischen Kirche für ihre Gastfreundschaft und den Anwohnern für die Bereitschaft, persönliche Einschränkungen für Schriesheim jazZt in Kauf zu nehmen. Was nicht vergessen werden darf ist unser Dank an die Sponsoren, allen voran die Volksbank Kurpfalz H + G Bank, die Rhein Neckar Zeitung und die Baumschulen Huben sowie für die praktische Unterstützung vom Bergwerksverein und von Utes Bücherstube. Auch der gute Ton von Henhouse und das schöne Licht von Exodus gehören dankenswerter Weise seit langem zum Standard von Schriesheim jazZt. Schließlich ist da noch die große Schar von Helfern aus Kulturkreis und Verkehrsverein, die alles auf- und abbaut, die Bühnen und die Kassen betreut, kurz: das Fest pulsieren lässt. Herzlichen Dank an jeden, der wie so oft oder zum ersten Mal mitgeholfen hat. Wir hoffen, dass am 14. Juli 2012 alle wieder bei Schriesheim jazZt dabei sein können!
Albert Kesseler für den Vorstand des KKS
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RNZ von Montag, 11. Juli 2011
Musik unter dem Regenbogen
Bands bei „Schriesheim jazZt“ spielten unter Schirmen – Zuspruch litt am Wetter des frühen Abends Von Carsten Blaue
Schriesheim. In den Vorjahren hatten
Kulturkreis (KKS), Stadt und Verkehrsverein
immer Glück mit dem Wetter
bei „Schriesheim jazZt“. Am Samstag
kamen die Organisatoren um KKSChef
Albert Kesseler noch einmal mit einem
blauen Auge davon. Während der
Spielzeit ab acht Uhr abends blieb es bei
einzelnen Tropfen; dabei war es auch
recht warm, zuvor regnete es jedoch richtig,
wovon noch der Regenbogen über der
Strahlenburg kündete. Das Wetter mag
ein Grund dafür gewesen sein, dass einige
Jazz-Fans zu Hause blieben.
Keine Frage: Es war schon mehr los bei
Schriesheims Jazzfestival in den Höfen– gerade auf den größeren Plätzen. Was Kesselers
Stimmung keinen Abbruch tat. Er
war zufrieden. Und die Jazzfreunde waren
es auch, die die Chance nutzten, neun
Bands in neun Höfen und dazu einen Chor
sowie das Duo Kammerer/Schröter zu hören.
Musikalisch hatte „Schriesheim
jazZt“ auch dieses Jahr hohes Niveau.
Auch wenn einige Akteure zunächst nicht
ganz glücklich waren.
Denn der KKS ging wieder bewusst
das Risiko ein und baute über die Bühnen
keine Dächer: „Eines kostet 2500 Euro“,
sagte Kesseler auf Anfrage: „Und das
bei neun Bühnen. Wo sollen wir das Geld
dafür hernehmen? Zumal bei diesem Eintrittspreis?“
15 Euro kostete das Eintrittsarmband
im Vorverkauf. Jedenfalls
maulten die Musiker. Nicole Metzger hätte
fast gar nicht gespielt, tat sich und den
Fans dann aber doch den Gefallen. Sie
durfte im Diehm-Hof in eine Garage ausweichen.
Die anderen Ensembles drängten
sich unter roten und den weißen
Schirmen des Bergwerksvereins, der
ebenso wie der Verkehrsverein mit insgesamt
15 Ehrenamtlichen auch an den
Abendkassen half.
Eine echte Überraschung war die „Coming Up“-Big Band aus St. Goarshausen.
Selten hatte man einen so klaren,
satten Sound auf dem Schulhof gehört.
Außergewöhnlich auch „Livin’ Desert“ am Fanfarenzugkeller mit einer Besetzung
aus E-Violine und -Gitarre, die
Jazz zunächst gar nicht vermuten ließ.
Traditionelle Jazzstandards mit viel
Lokalkolorit und mit mehr als einem Augenzwinkern
von den hessischen „Schoppenschleppern“ vor dem „Kaiser“ und ihrem schwäbischen, etwas
wuchtigeren Pendant, der Band „Gluzger“ im Kirchgarten. Die klassische Combo-
Besetzung gab es vor der VHS mit der
Heidelberg „Jazz Combo“.
Viel Raum für Improvisationen blieb
bei Nicolai Pfisterer und „Seng, Kühn,
Jentzen“ im „Hirsch“; vor allem gesangliche
Klarheit und Raffinesse bei
Metzger und Julia Pellegrini in der Küferei
Hauser. Für „Ipanema Beach Hotel“ war der Platz vor dem Alten Rathaus
etwas zu groß. Doch so hatte das
Publikum vor der Bühne wenigstens genug
Entfaltungsmöglichkeit, zu den Latino-
Rythmen zu tanzen
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RNZ von Montag, 11. Juli 2011
Louis XVI. wäre auf seine Kosten gekommen
Beim kulinarischen Angebot von „Schriesheim jazZt“ konnte der Magen gar nicht groß genug sei
Schriesheim. (sk) Man sagte Louis XVI.
nach, sein Magen habe die doppelte Größe
eines normalen Verdauungsorgans besessen.
Der behäbige französische König
wäre beim kulinarischen Angebot von „Schriesheim jazZt“ auf seine Kosten gekommen.
Die Jazzfans mussten sich angesichts
von neun Gastro-Stationen in der
Innenstadt aber mit einer kleinen Auswahl
und ansonsten mit Teller-Gucken
und Weintrinken „begnügen“. Trotzdem
konnte ein Rundgang gut und gerne mal
vier bis fünf Stunden dauern.
Los ging es beim „Goldenen Hirsch“,
in dessen überdachtem Hof knusprig ausgebackene
Langos auf den Tisch kamen,
in ihrer pikanten Variante reichlich mit
Kräutern und Schafskäse belegt. Beim
Nachbarn, dem „Kaiser“, wurden hessische
Spezialitäten wie Handkäs mit Musik
serviert, während die ebenfalls hessischen „Schoppeschlepper“ das Hohelied
der „Kartoffelsupp’“ sangen.
Mit mariniertem Gemüse gefüllte
Pilzchen krönten die „Sommerteller“ des
Restaurants „Zur Pfalz“, den man zur
Bigbandmusik und zum Sommerwein der
Winzergenossenschaft im unteren Schulhof
ordern konnte. Hungrige Jazzfans
standen im oberen Schulhof Schlange am
Gyrosstand des „Weißen Lamms“ oder
bekamen „Tiropita“, mit Schafskäse gefüllte
Blätterteigtaschen. Brezeln und
frisch gezapftes Bier servierte „Pfalz“-
Wirt Jürgen Opfermann in der Oberstadt,
Ciabatta mit Schinken und Olive
gab es bei Christiane Majer im lauschigen
Diehm-Hof, während in der Küferei
Hauser ein zartes Hähnchencurry mit
Ananas auf die Teller kam. Die Wirtsleute
der „Perseria“ hatten daneben auch
Chili con Carne oder „Tandoori-Sandwiches"
im Angebot, dazu servierte Winzer
Georg Bielig seinen „Roten Rebell“ oder einen Grappa. Eine wärmende Minestrone
oder Spaghetti mit getrockneten
Tomaten, Oliven und Manchego-Käse
bildeten das kulinarische Gegengewicht
im „Kaffeehaus“, wo trotz vorgerückter
Stunde noch immer einiges los
war. Von den in Kräutersoße marinierten
Schweinenackensteaks schwebten
gegen halb zwölf nur noch olfaktorische Überbleibsel in der Atmosphäre, während
das Team des Kaffeehauses Ladenburg
die Theken putzte und Töpfe und
Pfannen verpackte. „Wir machen Feierabend,
wir fahren jetzt nach Hause“, nahmen
die Mitglieder der Schwabenband „Gluzger“ die Aufbruchsstimmung auf.
Da an diesem Abend sowieso alle ausreichend
gesättigt waren, schmeckte die
Musik zum Schluss auch mal ohne "Beilagen".
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RNZ von Montag, 11. Juli 2011
Gospelchöre ließen „Schriesheim jazZt“ im Regen stehen
Dirigent krank, Stimmen nicht besetzt: Beide Chöre sagten kurzfristig ab – Doch der KKS sorgte für mehr als nur Ersatz
Schriesheim. (sk) Eigentlich sollte der
weiße Marktschirm auf der Bühne am Alten
Rathaus Sonnenstrahlen abwehren.
Er bekam es beim Auftakt von „Schriesheim
jazZt“ allerdings mit
Regentropfen zu tun und
schaffte es nur notdürftig,
die Instrumente vor dem
mächtigen Guss zu schützen. „Wir sind der festen Überzeugung, dass wir heute
Abend noch im Trockenen
feiern werden“, gab
Bürgermeister Hansjörg
Höfer eine Durchhalteparole
aus, bevor er unter den
Jazzfreunden auch seine
Hemsbacher Kollegen Volker
Pauli ausmachte.
Seine Schirmherrschaft
konnte Höfer erstmal wörtlich
nehmen, während die
Organisatoren von Schriesheims
Jazzfestival, Verkehrsvereins-
Chef Karl-
Heinz Schulz und Albert Kesseler vom
Kulturkreis (KKS), den Fluten barhäuptig
trotzten. Bei der Vorstellung des
Programms lüftete Kesseler das Geheimnis
um die beiden ersten Bands des
Abends.
Zwei Gospelchöre waren eigentlich
vorgesehen, doch beide sagten kurzfristig
ab: „Beim einen
war der Dirigent
krank, der andere
hatte Schwierigkeiten,
alle Stimmen
zu besetzen.“ Wegen der Ferienzeit
in Hessen, was
dann doch ein eher
merkwürdiger
Grund war. Dass es
trotzdem eine erstklassige
musikalische
Eröffnung gab,
war einem hochkarätigen
Ensemble zu
verdanken, dem
Chor der Singschule
Neu-Isenburg. Die „Soundsation“ unter
Leitung von Dr.
Matthias Becker hatte mit „Singin’ in the
rain“ auch gleich das passende Stück dabei.
Vielstimmig und vielschichtig war der
Bee-Gees-Hit „How deep is your love“– das letzte Lied,bevor die Sängerinnen und
Sänger in die katholische Kirche umzogen.
Dort präsenterten sie so ausgefeilte
Arrangements, dass sogar diejenigen, die
mit Gospel sonst wenig anfangen konnten,
begeistert waren.
Ausnahmsweise kein Chor, sondern
ein Instrumentalduo, war in der evangelischen
Kirche zu hören. Keine Geringeren
als Uli Kammerer und Wolfgang
Schröter traten als „Orgel und Sax“ auf. Das war umso bemerkenswerter, als
dass sie erst donnerstags von Kesseler die
Anfrage bekamen, ob sie denn einspringen
könnten. Und das bei zwei so gefragten
Musikern. Gleich die ersten Töne
aus Kammerers Sopran-Saxofon war
eine Begegnung mit dem norwegischen
Jazz-Meister Jan Garbarek und gingen
durch Mark und Bein. Zarter und geschmeidiger
trat das Saxofon mit der Orgel
in Dialog, angereichert durch ein paar
Improvisationen Kammerers. Bei Bachs
g-Moll-Fuge übernahm die Orgel die
Führung, während das Saxofon Kammerers
Theorie bestätigte, die besagte: „Würde Bach heute leben, wäre er mit Sicherheit
ein Jazzer.“ „Vielleicht schicken Sie ja ein Stoßgebet
um schönes Wetter in den Himmel“,
hatte Kesseler den Musikern mit auf
den Weg gegeben. Die taten mit selten
schöner Musik ihr Bestes, und Petrus hatte
an diesem Abend dann doch noch ein
Einsehen und sorgte für besseres Wetter.
Auch sie sprangen kurzfristig ein: Uli Kammerer
und Wolfgang Schröter (Orgel).
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RNZ von Donnerstag, 16. Juni 2011
" Jazz passt zu Schriesheim"
Wirte trafen sich zur Vorbereitung von „Schriesheim jazZt“
Von Carsten Blaue
Schriesheim. Neun Bands in neun Höfen,
zwei Gospelchöre in den Kirchen, und das
Ganze wie jedes Jahr für einen Preis. Dazu kommen Gastronomen und Winzer aus
der Stadt, die die Jazz-Freunde verwöhnen
wollen. Alles ist also angerichtet
für „Schriesheim jazZt“,
das kleine, feine Festival
am Samstag, 9. Juli, ab 18
Uhr, in der Innenstadt,
das sich in Musikerkreisen
inzwischen einen exzellenten
Ruf erspielt hat: „Wir hatten 40 Bewerbungen“,
sagte der Vorsitzende
des Kulturkreises (KKS), Albert
Kesseler, beim Treffen mit den Jazz-Wirten.
Der KKS, der „Schriesheim jazZt“ wieder organisiert und vom Verkehrsverein
sowie der Stadt tatkräftig unterstützt
wird, hatte also die Qual der Wahl – zumal Kesseler auch wieder selbst suchte
zwischen Köln und Basel und 60 Gruppen
gesichtet hat. Das Ergebnis ist ein
Programm, das den Jazz von vielen Seiten
zeigen wird.
Zur leichten Sommerküche des „Kaffeehauses“ spielt auf der Bühne vor dem
Alten Rathaus „Ipanema Beach Hotel“.
Die Band war im Jahr 2009 schon einmal
bei „Schriesheim jazZt“, bringt dieses
Jahr aber ihr neues Programm mit. Seinerzeit
gastierte die Samba- und Bossa-
Truppe in der Weinscheuer Majer, die
dieses Jahr kein Spielort sein wird. Dafür
verpflegt Christiane Majer die Jazz-
Fans im Diehm-Hof in der Oberstadt, wo „Nicole Metzger and French Connection“ den Bogen vom Jazz zum Chanson
schlagen. Die „Julia Pellegrini Group“ jazzt in der Küferei Hauser. Dazu schenkt
Georg Bielig seine Weine aus, und „La
Perseria“ serviert „Fingerfood“.
Das Restaurant
ist erstmals bei „Schriesheim
jazZt“ dabei.
Schon immer mit von
der Partie ist Jürgen Opfermann.
Der „Pfalz“-Wirt macht sein Angebot
vom Wetter abhängig und
bewirtet vor dem Fanfarenzugkeller, wo
die Fusion-Band „Livin’ Desert“ spielt,
sowie auf dem Schulhof vor dem Zehntkeller,
an dem „Coming Up“, die Schul-
Big Band des Wilhelm-Hofmann-Gymnasiums
St. Goarshausen, ihre Notenständer
aufbaut. Hier hat zudem die Winzergenossenschaft
mit ihren Weinen ein
Heimspiel.
Auch neu mit dabei im Team der Gastronomen
ist der „Kaiser“, Schriesheims
neues Hotel-Restaurant. Offenbar soll es
aber nicht sinnvoll sein, die „Schoppenschlepper“ um Klaus Gaa im „Kaiser“-
Hof spielen zu lassen. Also wird die Bühne
wieder draußen auf der gesperrten
Heidelberger Straße aufgebaut. Einlass in
seinen Hof gewährt dagegen Domenic
Mack vom „Goldenen Hirsch“, wo Saxofonist
Nicolai Pfisterer bei Langos und
Tortillas mit dem Trio „Seng – Kuehn– Jentzen“ auf höchstem Niveau improvisiert.
Schwabenjazz gibt es im Evangelischen
Kirchgarten mit der Band „Gluzger“.
Der schwäbische „Schluckauf“ äußert
sich an diesem Abend in Form von
Dixie, Blues und Mundart vom Feinsten – hier bei Speisen und Getränken des Ladenburger„Kaffeehauses“. Bleibt als
neuer Spielort der Obere Schulhof: Vor
der VHS spielt die „Heidelberg-Jazz-
Combo“. Griechische Leckereien wird
dazu das „Weiße Lamm“ reichen.
Eröffnet wird „SchriesheimjazZt“ wie
immer um 18 Uhr vor dem Alten Rathaus,
dieses Mal mit den Gospel-Chören „Magic“ und „Come Together“, die anschließend
ihre Konzerte in den Kirchen
geben. Gejazzt wird ab 20 Uhr.
Für den guten Ton sorgt wie in den
Vorjahren Bernd Molitors Firma „Henhouse“,
für das richtige Licht das Ladenburger
Unternehmen „Exodus“ von
Olaf Müller. Die Bühnenteile stellt die
Stadt Schriesheim, wobei Kesselers Dank
auch ausdrücklich dem Bauhof galt, der
immer kräftig mit anpackt. „Wir haben ganz gute Arbeit geleistet in der Organisation,
und außerdem passt der Jazz
auch zu Schriesheim“, meinte Kesseler.
Jetzt muss am 9. Juli nur noch das Wetter
stimmen.
Info: „Schriesheim jazZt“: Samstag, 9.
Juli, ab 18 Uhr. Karten im Vorverkauf
zu 15 Euro, Abendkasse: 20 Euro.
Jugendliche und Studente (nur mit
Vorlage des Studentenausweises): fünf
Euro. Start des Vorverkaufs wird
rechtzeitig bekannt gegeben.
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Samstag, 9. Juli ab 18 Uhr: Schriesheim jazZt 2011
Das kleine Festival mit der großen Resonanz und dem unverwechselbaren Flair geht zum sechsten Mal an den Start. Den Auftakt übernehmen um 18 Uhr wieder zwei Gospelchöre auf dem Marktplatz und später in den Kirchen. Danach beleben acht Bands Plätze und Höfe der Altstadt – ab 20 Uhr mit Sets beginnend zu jeder vollen Stunde bis kurz vor Mitternacht. Dazwischen jeweils15 Minuten Pause für die Freunde von Schriesheim jazZt, um von einem Spielort zum anderen, von einer Band zur anderen schlendern zu können. Hier starten wir vorab einen Rundgang durch die Altstadt:
Altes Rathaus: Die Hoteliers des Ipanema Beach Hotel
Ipanema Beach Hotel ist mit neuem, aufregendem Programm unterwegs. Ein Hotel, das seinen Standort am Strand behält und sich von dort in die unterschiedlichsten musikalischen Winkel Brasiliens ausdehnt. Man darf bei dieser Exkursion gespannt sein auf exotische Rhythmen wie Afoxê, Ciranda, Foho und Partido Alto. Ein Choro aus eigener Feder ergänzt Samba und Bossa Nova von Komponisten wie Antonio Carlos Jobim, Carlos Lyra, Edo Lobo, Milton Nascimento, Joaõ Bosco oder Djavan. Die Arrangeure der Band haben ganze Arbeit geleistet und die zahlreichen neuen Titel im Programm wie Favela, Aruanda, Anima, Upa Neguinho, Flor De Lis mit dem hoteleigenen Jazztouch versehen. Die Rhythmen werden getrommelt, geklatscht, gesungen: Vamos Ao Brasil. Gehen Sie mit!
Das Repertoire der fünf Musiker besteht hauptsächlich aus originell interpretierten Coversongs, die zum Teil – insbesondere durch das grandiose Saxophonspiel von Keller – einen für diese Musikrichtung zwar ungewöhnlichen, aber durchaus passenden Jazztouch erhalten.
In blitzblank schimmernden Arrangements verpackte Standardtitel wie „Desafinado“ oder „Black Orpheus“ tragen ebenso zur heiteren beschwingten Stimmung bei wie eigene Stücke von Jörn Baehr mit originellen Titeln „Meine Sekretärinnen“ oder Martin Kellers „Und als Schneewittchen sprach“. Mit jedem Stück beweisen diese fünf Vollblut-Jazzmusiker ihre unbändige und urwüchsige Spielfreude und ihr atemberaubendes virtuoses Können auf ihren Instrumenten.
Jeschi Paul – Gesang, Martin Keller - Saxophon, Akkordeon, Jürgen Braun – Perkussion, Thorsten Meinhardt – Bass, Jörn Baehr - Gitarre
Küferei Hauser: Julia Pellegrini Group
Julia Pellegrine greift für ihr neues Programm auf ein breites musikalisches Programm zurück, das sie sich in den letzten Jahren erarbeitet hat. Als Jazzsängerin ist sie über die Region hinaus zu hören, z.B. in ihrem Duo pellegrini & engelberth play Kurt Weil, dem acapella Quartett Les Brunettes oder mit dem Jazz-Quintett Stitches Brew. In Schriesheim hat sie bereits beim Nikolausjazz Akzente gesetzt.
Gekonnt verbindet sie die vielen Einflüsse in eigenen Kompositionen, deren Texte beim näheren Hinhören vom Reisen handeln – dem äußeren wie dem inneren. Neben eigenen Stücken wird die Sängerin mit ihren herausragenden Musikern aus Basel und Mannheim bei Schriesheim jazZt eine Auswahl aus ihrem Jazzrepertoire präsentieren.
Julia Pellegrini – voc, Volker Engelberth -piano, Daniel Mudrack – drums, Thomas Stabenow – bass
Oberstadt 1: Livin Desert
Was kommt heraus, wenn sich sechs erfahrene Musiker aller möglichen Stilrichtungen treffen, um einfach nur das zu spielen, wozu sie Lust haben, ohne irgendwelche Konventionen eingehen zu wollen? Der Versuch jedenfalls, die Musik von Livin Desert zu beschreiben, sprich, sie in eine Schublade zu stecken, wird grandios scheitern. Um ein Bonmot des genialen Drummers P. Icus zu zitieren, machen Livin Desert Musik und keine Schubladen.Mit jeder Menge respektfreier Anleihen aus Jazz, Rock, Pop und Fusion zelebriert das bunte Sextett aus der Metropolregion Mannheim/Heidelberg seinen unbeschreiblichen Mix mit mehrstimmigen Melodien von Geige, Sax und Gitarre als seinem unverwechselbaren Markenzeichen. Immer wieder belebt von frei improvisierten Solopassagen und jederzeit grandios unterstützt durch die solide Rhythmusarbeit von Bass, Schlagzeug und Percussion.
Stefan Emde: Ein begnadeter Violinenspieler, der sein Instrument von der Patina der Klassik befreit hat und durch den Einsatz elektronischer Effektgeräte und seinem unverwechselbaren Spiel das melodische Herz der Gruppe bildet. Peter Grohmüller: Ein Autodidakt an der Gitarre, fernab jeglicher stilistischer Konventionalität, mit einem Faible für schräge Akkorde, seltsame
Melodien und tiefsinnige Lyrik in den Texten der Gesangsstücke. P. Icus: Der ultimative Rhythmusmotor der Band, dessen Spiel irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn rangiert. Seine expressiven Soli sind die i-Tüpfelchen jedes Livin Desert Konzerts. Roland Kneller: Ein spielfreudiger Virtuose mit langjähriger Praxis, der seinem 5-Saiter Fretless-Töne entlockt, die das unkonventionelle Konzept der Band kongenial begleiten. Rainer Pfohl: Meister der vielen Instrumente und Klänge. Mit seiner Percussion unterstützt er die Drums und der Rhythmusmotor läuft noch besser. Roland Staar: Ein experimentierfreudiger Saxophonist, der den sinnlichsten Instrumenten des Sextetts mit Leidenschaft Leben einhaucht und auch schon mal zur "silbernen Klarinette" greift. Sein harmonischer Dialog mit der Geige führt die Band zum melodischen Höhepunkt. Martin Gottschall: Ein Magier an den Reglern, der sein Können meisterlich zelebriert und jede Location in einen Konzertsaal verwandelt. Der Garant für kristallklaren Wüsternlärm: Martin – nomen est omen – Gottschall..

Oberstadt 2: Nicole Metzger French Connection
1995 verschrieb sich die Sängerin Nicole Metzger ausnahmslos einer großen Leidenschaft - dem Jazz. Im selben Jahr gründete sie das Nicole Metzger Jazzquartett (Christoph Mudrich/piano, Dirik Schilgen/drums, Johannes Schaedlich/bass). Von da an führte ihr Weg über viele Stationen und Formationen, CDs und Tourneen, Auszeichnungen und Wettbewerbe zusammen mit Wesley „G“, dem Jazzorganisten Jean-Yves Jung und Jean-Marc Robin am Schlagzeug zur ersten French Connection.
2009 brachte sie mit ihrer French Connection (dato mit Jean-Yves Jung am Piano, Jean-Marc Robin am Schlagzeug und Rudi Engel am Kontrabass) das brandneue Programm "Hymne á l’amour" auf die Bühne, das einen Bogen zwischen Chansons und Jazzstandards schlug.
Bei Schriesheim jazZt spielt French Connection in der Besetzung mit Nicole Metzger – Gesang, Jean-Yves Jung – Piano, Davide Petrocca – Bass und Hendrik Schmock – Schlagzeug.

Oberer Schulhof: Heidelberg-Jazz-Combo
Die Heidelberg-Jazz-Combo ist eine Band, die ganz im Stil der klassischen Combos der 60-iger und 70-iger Jahre auftritt. In der Besetzung mit einem Gebläse bestehend aus Trompete, Saxofon und Posaune sowie einem Rhythmussatz bestehend aus Bass, Klavier und Schlagzeug dienen die berühmten „Vorfahren“ und Interpreten dieser Combo wie z.B. Miles Davis, Charlie Parker, Cannonball Adderly, Art Blakey und seine Jazz Messengers als große Vorbilder.
Unterstützt von einer Sängerin, präsentiert die Band viele Jazzstandards, die ganz auf diese Band zugeschnitten sind.
In zahlreichen Konzerten im In –und Ausland überzeugte die Combo mit ihrem spezifischen Groove und ihrem abwechslungsreichen Jazz-Repertoire. Auch in Schriesheim wird die Heidelberg-Jazz-Combo die gesamte Vitalität diese Musik in einer Flut von fantasievollen, witzigen und ebenso innovationsfreudigen Interpretationen dem interessierten Publikum präsentieren.
Trompete: Stefan Siegmund, Saxofon: Wolfram Sutter, Posaune: Rainer Maertens,Piano: Axel Heim, Bass: Dietmar Dymke, Schlagzeug: Andreas Ahlemann.
Gesang: Heike Dani

Hof vor dem Zehntkeller: Coming up Bigband
In der Coming up Bigband treffen sich Schüler, um sich in Sachen Jazz, Rock und Pop weiterzubilden. Klassischer Bigband-Sound ist im Ensemble genauso angesagt wie Arrangements moderner und populärer Stilrichtungen.
Gespielt wird in der klassischen Bigband-Besetzung: 5 Saxophone, 4 Trompeten, 4 Posaunen, Piano, Bass, Gitarre, Schlagzeug, Percussion und Gesang.
Geprobt wird einmal in der Woche zwei Schulstunden, am Mittwoch nachmittag und ein bis zweimal im Jahr an mehrtägigen Probewochenenden. Über das Jahr verteilt finden öffentliche Auftritte und Konzerte in der Region und Konzertreisen statt.
Die 20 "Jazz-Kids" von "Coming up" servieren musikalische Leckerbissen aus den Bereichen Rock, Pop und Jazz. Durchschnittsalter der aktuellen Besetzung: 17 Jahre.
Die Musiker sind Schülerinnen und Schüler des Wilhelm-Hofmann-Gymnasiums St. Goarshausen. Frank Reichert, Lehrer dieser Schule in den Fächern Musik und Biologie, leitet die Bigband-AG des Gymnasiums mit der Nachwuchsband und Coming up seit 1992. Seit 1997 ist er zugleich Leiter der Phoenix Foundation - Jugendjazzorchester Rheinland-Pfalz.

Goldener Hirsch: Nicolai Pfisterer meets Seng - Kuehn – Jentzen
Nicolai Pfisterer studierte "Jazz- und Popularmusik" an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim mit dem Abschluss „Bachelor of Music“ - Hauptfach Saxophon. Sein Trio setzt sich zusammen aus Manuel Seng (Klavier), Maurice Kühn (Kontrabass) und Max Jentzen (Schlagzeug). Alle drei jungen Musiker stehen kurz vor dem Abschluss ihres Musikstudiums an den Hochschulen Mainz und Mannheim. Sie spielen überwiegend Eigenkompositionen, deren Ästhetik sich durch Einfachheit und Transparenz auszeichnet - in der Tradition des Jazz stehend spielen dabei Improvisation und Interaktion eine wesentliche Rollle
Nicolai Pfisterer (Saxophon), Manuel Seng (Klavier), Maurice Kuehn (Kontrabass), Max Jentzen (Schlagzeug).

Hotel Restaurant Kaiser: Die Schoppenschlepper
Die Schoppeschlepper begannen im Sommer 1978 als junge Straßenmusikanten in Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt. In kleiner Besetzung spielten Norbert Hanf (Klarinette), "Schlomo" Schütz (Banjo & Gitarre) und Bernd Hasel (Kontrabass) vorwiegend Dixieland und alte Schlager aus den 20er Jahren.
Sehr bald begannen die Musiker bekannte Titel ihres Repertoires mit originellen, selbstverfassten hessischen Texten zu versehen. In ihrer erweiterten Besetzung - es kamen Trompete, Posaune, Schlagzeug und gelegentlich auch Piano hinzu - trat die Band in fast allen Jazzclubs des Rhein-Main-Gebiets, bei großen Volksfesten wie der Gibber Kerb, dem Frankfurter Stöffchefest, dem Dürkheimer Worschtmarkt und dem Darmstädter Hainerfest sowie regelmäßig beim Hessentag, beim Hessen-Jazz-Festival Idstein und dem Darmstädter Jazzband-Ball auf.
Doch auch weit über den hessischen Sprachraum hinaus ist die Jazz & Jux-Band eine begehrte Attraktion für Stadtfeste, Open-Airs und Festivals. So spielten die Schoppeschlepper im Laufe der Jahre u.a. in der Londoner Carnaby Street, beim belgischen Starkbierfest in Liège, in der Tschechei, in Italien, Portugal und auf den kanarischen Inseln sowie beim alljährlichen New-Orleans-Festival in St. Raphael an der Côte d'Azur.
Auch in diesem Sommer sind die Schoppeschlepper wieder auf Tour, um auf der ewigen Suche nach frisch gefüllten Bembeln, duftendem Handkäs und lebensfrohen Zeitgenossen alle Freunde swingender Musik und lebensnaher Mundart-Texte mit Jazz und Jux aus Hessen zu begeistern – am 9. Juli bei Schriesheim jazZt!

Evangelischer Kirchgarten: Gluzger
Schon der Bandname lässt vor allem Nichtschwaben aufhorchen, so dass die Frage über die Bedeutung des Wortes nicht ausbleibt: Als „Gluzger“ wird der Schluckauf bezeichnet, in anderen Gegenden des Schwabenlandes auch „Häcker“, „Hickser“, „Glugser“ oder ähnlich genannt. Bekanntermaßen entsteht dieser in der Regel nicht nur aber auch durch den übermäßigen Genuss alkoholischer Getränke, was allerdings nicht Hintergrund für den Bandnamen war. Diese Namensgebung liegt bereits 40 Jahre zurück, als ein gleichnamiger Stammtisch in Rottenburg einen „Reing’schmeckten“ aufnahm, der regelmäßig den ‚Gluzger‘ mit dem ‚Rülpser‘ verwechselte und ... diesem Kreise entstammt die Band . Nunmehr seit 30 Jahren machen die 6 Hobbymusiker ihren weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten „Schwôbajazz Pur!“: Dixieland, Blues sowie eigene Titel in schwäbischer Mundart. Bei ihren Auftritten legen sie ganz besonderen Wert auf den Kontakt mit dem Publikum, um diesem den Spaß an der Musik weiter zu geben. Und wenn es dann auch mal im ¾-Takt oder rumba-rhythmisch abgeht, zeigen die 6 ihre ganze Vielseitigkeit. Auch bei Reisen nach Frankreich, Schweiz, Österreich, Rio de Janeiro und fünfmal in die „gute, alte Stube des Jazz“, New Orleans, hat die Band dies unter Beweis gestellt.
Rupert Leger – Banjo/Gesang, Jupp Horvath – Sousaphon, Claus Nopper – Posaune, Matthias Hans – Klarinette/Sax, Rainer Ruf – Tropete, Ralf Nopper – Schlagzeug.
Schriesheim jazZt 2011 - einmal Eintritt für alles - 15 Euro im Vorverkauf ab 11. Juni in der RNZ-Geschäftsstelle Schriesheim, in Utes Bücherstube, im Laden der Winzergenossenschaft sowie bei allen beteiligten Gastronomiebetrieben.
Abendkasse Euro 20, Jugendliche bis 14 Jahre generell Euro 5.
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| RNZ von Dienstag, 31.05.2011
„Ein Genuß “
Die Klezmer-Band „Gefilte Fish“ spielte in der Oberstadt
Schriesheim. (sk) „Gefilte Fish“ ist etwas
Merkwürdiges. Die Zubereitung der
koscheren jüdischen Spezialität erfordert
eine Menge Mühe, verlangt Zutaten
wie Fischköpfe und -schwänze, und das
Ergebnis wird mitunter selbst von
strenggläubigen Juden gefürchtet. Hat
man es bei der abgemilderten Variante mit
zarten Fischklößchen zu tun, so ist der „gefüllte“ Fisch schon etwas gewöhnungsbedürftiger:
Karpfen oder Goldbarsch
werden mit „Haut und Haaren“ durch den Fleischwolf gedreht,
in eine Fischhülle
gepackt und in einer Brühe
gekocht, die nach dem Erkalten zu Sülze
erstarrt. Die
Sängerin Andrea Giani
sieht darin vor allem den
Ausdruck kulinarischer Vielfalt: „Jede
Familie hat ihr eigenes Rezept.“ Diese
Vielfalt war es letztlich auch, die nach einem
langen weinseligen Abend den Ausschlag
gab, „Gefilte Fish“zum Namen der
Klezmer-Band zu machen, in der Giani
singt. Denn wie das Gericht ist auch die
jüdische Musik geprägt von der Reichhaltigkeit
einer Kulturgeschichte, die von
regionalen Einflüssen so ziemlich aller
Kontinente geprägt ist.
Etwa 30 Stücke hat die Band „parat“,
weitere 50 ruhen im Notenfundus.
Eine Kostprobe davon bekamen die Gäste
des Kulturkreises, der die Band zu einem
Konzertabend mit dem Titel „farlibt“ in die Oberstadt geladen hatte. Verliebtsein
hat wie das Fischgericht eine
Menge Facetten.
Zum Beispiel eine leicht melancholische,
wenn Giani Lieder des US-amerikanischen
Theaterkomponisten Abraham
Ellstein anstimmte, der den Stil von
Schlagern der dreißiger Jahre mit Violinsoli
des osteuropäischen Kulturkreises
anreicherte. Zarte Melodien, in die
Giani das Timbre ihrer samtig-tiefen
Stimme legte, wechselten sich dabei ab
mit den glasklaren Soli von
Geiger Joe Rappaport, dessen
musikalische Vorbilder
eindeutig mehr Stéphane
Grappelli als die schluchzenden
Geigen schwarzäugiger
Zigeuner waren, mit
denen das Ensemble noch einmal Ellstein
zitierte. Daneben gab es Instrumentalstücke,
bei denen man an den
Soundtrack osteuropäischer Gauner-
Roadmovies denken musste. Was umso
glaubhafter wirkte, als Bassist Tobias
Schwartz dazu eine dunkle Brille trug; das
allerdings wegen der tief stehenden
Abendsonne, mit der die Musiker ebenso
zu tun hatten wie mit langem Kirchengeläut.
Aber weil in einen „gefilten Fish“ so gut wie alles passt, gelang es den Profis,
auch die Glocken in ihre Musik einzubauen.
Dass der erste Teil des Abends
durch die Einflüsse osteuropäischer Musik
geprägt wurde, lag an Vlad Cojucaru,
der das Bandoneon spielte. Später wurde
in mittelalterlichen spanischen Texten
und orientalischen Melodien auch die sephardische
Tradition zitiert, in der Gitarrist
Roman Chowdhury heimisch ist.
Auch Musik der Gegenwart war zu
hören mit Stücken der 2004 verstorbenen
israelischen Sängerin Naomi Schemer.
Dann schmachtete Giani von Rosenduft
und Meeresrauschen und gab dem
Abend eine federleichte Note. Locker und
duftig, dahinter mit einer abgründigen
Schwere kamen ältere Schlager daher, ein
Mischmasch aus Bronx, der Folkmusik
irischer Einwanderer und Comedian-
Harmonists-Rhythmen. Sie sind Funde
von Rappaport, der sich von seiner Band
den Namen „Noten-Trüffelschwein“ gefallen
lassen muss, gräbt er doch immer
wieder vergessene musikalische Schätze
aus. Wie das Lied von 1896, das an die
Pogrome in Osteuropa erinnerte.
Mit der hebräischen Psalm-Strophe „Mein Gott, warum hast du mich verlassen“ wurde eine Seite offenbar, die
manchmal unter Temperament und Lebensfreude
versteckt war: Eine große
Verzweiflung angesichts von Verfolgung,
Misshandlung und Vertreibung. Doch
weil der „Fisch“ keinen bitteren Nachgeschmack
hinterlassen sollte, wurde es
am Schluss mit einem weiteren Naomi-
Schemer-Stück noch einmal blumig,
weich und versöhnlich. Ein guter, runder
Schlusspunkt also nach einem reichhaltigen
musikalischen Genuss. |

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GEFILTE FISH: FARLIBT in der Oberstadt!
Die beliebte Veranstaltungsreihe des Kulturkreises im evangelischen Kirchgarten findet in diesem Jahr in der Oberstadt am Fanfarenkeller statt - ein von Schriesheim jazZt her bewährter Ort zum Musikgenuss. Dort werden GEFILTE FISH mit ihrem Programm FARLIBT beweisen: Liebe geht nicht nur durch den Magen, sondern manchmal auch über die Ohren. Denn GEFILTE FISH ist nicht nur eines der beliebtesten jüdischen Festtagsgerichte, sondern auch eine international besetzte Gruppe von engagierten Musikern, die an diesem Abend Lieder und Melodien der europäischen Juden zum Thema Liebe interpretieren. In ihrem Programm FARLIBT (verliebt) erzählen sie von schwarzen Augen, Herzklopfen, einer singenden Nachtigall und einer Nacht voller Rosenduft, aber auch von den dunkleren Seiten der Liebe. Und die Liebe ist kulturell, historisch und musikalisch ein schillernder Begriff, der durch die verschiedenen Epochen und Kulturen klingt. Deshalb sind jiddische Lieder auch immer Lieder eines Volkes in fremden Ländern: osteuropäische Klezmermelodien und Volkslieder, sephardische Stücke, chassidische und israelische Songs sowie Theater-Evergreens der internationalen Off-Broadway-Szene der 20er bis 40er Jahre: "Melancholie und Lebensfreude vereinen sich dabei zu einer Art jüdischem Blues".
GEFILTE FISH, das sind Andrea Giani mit ihrem Gesang, Joe Rappaport mit seiner Violine, Roman J. Chowdhury mit der Gitarre, Tobias Schwartz am Kontrabass und Vlad Cojucaro mit seinem herrlichen Bandeneon.
Andrea Giani, geboren in Köln, ist Sängerin und Konzertpianistin undDozentin für Gesang an der Bayerischen Theaterakademie in München. Sie konzertiert auch mit französischen und deutschen Chansons, Jazz-Standards und Eigenkompositionen in verschiedenen Besetzungen.
Joe Rappaport kennt und schätzt jüdische Musik seit seiner Kindheit. Geboren in London, studierte er Klassische Musik in London und Wien. Er ist Violonist beim Chamber Orchestra of Europe, mit welchem er in Europa, USA und Japan tourt (Auftritte u.a. mit Claudio Abbado, Lorin Maazel, Luciano Pavarotti, Gidon Kremer). Zusammenarbeit mit Musikern unterschiedlicher Stilrichtung prägt seinen musikalischen Weg und spiegelt sich in seinen
einfühlsamen und experimentierfreudigen Arrangements wieder.
Roman J. Chowdhury, Deutsch-Bangladeshi, studierte Gitarre und Komposition am Berklee College of Music in Boston, USA. Er komponiert für Film und Theater und spielte u.a. mit den legendären Weather Girls. Seit mehr als einem Jahrzehnt befasst er sich sowohl als Komponist/Gitarrist als auch als DJ mit der Musik der Südasiaten in der Diaspora.
Tobias Schwartz, geboren in München, studierte ebenfalls am Berklee College of Music in Boston, USA, E-Bass, Kontrabass, Arrangement und Komposition. Er wirkt als Studiobassist in München und ist u.a. seit Anfang 2009 Mitglied der Georg Ringsgwandl Band.
Vlad Cojocaru, geboren in Moldawien, begann sein Akkordeonstudium 2001 an der Akademie für Musik und Theater in Chishinau, gewann mehrere Preise bei diversen Akkordeonwettbewerben. 2009 schloss er sein Studium an der Hochschule für Musik in München ab. Er spielt in verschiedenen Ensembles - vor allem osteuropäische Musik mit Jazz-Einflüssen.
Jeder der Musiker hat seine eigene persönliche und musikalische Geschichte
und Spielweise, die in die gemeinsame Arbeit einfließt. In Harmonisierung,
Stimmführung, Zwischenspielen und Soli finden sich Elemente aus Jazz, Klassik, Chanson etc. und lassen so eine eigene Sprache entstehen.
Sie musizieren auf ihre unverwechselbare Art am Sonntag, 29. Mai 2011, um 18 Uhr in der Oberstadt!
Die Bewirtung übernimmt an diesem Abend das Kaffeehaus mit Unterstützung der Winzergenossenschaft.
Eintritt im Vorverkauf in der RNZ-Geschäftsstelle, in Utes Bücherstube und bei der Winzergenossenschaft 13 Euro. Abendkasse 15 Euro.
Ermäßigte Karten für Kinder und Jugendliche ebenfalls an der Abendkasse.
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| Feuilleton der RNZ von Dienstag, 17.05.2011
„Junge Kunst im weißen Kubus “
Wiener Künstlergruppe inszeniert „double feature“ im Museum Théo Kerg in Schriesheim
Von Julia Behrens Zweimal im Jahr verwandelt sich das
Museum Théo Kerg in Schriesheim in einen
so genannten White Cube. In zwei
Ausstellungsräume mit weißen, an der
Wand verschraubten Stellwänden.
Zweimal im Jahr macht das kleine Fachwerkhaus,
das vom Kulturkreis Schriesheim
e.V. verwaltet wird, jeweils Platz für
zeitgenössische Positionen. Die weißen
Wände verdecken und verdrängen dann
für die Dauer von jeweils etwa einem Monat
die Werke des Luxemburger Künstlers
Théo Kerg (1909-1993), der hier sonst
in einer Dauerpräsentation zu sehen ist.
Jetzt hat Lynn Schoene, die Leiterin
des Museums, eine Gruppe von vier jungen
Künstlern aus Wien eingeladen. Und
die setzt sich in ihrer konzeptuell angelegten
Schau „double feature“ ganz explizit
mit der speziellen Ausstellungssituation
im Kerg Museum auseinander.
Aufgehängt an der im Titel anklingenden
Anspielung auf früher oft übliche
Doppelvorstellungen im Kino, untersuchen
Julia Hohenwarter, Nora Rekade,
Helmut Heiss und Julian Feritsch mit sowohl
eigenen Arbeiten als auch mit gemeinsam
entwickelten installativen Eingriffen
die dem Museum eigene Dualität
von Dauer- und Wechselpräsentation.
Das Resultat wirkt – den Gegenwartstendenzen
entsprechend – reduziert
und funktioniert doch, weil es den
Blick von der Kunst auf die Szenografie,
die Ausstellungsarchitektur,undvon dort
aus wieder auf die Arbeiten Théo Kergs
lenkt.
Die Künstler, die alle an der Akademie
der Bildenden Künste in Wien studiert
haben, verstehen die vom Ort ausgehende
vertikale Schichtung – von realer
Wand, verdecktem Kunstwerk (von
Kerg) und der Stellwand mit temporärem
Exponat davor – als Collage und übertragen das Prinzip auch auf die Ordnung
ihrer Ansätze.
Im Ergeschoss antwortet die Gruppe
auf eine dort immer befindliche Vitrine
mit einem dagegen gekippten, meterhohen
schwarzen Kubus und macht den
sonst nur funktional genutzten Glasschrank
selbst zum Objekt. Einige kleinere
Arbeiten in der Vitrine bereiten wie
ein Vorspann auf die Ausstellung vor, die
sich im Wesentlichen im ersten Stock
ausbreitet. Hier lassen die Künstler wiederum
eine etagenübergreifende Wand in
das zweite Geschoss ragen, wo sich zahlreiche
Werke Kergs drängen und ausnahmsweise
während der Sonderausstellung
besichtigt werden können.
Gleichzeitig stellen sich die Künstler
der Ausstellung-in-Ausstellung-Atmosphäre
ganz individuell: Der in Heidelberg
geborene Julian Feritsch hat eine übrig gebliebene Stellwand mitten in den
Raum platziert und eine seiner filigranen,
konstruktivistisch-zeichnerischen
Stahlskulpturen dagegengelehnt, während
die aus der Schweiz stammende
Künstlerin Nora Rekade sich von den überall im Raum verbliebenen, oft sehr
poetischen Werktiteln Kergs wie „Steine
müssen wieder blühen“ oder „Beseelte
Materie“ zu eigenen Bildern und Objekten
inspirieren ließ.
Indem der in Südtirol aufgewachsene
Helmut Heiss einen erstaunlich echt wirkenden,
digital in Originalgröße ausgedruckten „Flickerlteppich“ auf dem Boden
ausrollt, verleiht er dem Ganzen eine
provokant wohnzimmerartige Note. Dazu
lässt die Österreicherin Julia Hohenwarter,
die neben Kunst auch Architektur
studiert hat, rote Ringe aus Stahl mit
dem Titel „Ich bin vorübergehend in der
Stadt“ durch den Raum tanzen (mit Referenz
auf die Künstlergruppe der „Gläsernen
Kette“). Außerdem hat sie einige
wenige kleinformatige, dreidimensional
angelegte Modellskizzen direkt auf die
Wände gezeichnet, die in ihrer Zartheit
auf die kahlen weißen Flächen und das
Verdecken des dahinter Bestehenden
verweisen.
Mit der Überblendung mehrerer semantischer
Ebenen und der gleichzeitigen
Auflösung einzelner Gattungen ist „double feature“ ausgesprochen interessant.
Darüber hinaus bekommt man
Lust, sich neu mit den Werken des renommierten
Malers Kerg zu befassen, der
selbst künstlerisch-mediale Grenzen
sprengte. |


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MUSEUM THEO KERG: 8. MAI – 5. JUNI 2011
Sonderausstellung DOUBLE FEATURE
Julia Hohenwarter (A) Nora Rekade (CH) Helmut Heiss (I) Julian Feritsch (D)
Absolventen der Akademie der Bildenden Künste Wien
Vernissage: Sonntag, 8. Mai 2011, 11 Uhr
Begrüßung: Bürgermeister Hansjörg Höfer
Einführung: Stefanie Müller, M.A., Kuratorin Kunsthalle Mannheim
Öffnungszeiten: sa + so: 14 - 17 Uhr, mi: 17 – 19 Uhr und nach Vereinbarung
Kontakt: museum@kk-schriesheim.de oder Tel / Fax: 06203 952819
Nora Rekade, Helmut Heiss, Julian Feritsch, Julia Hohenwarter
Als „double feature“ bezeichnet man ein Doppelprogramm von zwei Filmen, die als Kombination in einer Vorstellung im Kino gezeigt werden. Zusammengestellt wird es oft aus einem A-Film mit hohen Produktionskosten und aus einem B-Film aus dem Low-Budget-Bereich. Double features waren vor allem in den 1930er und den 1940er-Jahren in den USA und England verbreitet und resultierten aus der Filmpolitik der Hollywoodstudios.
Für ihre Ausstellung im Museum Théo Kerg übertragen die Künstler, Julian Feritsch, Helmut Heiss, Julia Hohenwarter und Nora Rekade das Konzept des Double Features auf die räumliche Situation im Ausstellungsraum. Die für Sonderausstellungen geplante Ausstellungsarchitektur setzt sich über den tatsächlichen Raum hinweg und erzeugt in Form einer konstruierten Hülle eine Raumcollage, welche teilweise den dahinterliegenden Raum wieder hervortreten lässt. Dieser Versuch des Ausblendens zeigt gleichzeitig dessen Unmöglichkeit und das Scheitern eines „räumlichen Wegdenkens“. Die Ausstellung findet in diesen gedanklichen Zwischenräumen statt und stellt den Bezug zu den verdeckten aber dennoch präsenten Arbeiten Théo Kergs her. „Wenn die Bildfläche die Wand definiert, dann definiert die Collage den Raum zwischen den Wänden“.¹
Im Ausstellungsraum werden sowohl eine raumgreifende Installation als auch einzelne skulpturale sowie bildnerische Eingriffe gezeigt.
Julian Feritsch, Helmut Heiss, Julia Hohenwarter und Nora Rekade leben und arbeiten zur Zeit alle in Wien und haben auf der Akademie der Bildenden Künste studiert.
¹) In der weißen Zelle: Inside the White Cube, Brian O´Doherty, Merve 1996
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Ausstellungsansichten Double Feature –
Fotos: Museum |
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Schriesheim: Vier Künstler der Wiener Akademie der Bildenden Künste stellen im Museum Théo Kerg aus
Eine Art positive "Hausbesetzung"
Von unserer Mitarbeiterin Linda Wallitzer
In einem spannenden Prozess haben vier junge Künstler das Haus in Besitz genommen. So formuliert es Lynn Schoene, die Leiterin des Museums Théo Kerg in Schriesheim: "Sie haben die Situation gemeinsam erörtert, sind auf die Räumlichkeiten eingegangen, haben Standorte ausprobiert. Auch sind vor Ort Gegenstände entstanden."
Sozusagen als "Hausbesetzung", im positiven Sinne, entstand die am Sonntagvormittag eröffnete Sonderausstellung "Double Feature" mit vier Studenten und Absolventen der Akademie der Bildenden Künste Wien: Julia Hohenwarter, Nora Rekade, Helmut Heiss und Julian Feritsch (wir berichteten vorab). Seitens des Kulturkreises Schriesheim als Veranstalter beglückwünschte Schoene das Künstlerquartett und drückte große Anerkennung und Begeisterung für das aus, "was sie aus dem Museum gemacht haben". Auch Bürgermeister Hansjörg Höfer zeigte sich als Schirmherr angetan vom "jungen Künstlerleben".
"Die im Kooperativ installierte Ausstellung ist im Sinne eines Gesamtkunstwerks ein Hybrid von Skulptur, Objekt und Display zwischen Raumgestaltung und raumgreifender Installation", beschreibt Stefanie Müller von der Mannheimer Kunsthalle als Einführende, was den Betrachter erwartet. Dennoch ist das, was hier teilweise leicht und flüchtig präsentiert wird, ein Bündel präzise durchdachter Eingriffe in die vorhandene Fachwerkarchitektur.
Die Kunstreferentin erläutert die Ausstellungsarchitektur, die sich über den tatsächlichen Raum hinwegsetzt, sich die unterschiedlichen Konstellationen zu eigen macht und die Grenzen zwischen Werk und Raum auflöst.
Dass die Beschäftigung mit bildhauerischen Problemstellungen auch mit Humor erfolgen kann, zeigen Julian Feritschs Arbeiten. Helmut Heiss dahingegen ziehen Gegensätze an. Nora Rekade hat sich für ihre Intervention "Unorte" gewählt: Sie besetzt mit ihren Collagen nicht nur Wände, sondern auch Nischen oder Türstürze. Eine Anhäufung aus mehreren, lose miteinander verbundenen Stahlringen von Julia Hohenwarter scheint wie achtlos auf den Boden hingeworfen zu sein, weist aber doch ein System geometrischer Ornamentik auf.
Für die Referentin sind Ort und Objekte der Künstler nicht einfach nur neutrale Werte, sondern "gesellschaftliche Konstruktionen". Und sie
ergänzt: "Da man als Künstler auf die Welt einwirkt, hat man eine moralische Verpflichtung, dieser Einwirkung eine sinnvolle Richtung zu geben und dem Betrachter neue Wahrnehmungsmöglichkeiten zu erschließen."
Mannheimer Morgen
10. Mai 2011
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| RNZ von Montag, 09.05.2011
„Vier Künstlern ist Architektur nicht einerlei“
Gestern eröffnete die Sonderausstellung „Double Feature“ im Museum Théo Kerg – Werke sind bis 5. Juni zu bewundern
Schriesheim. (keke) Eine „Hausbesetzung“,
wie von Lynn Schoene beschrieben,
ist die gestern eröffnete Sonderausstellung „Double Feature“ mit Arbeiten
von vier Absolventen der Akademie
der Bildenden Künste Wien nun doch
nicht so ganz. Aber ein kleines bisschen
hat die Leiterin des Museums Théo Kerg
dennoch recht. Haben die Österreicherin
Julia Hohenwarter, die Schweizerin Nora
Rekade, Julian Feritsch aus Deutschland
und Helmut Heiss (Italien) in der Tat
die Räumlichkeiten mit ihren Installationen
bis zum 5. Juni gänzlich für sich in
Besitz genommen.
Zeitgenössische Kunst präge das Haus
und fordere deshalb andere Künstler heraus,
die mit ihren Werken auf diese
Räumlichkeiten eingehen wollten, so
Schoene. Man könne das Ganze aber auch
umgekehrt sehen: „Junge Künstler fordern
die Museumsräume und die Ausstellungsmacher
heraus“. Bürgermeister
Hansjörg Höfer verhehlte seine Bewunderung
nicht, mit welcher „Konsequenz
und Entschlossenheit“ die jungen Künstler
ihre Standpunkte durchgesetzt hätten.
Schoene und dem Kulturkreis-Vorsitzenden
Albert Kesseler gelinge es immer
wieder, das Museum „mit jungem
Künstlerleben“ zu (er)füllen.
„Roter Faden“ aller Arbeiten ist eine
auf das Äußerste verringerte Gestik. Indem
das Quartett mit seinen skulpturalen
Arbeiten zum einen die Grenzen klassisch-
plastischer Möglichkeiten auslotet,
so die Kunsthistorikerin Stefanie Müller,
erprobe es sich auf der anderen Seite
mit traditionellen Materialien wie Metall
und Holz, Papier und Stoff auf frische
unbeschwerte Art. Die Ausstellung,
so die Kuratorin der Kunsthalle Mannheim,
verstehe sich im Sinne eines Gesamtkunstwerks
als ein „Hybrid zwischen
Skulptur, Objekt und Display, nur
kurze Zeit bestehender Raumgestaltung
und raumgreifender Installation“.
Der Ort der Kunst, seine Einrichtung
und ihre Vertreter bildeten die gemeinsame
Grundlage, Methode und das Thema
der Arbeiten. Einerseits nehmen sie
auf die vorhandene räumliche Situation
Bezug, schaffen andererseits aber durch
eingefügte architektonische Elemente
neue, eigenständige Raumstrukturen, „die von den Künstlern selbst konstruiert
wurden, um die starren Ordnungen
der Räume und ihren dominanten Architekturcharakter chitekturcharakter
in Auflösung zu versetzen“.
Dass die Beschäftigung mit Bildhauerei
durchaus mit Humor erfolgen kann,
zeigen Feritschs Arbeiten. Er begreift
Kunst als Kommunikationssystem, in
dem es in Fotogrammen, Diaprojektionen
und feingliedrigen Plastiken stets um
das Verhältnis zwischen Dingen und
Menschen geht. Die Bedeutung der Arbeiten
von Julia Hohenwarter beruht vor
allem auf dem Raumbezug ihrer Objekte
und dem spezifischen Einsatz von Material
und Farbe. Helmut Heiss ziehen von
einem humorvollen Charakter durchzogene
Gegensätze an. Wie beispielsweise
sein „Fleckerlteppich“. Über den zu
schreiten sich kein Kunstfreund traut. Bis
dieser entdeckt, dass der Teppich nicht
handgewebt, sondern nur auf Papier gedruckt
ist.
Nora Rekade besetzt mit ihren Collagen
Wände, Nischen und Treppenabsätze.
Aus Fotokopien, Fundstücken und
Farbe hat sie eine fabulierende und geheimnisvolle
Serie aus Erinnerungsfragmenten
entstehen lassen, die sich mit
den Werken Théo Kergs verweben. |

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Schriesheim: Quartett aus Wien stellt ab morgen seine Werke aus / Vernissage um 11 Uhr
Kerg-Museum fordert junge Künstler heraus
Von unserer Mitarbeiterin Linda Wallitzer
"Wir haben die Räumlichkeit des Kerg-Museums als Herausforderung angenommen", so die gemeinsame Erklärung von vier Absolventen der Akademie der Bildenden Künste Wien. Sie gestalten zusammen die Sonderausstellung, die am morgigen Sonntag, 8. Mai, um 11 Uhr eröffnet wird.
Die Künstler Julian Feritsch, Helmut Heiss, Julia Hohenwarter und Nora Rekade haben ein Darstellungskonzept für die von Fachwerkarchitektur geprägten Räume erarbeitet, das aufmerken lässt. Einen ersten Blick in die Ausstellung gewährten die Kulturkreis-Organisatoren rund um Lynn Schoene zusammen mit dem Künstlerquartett bereits gestern Nachmittag.
Im Foyer erwartet den Besucher der Anblick eines dunkelgrauen raumhohen Koloss-Quaders, der schräg an die hier etablierte Vitrine lehnt. Darin
- sozusagen als Hingucker auf die im Museum installierten Objekte - kleine Einzelteile wie ein roter Eisenring oder ein Textilobjekt.
Einzig ein Schwarz-weiß-Baryt-Foto von Julian Feritsch hängt hier - quasi als Abbild seiner Formensprache. Von ihm, 1980 in Heidelberg geboren und seit 2008 an der Wiener Akademie der bildenden Künste tätig, befindet sich eine filigrane Skulptur in der Vitrine; ein raumhohes Pendant hat er im Ausstellungsteil im Obergeschoss mitten in den Raum gestellt, umgeben von einer neutralen Stellwand.
Wie einen roten Faden haben die jungen Künstler, die überwiegend dreidimensional arbeiten, die vorgegebenen Räumlichkeiten in ihre künstlerische Aussage einbezogen. So verstärkt eine schräg an die Treppe zur nächsten Ebene gestellte weiße Wand die Situation hier.
Vier Künstler, vier Ansätze
Trotz des gemeinsamen Konzepts hat jeder seine eigene Position ausgearbeitet. Die Ansätze fallen sehr unterschiedlich aus. Nora Rekade, 1977 in St. Gallen in der Schweiz geboren, hat Kerg-Werke anhand von dessen Bild-Titeln als Collage oder Installation (am Treppen-Aufgang zu entdecken) interpretiert.
Der in Bozen in Südtirol geborene Helmut Heiss präsentiert "betretbare Kunst" in Form einer Abbildung eines Flickerl-Teppichs, der zu einem riesigen Monolithen hinführt. Heiss lässt den Betrachter selbst entscheiden, ob er über den Teppich läuft, und wie weit er sich mit der dahinter stehenden, künstlerischen Aussage auseinandersetzt. Der Marmorblock - ein klassisches Symbol aus der Bildhauerei - ist ebenfalls eine optische Täuschung und besteht aus Stoff, auf einem Gestell gespannt. Kleine, leicht zu übersehende Wachszeichnungen an den Wänden und rote Stahlringe präsentiert Julia Hohenwarter (1980 in Wien
geboren) - gegensätzlicher können künstlerische Aussagen kaum sein.
Dabei zeigen beide Ausdrucksarten klare Strukturen - geprägt vom Architekturstudium vor dem Studium der Bildhauerei an der Akademie. Das Durcheinander der Anhäufung der roten Stahlringe ergibt ihrer Ansicht nach wiederum eine Regelmäßigkeit. Sie hat ihre Definition gefunden.
Mannheimer Morgen
07. Mai 2011
Weitere Informationen:
Vernissage, Sonntag, 8. Mai, 11 Uhr, Museum Théo Kerg.
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| RNZ von Samstag/Sonntag, 07./08.05.2011
„Zwischen Raum und Realität “
Am Sonntag eröffnet die Sonderausstellung im Kergmuseum - Vier Absolventen der Wiener Kunstakademie stellen aus Von Nadja Müller
Schriesheim. Am Eingang lehnt sich eine
kubische Struktur auf eine spärlich bestückte
Vitrine, die Objekte aus dem oberenGeschossdesKergmuseumsandeutet.
Der Kubus entzieht sich einer klaren
Kategorisierung und spannt den Bogen
zwischen Ausstellungsarchitektur (Display)
und Objekt. Dieses Oszillieren zieht
sichdurchmehrereArbeitenderaktuellen
Ausstellung„Doublefeature“mitWerken
von vier Absolventen der Akademie der
Bildenden Künste Wien. Der Ansatz von
Julia Hohenwarters Skulptur „Freunde,
ich bin vorübergehend in der Stadt. Glas
hat recht...“ etwa richtet sich gegen seine Ästhetik. Helmut Heiss platziert am Boden
des Obergeschosses den großformatigen
Ausdruck eines Teppichs. Julian Feritschs
Fotogramme übertragen diese
räumliche Sensibilität ins Zweidimensionale.
Und Nora Rekade bezieht sich auf
die Titelschilder der Arbeiten Kergs, aus
denen sie Collagen und Objekte produziert.
Raum und Realität sind in der Ausstellung
zentrale Komponenten, sehen die
Künstler das Museum doch in einer Art
konstruierten Hülle, was realen und irrealen
Raum gegenüberstellt und verschachtelt.
Dieses Thema lässt sich bis ins
19. Jahrhundert zurückverfolgen:
Kunstkritiker Clement Greenberg etwa
sieht die Anfänge der Abstraktion von
Malerei in den Werken von Auguste Rodin und Claude Manet. Anders ausgedrückt
bedeutet das, dass die Gattungen nicht
mehr den Anspruch haben, Realität und
damit Raum illusionistisch abzubilden.
Künstler des 20. Jahrhunderts gingen
diesen Weg weiter: Malerei stellte oft
nichts mehr dar, Bilder wurden zu Objekten
und verkörperten das, was sie im realen
Raum sind: Leinwand und Farbe. Die
Kunstwarhier weniger in der technischen
Ausführungzusuchen,sonderninderIdee
dahinter. Vom Betrachter verlangt das
viel–auch noch im21.Jahrhundert.
Info: Ausstellungseröffnung am Sonntag,
8. Mai, 11 Uhr im Museum Théo
Kerg, Einführung von Stefanie Müller,
KuratorinKunsthalleMannheim |

| RNZ von Freitag, 08.04.2011
„Künste existieren nicht isoliert voneinander“
Taktilist Théo Kerg und Komponist Igor Strawinski: Ein Abend der besonderen Töne und Farben im Schriesheimer Kerg-Museum
Schriesheim. (keke) Hier der Schöpfer
des „Betonvogels“, dort der Komponist
des „Feuervogels“: Es war einer jener seltenen Augenblicke, an denen die Götter
die Sterblichen ein wenig an ihrem Glück
teilhaben lassen. Der luxemburgische Geschichts- und Musikwissenschaftler Marc Jeck vernetzte Mitte der Woche im
Rahmen eines Abends der besonderen Töne und Farben den Maler Théo Kerg und
den Komponisten Igor Strawinsky zu einer Einheit, der Vania Lecuit (Geige) und
Judith Lecuit (Cello) mit Kompositionen
von Händel-Halvorsen, Ravel, Honegger
und Entringer-Hein weitere musikalische Glanzlichter hinzufügten.
„Große Künstler unterscheiden sich
von ihren Zeitgenossen durch die Originalität ihrer Sichtweise und die Individualität ihres Stils“, so Jeck. Sie schaffen in ihren Werken neue Zusammenhänge zwischen den Dingen und eröffnen dem Betrachter durch ihreKunst unbekannte Erfahrungsräume. Was gleichermaßen auf
den großen Sohn Luxemburgs, Théo
Kerg, wie auf Strawinsky zutrifft.
„Ich gehe von der Farbe aus wie ein
Musiker vom Ton“, hat Kerg einmal im
Dialog mit dem auch als „Picasso der Musik“ titulierten Strawinsky geäußert. „Der mit offenen Augen Musik hörte und Augen für die Kunst hatte“, wie Marc
Jeck offenbarte. Und mit dem Lesen von
Briefen aus dem Privatarchiv Théo Kergs
noch sehr viel mehr Parallelen des „schöpferischen Appetits“ der beiden Genies aufzeigte. Denn: „Die Künste existieren nicht isoliert voneinander, sondern
ziehen einander ins Gespräch.“
Genau vor 80 Jahren waren sich der
damals 22-jährige Kérg und Strawinsky
in der besonderen künstlerischen Atmosphäre von Paris erstmals begegnet. Kerg
nahm Klavier- und Gesangsunterricht
und entwickelte rasch ein Gespür für die
Vernetzungen seines malerischen Kosmos mit der Ars musica. „Ich gehe von
der Farbe aus wie ein Dichter vom Wort
oder ein Musiker vom Ton“, zitierte Jeck
aus einem Brief Kérgs: „Ich beginne mit
einem Farbfleck, der, auf die leere Leinwand gesetzt, zu wirken beginnt: Er
wirkt in meinem Geiste, ruft Erinnerungen hervor, verwandelt sich, paart sich,
kombiniert sich, formt meinen Geist, Gedanken und Gefühle und formtmeine bestimmteWelt“. Strawinsky drückt es profaner aus: „Komponisten verbinden Noten: Das ist alles.“
Jenes Wechselspiel zwischen Spannung und Entspannung, das Kérg wie
Strawinsky zueigen war, zeigten die beiden Musikerinnen Vania und Judith Lecuit an Maurice Ravels Sonate für Violine
und Violoncello als ein musikalisches Experimentieren auf, das in seinen Klangausbrüchen schnurgerade zu Kergs Taktilismus hinführt. Oder wie es Kerg selbst
formulierte: „Die Werke leben zwischen
Meditationsraum und Erregungsraum“.
Auch Paul Klee, dessen Schüler Kerg
1932 an der Kunstakademie Düsseldorf
wurde, war von Strawinskys Musik begeistert. Er notierte in seinem Tagebuch,
dass die Musik seine „Geliebte“ sei, die
Malerei dagegen eine „ölriechende Pinselgöttin, die ich bloß umarme, weil sie eben
meine Frau ist“. Alles verwandele sich in
einem bestimmten Rhythmus, bekennt
Kerg, der ein Gefühl für die musikalische
Sensibilität seines Lehrmeisters sowie dafür bekommt, dass Rhythmus auch in der
Malerei eine gewichtige Rolle spielt. Eine
weitere Gemeinsamkeit zwischen Kerg
und Komponisten wie Strawinsky ist seine Vernetzung mit der Literatur und dem
geschriebenenWort.
Wie wichtig Buchstaben und Wörter
für Kerg waren, der schon früh Buchstaben in seinem künstlerischen Schaffen
einsetzte, beweist das Schriesheimer
Kerg-Museum in vielfältiger Art undWeise. „Hier ist ein Musizieren mit allen Materialien, ein Tonsetzen der Elemente“,
hat es der ehemalige Direktor des Gutenberg-Museums Mainz, Dr. Hans Halbey,
beschrieben. Während Kerg selbst sein
Environment „Mur de Lumiére“ im Mortuarium des Mannheimer Hauptfriedhofs
als ein „Musizieren in Beton und Glas“ bezeichnet hat. Mit „DeWéngertsmann“,
einem Requiem, das noch heute erklingt,
wenn ein Winzer an der Luxemburger
Mosel zu Grabe getragen wird, setzten Vania und Judith Lecuit den musikalischen
Schlussakkord.
Diesem ließ Weinkönigin Sandra mit
der Ziehung eines zweitägigen Luxemburg-Besuchs noch einen weiteren Höhepunkt folgen. Maren Fahmi aus der Römerstraße darf mit Marc Jeck unter an
derem die 23 Kilometer langen Kasematten in Luxemburg besichtigen. Museumsleiterin Lynn Schoene, Kulturkreis-Vorsitzender Albert Kesseler und Bürgermeister Hansjörg Höfer kamen sich „wie
im Film“ vor und waren sich darin einig,
durch Marc Jeck „Théo Kerg so nahe wie
selten zuvor gekommen“ zu sein.
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Schriesheim: Lesung aus Briefen des Malers und Musik seiner Weggefährten zum 40. Todestag von Igor Strawinski
Théo Kerg, seine Kunst und die Musik
Von unserer Mitarbeiterin Gerlinde Gregor
Was ein Maler mit seinen Farben, ausdrückt, das macht ein Musiker mit seinen Tönen. Beide eröffnen dem Betrachter oder Zuhörer damit unbekannte Erfahrungswerte. "Ich gehe von der Farbe aus wie ein Musiker vom Ton", formulierte der Künstler Théo Kerg einst, den mit dem Komponisten Igor Strawinski eine innige Freundschaft verband.
Zum 40. Todestag Strawinskis am 6. April lud das Théo Kerg Museum am Mittwoch zu einem außergewöhnlichen Abend ein. Mit Musik und Lesungen aus persönlichen Briefen des großen Luxemburger Künstlers Théo Kerg, gelesen von Marc Jeck. Die Besucher erhielten so einen Einblick in das Leben und in die Seele dieses bedeutenden Malers, der auf dem Gebiet der abstrakten Kunst Pionierarbeit geleistet und neue Erfahrungsmöglichkeiten im Wechselspiel mit den Materialien an den Tag gelegt hat, wie Jeck sagte.
Der Referent schlug gleich den Bogen zu Igor Strawinski. An diesem Abend, dem 40. Todestag des Komponisten, der ebenfalls ein großer Kunstliebhaber war, der stets einen Dialog mit dem Maler gesucht habe, und der vor bedeutenden Werken lange meditieren konnte, wolle er den Versuch starten, diese beiden Künstler miteinander zu vernetzen. Nicht von ungefähr werde Strawinski auch als der Picasso der Musik verstanden.
Zwischen beiden gebe es mehr Parallelen als man denke. Man werde staunen, welch schöpferische Kraft von beiden ausgeht, vom Komponisten des Feuervogels und vom Schöpfer des Betonvogels. Jeck deutete auf das im Museum ausgestellte Werk. Beide wurden von Paris inspiriert, einer Stadt, in der Künstler aller Gattungen Hand in Hand zusammenarbeiten.
Diese Stadt sei ein fruchtbares Terrain für Vernetzungen zwischen den Künstlern.
Briefe deutsch und französisch
Jeck dankte der Familie für die Bereitstellung der Briefe aus dem Privatarchiv, die die Vernetzung von Kerg mit der Musik unter Beweis stellen. Auffallend war, dass Kerg seiner Mutter in Deutsch schrieb, während er die Briefe an seine Schwester in französischer Sprache verfasst hatte. Kerg, der die meiste Zeit seines Lebens in Paris verbrachte, wo er sich mit Musikern, Komponisten, Schriftstellern und Malern künstlerisch auseinandersetzte, war von der künstlerischen Atmosphäre dieser Stadt begeistert.
Mit privatem Deutschunterricht habe er seinen Lebensstandard finanziert, berichtete der Referent weiter. Außerdem habe er seine Stimme ausbilden lassen und Klavierunterricht genommen. Ebenso wie Strawinski, so sei auch Kerg ein Arbeitstier gewesen, den man bereits in frühen Morgenstunden in den Pariser Markthallen angetroffen habe.
Zeit seines Lebens sei er mit der Musik verbunden gewesen, und das zeige sich auch in vielen seiner Werke.
Vania Lecuit, eine der begnadetsten Geigerinnen Luxemburgs, und Judith Lecuit Cellistin und Mitglied des Orchestre de Chambre de Luxembourg spielten Werke von Johan Halvorsen, Maurice Ravel, Arthur Honegger, alles Wegbegleiter von Kerg. Der musikalisch-literarische Abend klang mit "Mäi Wéngert" aus, einem Requiem für einen Winzer.
Abschluss und Höhepunkt war schließlich die Bekanntgabe des Gewinners, der die Quizfrage, was eine Katakombe ist, richtig beantwortet hatte.
Weinkönigin Sandra zog die Gewinnerin: Maren Fahmi aus Schriesheim darf sich auf einen Luxemburg-Trip freuen.
Mannheimer Morgen
08. April 2011
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Museum Théo Kerg
Mittwoch, 6. April, 19.30 Uhr
"Ich gehe von der Farbe aus wie ein Musiker vom Ton"
Théo Kerg und die Musik
(zum 40. Todestag von Igor Strawinski, 06. April 1971)
Marc Jeck, Idee und Text
Vania Lecuit, Geige
Judith Lecuit, Cello
Mit freundlicher Unterstützung des Luxembourg City Tourist Office.
Nach dem Konzert (gegen 21 Uhr) Empfang mit "Luxemburger Crémant" und ein Gewinnspiel!
Eintritt Abendkasse : € 10,- (Student/Innen, Schüler/Innen und Azubis : € 5,-)
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L’oiseau de béton – Betonvogel: Théo Kerg 1963
(Foto: NINI)
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Der luxemburger Geschichts- und Musikwissenschaftler Marc Jeck vernetzt bei
diesem abwechslungsreichen Vortrags- und Konzertabend den Schöpfer des Betonvogels mit dem Komponisten des Feuervogels – Kerg und Strawinski, die sich
in der besonderen künstlerischen Atmosphäre der Stadt Paris in den 1930er Jahren
kennengelernt haben. In dem spannenden Wechselspiel der Künste wird
insbesondere die "musikalische Seele" von Théo Kerg beleuchtet. Die zahlreichen
Verbindungen des ersten abstrakten Künstlers des Großherzogtums zu bedeutenden
Musikern und Komponisten werden musikalisch von dem bestbekannten
Luxemburger Duo Vania und Judith Lecuit (Geige und Cello) illustriert.
Dabei bildet das Museum Théo Kerg als "ein Musizieren mit allen Materialien" den
geeigneten Rahmen für einen Abend der besonderen Töne und Farben.
Das musikalische Programm umfasst Passacaglia von Händel-Halvorsen, Sonate für
Geige und Cello von Maurice Ravel, Sonatine für Geige und Cello von Arthur
Honegger, und sogar ein Luxemburger Lied.
Nach dem Konzert (gegen 21 Uhr) wird zu einem Empfang mit "Luxemburger
Crémant" eingeladen. Zudem haben die anwesenden Kunst- und Musikliebhaber
noch die Möglichkeit, an einem Gewinnspiel teilzunehmen! Zu gewinnen ist ein Wochenende in Luxemburg, einschließlich 2 Übernachtungen in einem zentral gelegenen Hotel im Luxemburg-Stadt, ein Mittagessen mit Luxemburger Spezialitäten, sowie ein reichhaltiges kulturelles Besichtigungsprogramm, u.a. der Besuch der Heilig-Geist-Kirche Luxemburg-Cents mit der einzigartigen Glas-Beton-Environnement Théo Kergs. Als Glücksfee beim Gewinnspiel wird die frisch gekrönte Schriesheimer Weinkönigin Sandra in Begleitung ihrer Prinzessinnen Sophie und Almut agieren. So wird sie das Los mit der korrekten Lösung ziehen und den Hauptgewinn dem glücklichen Gewinner überreichen.
Biografien:
Marc Jeck studiert Geschichts- und Musikwissenschaft in Strasbourg und Nancy. Er publiziert zahlreiche Artikel über das Musikleben und die Kulturlandschaft Luxemburgs (Laaber-Verlag, Konradin-Medien, Zeitverlag, Saint-Paul Luxembourg u.a.). Darüber hinaus war und ist er Referent für Einführungsvorträge beim Orchestre Philharmonique de Strasbourg (1996–1998), bei den Bregenzer Festspielen (1997–1998), beim Orchestre Philharmonique du Luxembourg (2004–2010), der Philharmonie Luxembourg u.a. Seit 1997 ist Marc Jeck Kantor an der Heilig-Geist-Kirche in Luxemburg-Cents, wo Théo Kerg ein einzigartiges Glas-Beton-Environnement realisierte.
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Duo Vania und Judith Lecuit
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Vania Lecuit (Geige) ist eine der begnadetsten Geigerinnen Luxemburgs. Im Alter von 7 Jahren beginnt sie mit dem Geigenspiel und erhält bereits mit 14 Jahren einen Ersten Preis am Musikkonservatorium der Stadt Luxemburg. Ihr Studium führt sie dann weiter über Metz nach Paris (Studium mit Veda Raynolds). Nach dem Abitur besucht sie die Klasse des spanischen Geigers Leon Ara am Königlichen Konservatorium in Brüssel. Von 1992 bis 1995 ist Vania Lecuit Stipendiatin der berühmten Chapelle Musicale Reine Elisabeth, wo sie den "prix de virtuosité" mit "grande distinction" erhält. In Brüsssel ist sie eine der Lieblingsschülerinnen des ungarischen Geigers André Gortlar. Als privilegierte Kammermusikpartnerin spielt die Gewinnerin internationaler Musikwettbewerbe in diversen Ensembles. Als Solistin tritt sie mit dem Orchestre national de Belgique, dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg, dem Orchester des Saarländischen Staatstheaters Saarbrücken, der Philharmonie von Sofia und dem Kammerorchester Lettland auf.
Anlässlich der "World Music Days" im Jahre 2000 wird Vania Lecuit von der internationalen Presse gefeiert. Neben ihrer Konzerttätigkeit ist Vania Lecuit Lehrerin am Musikkonservatorium der Stadt Luxemburg. 2004 gründet sie zusammen mit ihrer Schwester Judith Lecuit das Lecuit-Quartett.
Judith Lecuit (Cello) zählt zu den aktiven Musikern der Luxemburger Kulturszene. Ihre ersten musikalischen Schritte erhält sie an den Konservatorien von Luxemburg, Esch und Metz und wird Preisträgerin bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Ihre Ausbildung verläuft größtenteils in Deutschland: Studium an der Musikhochschule Köln bei Prof. C. Kanngiesser und Solistendiplom an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart bei Prof. R. Gleißner. Weitere Impulse erhält sie bei Meisterkursen von berühmten Cellisten wie Ch. Bunting und D. Chaffran bei Kammermusikkursen des Amadeus Quartetts und des Alban Berg Quartetts. Während ihres Studiums wird sie Mitglied des European Youth Orchestra, des Gustav-Mahler-Jugendorchesters und des RIAS-Jugendorchesters Berlin. Ein Stipendium an der Akademie der Deutschen Staatsoper Berlin unter Daniel Barenboim eröffnet ihr das große Opernrepertoire. Als Mitglied des Ariosa-Quartetts erwirbt sie wertvolle Erfahrungen als Kammermusikerin. Zur Zeit ist sie Mitglied des Orchestre de Chambre de Luxembourg und spielt zahlreiche Konzerte als Solistin oder Kammermusikerin in Luxemburg, Deutschland, Frankreich und der Schweiz.
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Mannheimer Morgen vom
01. April 2011
Schriesheim: Tom Feritsch spricht beim Kulturkreis über Kunstverständnis
Kunst verlangt auch etwas Gebildetheit
"Der Titel ist etwas reißerisch", räumt Künstler und Kunsterzieher Tom Feritsch zum Auftakt der dreiteiligen Gesprächsrunde "Anleitung zum Kunstgenuss" ein. Kulturkreis Schriesheim (KKS), Museum Théo Kerg und die Volkshochschule haben gemeinsam dazu eingeladen.
Wie schaut man Kunst an? Gibt es Regeln und Kriterien? Mit solchen Fragen sind KKS-Organisatoren des Kerg-Museums schon häufig konfrontiert worden, bis hin zu Überlegungen wie: "Muss man Kunst verstehen, um sie zu genießen?" oder "Wie erklärbar ist Kunst?" Solche Fragen stellen sich vor allem dann, wenn es um die hier gezeigte zeitgenössische Kunst geht.
Feritsch, 1946 in Freiburg geboten, lebt und arbeitet seit 1973 in Mannheim. Er beschreibt an diesem Abend gängige Methoden für die Bildbetrachtung mittels eines kleinen kunsthistorischen Ausflugs, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass Kunst abhängig ist von der Gesellschaft, in der sie entsteht. Künstler haben in jeder Epoche sehr früh neue Aspekte in ihre Arbeiten eingebunden und soziales Mitdenken sowie politisches Engagement gezeigt.
Zudem bedarf es "einer gewissen Gebildetheit, um sich damit auseinanderzusetzen", betont Feritsch. Für ihn als Kunsterzieher sei es wichtig, bereits früh, möglichst schon in der Schule, weit verbreiteter Voreingenommenheit und Vorurteilen gegenüber der Kunst entgegenzuwirken, obwohl sich lediglich zehn Prozent der Bevölkerung mit diesem Thema befassten.
Angesichts der Tatsache, dass es heute für Kunst keine Grenzen gibt, ist es auch kaum möglich, aktuelle Kunst vollends zu verstehen. Daher sollte der Betrachter mit sich selbst ausmachen, welche Art von Kunst er bevorzugt, ganz gleich, ob er auf die emotionale Wirkung der Farben anspricht oder auf reduzierte Motive: "Man muss nicht verstehen, was da gemacht wird." Die Werke Théo Kergs, von Feritsch als Klassiker bezeichnet, seien leicht verständlich.
Die nächsten Termine
Die nächste Gesprächsrunde findet am Mittwoch, 13. April, im Museum statt. "Nicht leicht verstehbar" wird das sein, was die jungen Künstler
- allesamt Absolventen der Akademie der Bildenden Künste Wien - anlässlich der Sonderausstellung "Skulptur und Installation" ab 8. Mai im Kerg-Museum zeigen. In der Gesprächsrunde am 11. Mai wird man sich damit auseinandersetzen. -lind.
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MM von Samstag, 12. März 2011
Schriesheim: Mathaisemarkt-Kunstausstellung mit Werken von Siegfried Hahold eröffnet
Märchen, Mythen, Meer und mehr
Von unserem Redaktionsmitglied
Hans-Jürgen Emmerich
Eulenspiegel tänzelt auf einem Seil über den Straßen. Nicht in einem
Dorf an der Saale, sondern in
Schriesheim. Das verraten die beiden
stadtbekannten Kirchtürme im
Hintergrund. Der Schriesheimer
Siegfried Hahold, Jahrgang 1929, hat
dieses Werk 2010 geschaffen, als
Hommage an seine Wahlheimat.
Seit gestern ist das Bild in Acryl und
Kohle im Feuerwehrhaus zu sehen,
zusammen mit einer breiten Auswahl
weiterer Werke.
Der scheidenden Weinkönigin
Sonja III. war es vorbehalten, die
Kunstausstellung des Kulturkreises
mit dem Titel „Landschaft und viel
mehr“ zu eröffnen. Menschen, Mythen
und Märchen zeigten diese Bilder
von Hahold, von den Alpen bis
zum Meer, fasste sie treffend zusammen,
was da bis zum Ende des Mathaisemarktes
an den Wänden zu bewundern
ist. Der Kunst und dem
Wein gemeinsam sei, dass die Menschen
sie genießen, schlug Sonja III.
wie immer gekonnt die Brücke zu
den edlen Tropfen der Bergstraße.
„Es sind schöne Bilder“, urteilte
Bürgermeister Hansjörg Höfer und
würdigte den Künstler als verdienten Mann der Stadt: „So jemanden
hat man gerne in seiner Gemeinde.“ Dass hinter Hahold auch soviel
Kreativität stecke, habe er bis heute
nicht gewusst, gestand Höfer.
Das künstlerische Werk des Malers
würdigte Lynn Schoene ausführlich.
Seine langjährige Beschäftigung
zeuge von dem unermüdlichen
Drang Haholds, „sich handwerkliche
Fähigkeiten anzueignen, um zu einer großen Eigenständigkeit und
einer ganz persönlichen Ausdrucksform
zu gelangen“. In seiner großen
Wissbegierde habe der Künstler
nicht gleich den Auftritt in der Öffentlichkeit
gesucht, sonden sehr,
sehr lange an sich gearbeitet. Er
nahm Unterricht bei verschiedenen
bekannten Künstlern der Region,
darunter Rainer Negrelli, und erlegte
sich sogar das Buchbinden selbst als Lernprogramm auf. Die jetzt ausgestellten
Werke stammen aus den
Jahren 2008 bis 2011, und sie wären
nicht denkbar „ohne die Jahrzehnte
des Lernens vorher“, wie Schoene
den Maler zitierte. Mythen und Märchen
seien unter anderem seine
Lieblingsgebiete, „spielerisch illustrativ
und mit einer ordentlichen
Portion verschmitztemHumor“.
„Die Teilnahme an der Mathaisemarkt-
Kunstausstellung war immer
schon mein Wunsch gewesen“, bekannte
Hahold am Rande der Vernissage
im Gespräch mit dem „MM“.
Und fügte hinzu: „Im Stillen habe ich
immer darauf hingearbeitet.“ Besonders
habe es ihn gefreut, dass
Lynn Schoene gesagt habe, es sei
eine Ausstellung, auf die man sich
freuen kann. Und das kann man in
der Tat.
„Landschaften und mehr“
Die Mathaisemarkt-Kunstausstellung
im Feuerwehrhaus mit Werken
von Siegfried Hahold dauert bis
Sonntag, 20. März.
Öffnungszeiten:
samstags, 12 bis 18 Uhr; sonntags,
11 bis 18 Uhr; montags, dienstags
und freitags, 16 bis 19 Uhr. hje
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RNZ von Samstag/Sonntag, 12./13. März 2011
Er sagt genau, wo es langgeht
Der Kulturkreis eröffnete die Mathaisemarktausstellung mit Werken von Siegfried Hahold
Von Nadja Müller
Schriesheim. Mal führt Siegfried Hahold die Betrachter seiner Bilder weit weg ins Unbekannte, mal lässt er deren Blicke auf Landmarken der Heimat ausruhen. Gestern eröffnete der Kulturkreis seine Mathaisemarktausstellung mit einem Künstler, der zwar nicht seit 432 Jahren wie das große Volksfest, aber seit 40 Jahren zu Schriesheim gehört und hier sein halbes Leben verbracht hat.
Das schlägt sich auch in seinen Bildern nieder - im Titel wie im Motiv: Hinter dem kessen Till Eulenspiegel ragen die Türme der beiden Schriesheimer Kirchen auf, und zu einem Baum am verschneiten Ufer gehört der Titel „Winter am Kanzelbach". Überhaupt die Namensgebung: Hahold benennt die oft großformatigen Acryl-Werke der Ausstellung eindeutig. Er spielt nicht mit dem Assoziationsvermögen des Betrachters, sondern sagt ihm gleich, wo es langgeht: Auf einem „undefinierten Pfad im Bergwald" etwa, zu einem „Gipfel in den Dolomiten" oder auf eine „Rheininsel im Morgen".
Haholds Landschaften sind nicht bunt an sich, doch das Grün der Frühlingsbäume lässt er schillern und das Blau der Meereswellen vibrieren. Wenn sich in diese reinen Naturdarstellungen Menschen schieben, dann gehören sie oft in Märchen, wie Till Eulenspiegel, oder in die Mythologie, wie die Nymphe der Diana. Sie vermitteln eine gewisse Leichtigkeit, die einem anderen Themenkreis Haholds völlig abhanden kommt: In diesen Bildern zeigt er fast wehmütig Relikte einer vergangenen Zeit, Überbleibsel von Industriekultur und Zivilisation: eine „ausgediente Anlage" etwa oder jene „letzten Schafe", die am Berg weiden.
So vielfältig wie seine Motive sind die Techniken, derer sich Hahold bedient: Museumschefin Lynn Schoene, die in die Ausstellung einführte, stellte ihn auch als Handwerker vor, der sich seine Fähigkeiten Schritt für Schritt aneignete, seien es Holzschnitt, Aquarellmalerei oder Buchbinderei. Jahrzehnte des Lernens waren für Hahold Voraussetzung, um sich an Ausstellungen zu wagen. In Schriesheim sind jüngere Werke zu sehen, die in den Jahren von 2008 bis 2011 entstanden sind.
Die Vielfalt seines Schaffens hängt an den Stellwänden und steckt in zwei Mappen: Das Blättern darin lohnt sich. Bewegungs- und Gesichtsstudien kommen zum Vorschein, sowie - besonders sehenswert - die filigranen Drucke mit Motiven von verlassenen Industrielandschaften und solchen aus der Heilsgeschichte.
Kunst und Wein hatte Weinkönigin Sonja III. eingangs treffend zusammengeführt: Werke von Winzer und Maler genießt man gleichermaßen und lässt sie auf sich wirken. |


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Mathaisemarkt-Kunstausstellung 2011
Landschaft und viel mehr - unter diesem Motto präsentiert Siegfried Hahold Landschaften von der Nordsee bis in die Alpen: als große Panoramen und im Detail, im großen Format und in kleinen Skizzen. Er zeigt Menschen in der Landschaft, in Mythen und Märchen und bei der Arbeit - von der Illustration bis zum Gemälde, gemalt, gezeichnet und gedruckt.
Vorbild sind ihm alle guten, aussagekräftigen Zeichnungen und Malereien: Von den Höhlenzeichnungen über Illustrationen eines Gustave Doré bis zu den weniger bekannten Buchillustratoren, Comics und Cartoones. Besonders beeindruckt ihn allerdings van Gogh, der den Sprung von der Zeichnung zur sehr farbigen Malerei grandios geschafft hat und dennoch Zeichner blieb.
Heimat ist für den Wahlschriesheimer Hahold das Erzgebirge, dort wurde er 1929 in Brünlos bei Stollberg geboren. Seine künstlerische Kreativität manifestiert sich ganz kindgemäß beim Zeichnen, Malen und Schnitzen im fersehfreien Kindesalltag.
Ein VHS-Zeichen-Kurs (Natur und Perspektive) absolviert er dagegen als älterer Schüler schon mit bewusstem Interesse an der Kunst.
In der Zeit seines Studiums der Elektrotechnik an der TU Dresden verlagert er dieses Interesse vorübergehend auf die Photographie. Später, seit 1958 in Darmstadt ansässig, kehrt er zu seiner Leidenschaft des Zeichnens zurück und belegt dort einen Kurs für freie und angewandte Zeichenkunst, zudem entstehen regelmäßig Kleinauflagen von Linolschnitten.
1980, mittlerweile Bürger der Stadt Schriesheim, beginnt Siegfried Hahold eine systematische Ausbildung in allen zeichnerischen, malerischen und graphischen Techniken und erlernt auch das Buchbinden und die Bildhauerei – neben seiner Arbeit bei der BASF in Ludwigshafen.
Nach der Pensionierung 1992 setzt er seine Schwerpunkte für die Arbeit im selbst ausgebauten Atelier auf Mal- und Druckarbeiten. Dabei intensiviert er seine künstlerische Ausbildung in Abendkursen, Sommer- und Winterakademien und Workshops (u.a. bei W. Schaub, U. Lamp und R. Negrelli).
Von 1995 bis 1999 gibt er seine erworbenen Fähigkeiten als Kursleiter für „Zeichnen und Malen“ an der Akademie für Ältere in Heidelberg weiter. In dieser Zeit beginnt er auszustellen. Er organisiert Einzelausstellungen in Ludwigshafen (BASF und Museum Friesenheim), Laubach (Laubacher Stift) und Heidelberg (Akademie für Ältere 3x) und beteiligt sich an Gruppenausstellungen in Mannheim (BBK Alte Feuerwache) und Schriesheim (Ausstellungen des KKS).
In der diesjährigen Mathaisemarkt-Kunstausstellung zeigt Hahold seine Vorliebe zur realistischen Darstellung. Wir sehen neben Landschaften auch viel Figürliches, oft reduziert, oft kombiniert und Fragen stellend; eine Auswahl geschaffen zur frohen Betrachtung aus Freude an der Zeichnung, an der Vielfalt des Lebendigen.
Die Ausstellung im Schriesheimer Haus der Feuerwehr wird am 11. März um 18 Uhr durch den Schirmherrn Bürgermeister Hansjörg Höfer mit einer Vernissage eröffnet. An den folgenden Mathaisemarkt-Samstagen ist die Ausstellung von 12 bis 19 Uhr,
an den - Sonntagen von 11 bis 18 Uhr und - Montag, - Dienstag und - Freitag von 16 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
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RNZ vom Dienstag, 11. Januar 2011
Dieses Jahr stellt ein Wahl-Schriesheimer aus
Kulturkreis "beruft" Siegfried Hahold zum Künstler der Mathaisemarkt-Werkschau - Märchen kreativ umgesetzt
Schriesheim. (sk) „Wir wollten ein Zeichen setzen und ihm Dank sagen für seine langjährige Unterstützung", sagt Albert Kesseler. Der Vorsitzende des Kulturkreises (KKS) begründet damit die Entscheidung seines Vereins für den Künstler der Mathaisemarkt-Ausstellung, der in diesem Jahr Siegfried Hahold heißt. Zehn Jahre lang gehörte er als Schatzmeister dem KKS-Vorstand an, bis er das Amt im letzten Jahr aus Altersgründen abgab. Doch seine Werke sollen nicht nur aus diesem Grund ab Anfang März im Feuerwehrhaus zu sehen sein, sondern auch, so erklärt Organisatorin Lynn Schoene, „weil wir mit ihm eine Ausstellung bekommen, auf die wir uns einfach freuen können."
Der Kuratorin des Kerg-Museums kommt im Vorfeld die schwierige Aufgabe zu, knapp 40 Werke für die Schau auszuwählen. 2007, als der Wahl-Schriesheimer in der Sammelausstellung „Zwischen Tradition und Fortschritt" einer von 22 Künstlern war; fiel das nicht ganz so schwer, ging es da doch nur um ein Bild, und das war schnell gefunden: Der „Jarmarckt uf Matthia Apostoli", ein großformatiges Bild, das schon thematisch gut zum Volksfest passte. In diesem Jahr kann Schoene dagegen aus dem Vollen schöpfen, und das bedeutet in diesem Fall einen schier unerschöpflichen Fundus an Bildern, Skizzen, Zeichnungen und selbst gebundenen Büchern. In Letzteren sieht man etwa filigrane, mit Bleistift gezeichnete Naturstudien, Tierbilder oder beeindruckende Landschaften, die es als Kohleskizzen, Holzschnitte oder Radierungen gibt. Neben farbenprächtigen Aquarellen gibt es in Haholds Werkstatt auch noch großformatige Landschaften und Auseinandersetzungen mit Märchen, darunter auch Schriesheimer Sagen wie „Der Schatz am Kuhberg".
Auch das Märchen von den „sieben Raben" hat Hahold künstlerisch umgesetzt. Hier kontrastiert das schwarze, fein in Kohle gemalte Federvieh mit dem Hintergrund: Einer in pastelligen Tönen gehaltenen Strahlenburg, die in einer zartfarbigen Landschaft steht. Die „sieben Raben" zeigen nicht nur Haholds technische Vielseitigkeit, sondern auch die Auseinandersetzung des gebürtigen Erzgebirglers mit seiner Wahlheimat. Ein besseres Motiv für das diesjährige Ausstellungsplakat wäre damit kaum denkbar.
Info: Eröffnet wird die MathaisemarktKunstausstellung am 11. März um 18 Uhr im Feuerwehrhaus. |

| Vom Ragtime zum Cool Jazz - Bilder |
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| Fotos: Hans Waldenmayr |

MM von Montag, 21. Februar 2011
Entertainer und andere Jazz-Juwelen
Schriesheim: Gestern Matinee des Kulturkreises mit Professor Stemmler im Museum Théo Kerg
Von unserer Mitarbeiterin Gerlinde Gregor
Musik lag gestern Vormittag in der Luft, und die beherrschte das Kerg-Museum. Sie ließ die Herzen aller Jazzfreunde, die zu dieser außergewöhnlichen Matinee gekommen waren, höher schlagen und brachten das altehrwürdige Museum zum Schwingen.
Lynn Schoene, die die zahlreichen Gäste an diesem Morgen zu einem musikalischen Streifzug durch die Geschichte des Jazzpianos begrüßte, erinnerte an die vielen abwechslungsreichen Veranstaltungen. "Die Matinee hat eine lange Tradition", betonte Schoene und nannte einige weitere Veranstaltungen des Kulturkreises wie heitere Lesungen oder solche mit musikalischer Umrahmung.
Sie freue sich, an diesem Morgen einen ganz besonderen Künstler ansagen zu dürfen, betonte sie. Man brauche ihn niemandem mehr vorzustellen, sei er doch bereits bei Gründung des Kulturkreises dabei gewesen, ein Mann der ersten Stunde also: Professor Theo Stemmler.
Für ihn sei es eine Ehrensache, seine Gage dem Verein zu spenden, dankte Schoene ihm. Als Pianist und Kenner der Geschichte des Jazz spielte er das Piano, am Bass von Stefan Engels und am Schlagzeug von Rüdiger Meyer begleitet. Zwischen den einzelnen Stücken sprach er über die musikalischen Perioden und vermittelte alles Wissenswerte über den Jazz, der in all den Jahren nichts von seiner Faszination eingebüßt hat.
Dixieland und Swing
Woher das Wort Jazz komme, das sei gänzlich unbekannt. Wichtig sei zu wissen, dass es viel mit Improvisieren zu tun habe. Gleich als die ersten Töne von "Sunny" erklangen, kribbelte es in den Füßen der Zuhörer, und sie swingten unwillkürlich mit. Es folgte der Klassiker "The Entertainer". Dann spannten die Musiker weiter einen Bogen vom alten New Orleans Jazz über schöne Bluesmelodien bis hin zum "lüpfigen" Dixieland und zum Swingtime.
Aus dem Vergnügungsviertel von New Orleans habe der Jazz seinen Siegeszug in den Norden über Chicago bis nach New York angetreten, erzählte Stemmler im Plauderton und verriet, dass das Wort Blues so etwas wie Melancholie bedeute. Warum er gerade einen solchen Blues Lynn Schoene gewidmet hatte, das blieb offen.
Es folgten "Shine" ein "Western Road Boogie" und das "Ain't Misbehavin". Die Zuhörer erlebten einen hochklassigen Musikgenuss, gespielt von drei herausragenden Musikern, die ihr Metier beherrschen. Und weiter ging die Reise in Siebenmeilenstiefeln durch die Geschichte der Jazzmusik.
Ohrwurm an Ohrwurm
Bevor die Zuhörer in die Pause entlassen wurden, durften sie noch den Ohrwurm "Moonglow" hören. Nach einer kleinen Stärkung für ein Kennerpublikum ging es anschließend in die zweite Runde mit ebenso bekannten Titeln weiter wie "Now is the time" und Birk's Works". Und natürlich durfte auch der legendäre "St. Louis Blues" nicht fehlen. |

RNZ von Montag, 21. Februar 2011
Die Gage wurde dem Museum gestiftet
Jazz-Matinee im Museum Théo Kerg - Theo Stemmler begeisterte mir seinem "College Jazz Trio" die Zuhörer
Von Stephanie Kuntermann
Schriesheim. Sein erstes Geld verdiente er sich in den Bars im Rotlichtviertel von New Orleans, in denen er Ragtimes und Schlager spielte. Auf seiner Visitenkarte bezeichnete sich „Jelly Roll" Morton selbstbewusst als Erfinder des Jazz. „Dabei weiß man über die Anfänge des Jazz wenig, man weiß nicht mal genau, woher das Wort eigentlich stammt', erklärte Professor Theo Stemmler.
Jedenfalls, und das wurde bei der gestrigen Jazz-Matinee im Museum Théo Kerg klar, gebührt Morton, der mit bürgerlichem Namen Ferdinand Joseph La Menthe hieß, der Verdienst, den synkopischen Ragtime-Rhythmus in eine weniger formale Form überführt zu haben. Berühmt wurden auch seine Arrangements, von denen Stemmler mit seinem „College Jazz Trio" eins zum Besten gab.
Es zeigte ein klar dominierendes Piano, das seine Ursprünge als Solo-Instrument in Animierbars nicht verleugnen konnte, während Bass und Schlagzeug lediglich fürs
Grundgerüst zuständig waren. Was folgerichtig war, denn schließlich wurde im Kerg-Museum die Geschichte des Jazz-Pianos dargestellt. Und die war, wie man Stemmlers launigem Vortrag entnehmen konnte, mitunter eine Geschichte der gescheiterten Existenzen, der trunkenen Genies und der schrulligen Exzentriker.
Auf den Ragtime kamen Stemmier und seine beiden Mitstreiter Stefan Engels und Rüdiger Mayer auch noch zu sprechen, indem sie Scott Joplins Klassiker „The Entertainer" intonierten getreu Joplins Credo, man solle Ragtime nie zu schnell spielen. Parallel dazu existierte der Blues, ein Stil, denn die College-Jazzer nur allzu gern kultivierten. Etwa in einer Improvisation, die sie „Blues for Lynn" nannten. Zugedacht war er Museums-Kuratorin Lynn Schoene als Dank
für ihre ehrenamtliche Tätigkeit. „Sie leistet hier außerordentlich viel", lobte Stemmler. Auch er war nicht zum ersten Mal bei einer der traditionellen Matineen zu Gast.
Vor einigen Jahren kam Stemmier allerdings nicht als Jazzer, sondern als Buchautor mit einer Lesung aus seinem Werk „Wie das Eisbein ins Lexikon kam." „Seine Auftritte sind für ihn schon seit den Anfangstagen des Museums Ehrensache", dankte Schoene und vergaß nicht zu erwähnen, dass der Musiker auch diesmal wieder seine Gage dem Museum stiftete. In „Blues for Lynn" war übrigens auch Platz für ein Solo von Bassist Stefan Engels. Dessen butterweicher Klang kontrastierte scharf zu der auf den Wirbelkasten seines Instruments geschnitzten Fratze. Doch Katzenmusik, wie es das grimmige Gesichtchen andeutete, gab es nicht zu befürchten. Engels wechselte sich mit seinen Soli ab mit Drummer Mayer, der in der Quintett-Besetzung der College-Jazzer sonst für das Saxofon zuständig ist.
Mit dem „Western Railroad Boogie" stellten die drei eine Komposition Stemmlers vor, der in diesem Musikstil einmal mehr seine Virtuosität unter Beweis stellen konnte. Nicht vergessen wollte er aber auch eine Hommage an Fats Waller, passte doch auch der Ausnahme-Musiker mit den legendären Riesen-Händen gut in die Reihe musikalischer Exzentriker. Untrennbar mit seinem Namen ist sein größter Hit „Honeysuckle Rose" verbunden, das die drei denn auch liebevoll interpretierten, während Stemmler auch ein Detail aus Wallers Leben nicht vergaß. ,,Bis heute werden seine Stücke Millionen Mal verkauft. Er selbst hat sich aber über den Tisch ziehen lassen und wurde von den Verlagen mit ein paar hundert Dollar und einer Whiskeyflasche abgespeist."
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Museum Théo Kerg
Sonntag, 20. Febuar 2011, 11:00 Uhr
Vom Ragtime zum Cool Jazz
Ein Streifzug durch die Geschichte des Jazzpianos
mit
Theo Stemmlers College Jazz Trio

Das Programm bringt einen Streifzug durch die etwa
hundertjährige Geschichte des Jazzpianos; es versucht,
die wichtigsten Stile des Jazzklaviers in all ihrer
Verschiedenartigkeit vorzuführen – nicht in steriler
Reproduktion, sondern in selbständiger Interpretation.
Das Programm beginnt mit Werken von Pionieren des
Jazzpianos, u. a. Jelly Roll Morton, und führt über Fats
Waller, Teddy Wilson und Erroll Garner bis zu den
wichtigsten Pianisten des Bebop und Cool Jazz, u. a.
Dave Brubeck.
Die jeweiligen Stile und Pianisten werden zum besseren Verständnis kurz kommentiert.
Die Mitwirkenden sind:
Prof. Theo Stemmler, Piano
Stefan Engels, Bass
Rüdiger Mayer, Schlagzeug |
| Dreikönigsmatinée 2011 |
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| Fotos: Hans Waldenmayr |

Dreikönigsmatinée am Donnerstag, 06.01.2011 um 11 Uhr
im Saal des Goldenen Hirsch's
QUEEN OF KLEZMER
Irith Gabriely
Traditionelle Klezmer-Musik ist die typische Musik, wie sie in den Schtetln des Ostjudentums über Jahrhunderte gepflegt wurde. Sie ist “Stimmungsmusik” im wahrsten Sinne des Wortes und drückt aus, was das Leben gefühlsmäßig zu bieten hat. Sie bewegt die Herzen der Zuhörer, bringt sie zum Weinen und zum Lachen, und ist somit ein authentischer Ausdruck des Lebens mit allen Sonnen- und Schattenseiten. Ähnlich wie bei Blues und Gospel spiegeln sich Freude und Leid des Volkes in dieser Musik wieder.
Der Begriff “Klezmer”, richtig ausgesprochen “Klejsmer”, kommt aus der jüdischen Tradition. Im Hebräischen sind es zwei Wörter: “Klej” bedeutet Instrumente, und “Semer” Lied. Im Jiddischen sind die beiden Wörter zusammengefasst; “Klejsmer” – als Oberbegriff für Musik, Musikanten und alles, was mit musikalischem Ausdruck zu tun hat. Klejsmermusik wie wir sie heute kennen ist stark mit der Kabbala (Mystik des Judentums) verbunden.
Irith Gabriely, Klarinette und Gesang, in Haifa geboren, studierte von
1968-1972 Klarinette, Klavier, Dirigieren und Philosophie
an der Universität Tel Aviv. 1986 gründete
sie, neben ihrer Tätigkeit als erste Klarinettistin am
Staatstheater Darmstadt, die Klezmergruppe „Colalaila“,
mit der sie seitdem in vielen Ländern Europas
Konzerte gibt. 1991 wurde sie beim größten
Klezmerfestival in Zefat (Israel) mit dem 1. Preis
ausgezeichnet. Als „Queen of Klezmer“ bekam sie
mit Colalaila auf dem Edingborough Festival 1998
eine weitere besondere Auszeichnung.
Peter Przystaniak, Klavier gebürtiger Mainzer, studierte an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt Klavier und
legte dort 1982 sein Examen ab. Im Anschluss daran arbeitete er am Staatstheater Darmstadt als musikalischer
Leiter des Schauspielhauses. Es folgte eine Zeit als selbstständiger Musiker, in der er zahlreiche
Konzerte in den verschiedensten europäischen Ländern gab. Neben seiner pianistischen Tätigkeit ist er
außerdem als Arrangeur, Komponist und Gospel-Chorleiter aktiv.
Mit Peter Przystaniak, ihrem Pianisten, Komponisten und Arrangeur bildet die „Queen of Klezmer“ Irith Gabriely
ein neues Quartett: „Colalaila classic“.
Stefan Welsch, Violoncello wurde 1969 in Husum geboren, studierte Cello zunächst an der Musikhochschule Stuttgart bei Prof. Peter Buck, Cellist des Melos Quartettes; später bei Prof. Gert von Bülow an der Musikhochschule Rostock.
1997 bis 2000 schloss er ein Aufbaustudium für das Konzertexamen an und arbeitete gleichzeitig als Lehrbeauftragter und persönlicher Assistent von Prof. Gert von Bülow an der Hochschule.
Seit 1999 ist Stefan Welsch Dozent für Violoncello an der Akademie für Tonkunst Darmstadt und seit 2002 Dozent des Jugend-Sinfonie-Orchesters Hessen (ehemals Landes-Jugend-Orchester).
Neben seiner Lehrtätigkeit ist Herr Welsch seit 1994 der Cellist des Chagall-Quartets, das in Deutschland, Frankreich, Dänemark und Spanien konzertiert, sowie seit 2004 Mitglied im Ensemble „Colalaila Classic“ (Klezmer, Jazz und Klassik) mit regelmäßiger Konzerttätigkeit, u.a.: Berliner Philharmonie, Philharmonie Ludwigshafen, Kieler Schloss.
Darüber hinaus hat Stefan Welsch 2001 die Ausbildung zum Lehrer der Alexander-Technik (ITM) abgeschlossen und arbeitet in diesem Bereich seither fächerübergreifend erfolgreich u.a. mit Instrumentalisten sowie Sängern.
Seit August 2005 unterrichtet er Violoncello am Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz.
Klementina Pleterski, Violine wurde in Celje, Slowenien, geboren. Nach erster Schulausbildung in Sydney, Australien dann Rückkehr in die Heimatstadt und Besuch der Musikschule in Celje (Violine, Querflöte, Klavier) und des Musikgymnasiums in Ljubljana. Es folgten 2 Jahre Studium an der Akademie für Musik in Ljubljana (bei Ciril Veronek), danach Studium an der Musikhochschule in Köln, Hauptfach Geige, bei Prof. Gorjan Kosuta und Prof. Igor Ozim. Kammermusik-Unterricht erhielt sie beim Amadeus-Quartett. Künstlerische Reifeprüfung im Juli 1989. Danach Unterrichtstätigkeit an den Musikschulen Sankt Augustin und Siegburg. Mitwirkung in verschiedenen Orchestern in der Region (Kölner Kammerorchester, Chur Cölnisches Orchester Bonn, Orchester der Kölner Kammermusiker, Vivaldi Ensemble, Orchester der Rhein-Sieg Kammersolisten, Neues Rheinisches Kammerorchester).
Neben ihrer Konzerttätigkeit im In- und Ausland und CD-Aufnahmen unterrichtet Klementina Pleterski seit 1995 Violine und Viola am Landesmusikgymnasium in Montabaur.
Die Karte kostet 15 Euro im Vorverkauf, an der Tageskasse 20 Euro.
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