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RNZ von Mittwoch, 15.02.2012
Fotografien versiegeln die Zeit

Hasselblad Foto-Award: Der KKS lud ein zu „Fotokunst & Filmmusik“ im „Goldenen Hirsch“
Schriesheim. (keke) Der Schwede Lennart Nilsson war 1980 der erste, Walid Raad aus dem Libanon (2011) ist der bislang letzte Preisträger des renommierten Hasselblad Foto-Awards. Dazwischen liegen ein (deutsches) Ehepaar, fünf Frauen und 23 weitere männliche Preisträger, die mit dem „Nobelpreis der Fotografie“ ausgezeichnet wurden, weil sie die Fotografie in besonderer Weise in den Focus menschlicher Betrachtungen rückten.

Yvonne Weber, Kunsthistorikerin aus Neckarsteinach, wusste mehr als 120 Fotofreunde und Anhänger der „Daguerreotypie“ derart für das Angebot des Kulturkreises (KKS) „Fotokunst & Filmmusik“ zu begeistern, dass die Stühle im „Goldenen Hirsch“ rar wurden. Was aber auch an der Pianistin Sarka Merzowa lag, die die Fotoschau mit Filmmusiken von „Pink Panther“ über „Schindlers Liste“ bis hin zu „James Bond“ unterlegte.

Dass sich der KKS dem Thema nicht zum ersten Mal näherte, hatten Vorsitzender Albert Kesseler und KKS-Vorstandsmitglied Hermann Lang verdeutlicht. Zuletzt war dies 2006 im Rahmen der Mathaisemarkt-Kunstausstellungen der Fall gewesen, als auch die RNZ-Pressefotografen Peter Dorn und Bernhard Kreutzer die künstlerische Seite ihres Berufes vor Augen führten.

Der Preis der Erna und Victor Hasselblad Foundation Göteborg ist die wichtigste und mit 113 000 Euro am höchsten dotierte Auszeichnung, die ein Fotograf erhalten kann. Verliehen wird der Preis an Fotokünstler, die Maßstäbe gesetzt, stilbildend gewirkt und die Arbeit der nachfolgenden Generationen beeinflusst haben“, so Weber. Sie blätterte gut zwei Stunden lang die lange Liste derjenigen auf, die sich durch ihre Aufnahmen unsterblich gemacht haben. Nicht Louis Daguerre war der erste, der ein Bild auf Platte bannte, räumte die Kunsthistorikerin mit einem Irrtum auf. Vielmehr war es bereits seinem französischen Landsmann Nicéphore Niépce 1826 gelungen, aus seinem Arbeitszimmer heraus ein allerdings stark überbelichtetes Bild seines Hinterhofs zu schießen, legte Weber das Beweisfoto vor. Die Belichtungszeit betrug acht Stunden. Lennart Nilsson erhielt den Preis für seine medizinwissenschaftlichen Aufnahmen aus dem Mutterleib. Der Schwede war der erste, der den Augenblick der Verschmelzung einer Samenzelle mit der weiblichen Eizelle ebenso festhielt wie er den berühmten „Daumenlutscher“ im Bauch einer Schwangeren ans Licht der Öffentlichkeit brachte.

Der Landschaftsfotograf Ansel Adams, die Modefotografen Richard Avedon, Irving Penn und William Klein prägten die Fotografie ebenso wie der Reportagefotograf Henri Cartier-Bresson, der Streetfotograf Lee Friedländer und nicht zuletzt der Mannheimer Robert Häusser, der 1995 den Foto-Nobelpreis für seine hintergründig-philosophische Herangehensweise an das Sujet entgegennehmen durfte.

„Jeder einzelne der ausgezeichneten Fotografen entwickelte im Laufe seines Schaffens eine ihm eigene Sicht- und Wahrnehmungsweise auf die ihn umgebende Welt“, so die Kunsthistorikerin. Sei es die klare Formensprache eines Alvarelz Bravo, der archäologisch anmutende Blick des deutschen Künstlerpaares Bernd und Hilla Becher (2004), der respektvolle „coup de foudre“ von Edouard Boubat oder die montageartigen Kompositionen und Geschichten erzählenden Fotografien des Österreichers Ernst Haas.

Die Fotografie verleihe Dauer, sowohl dem Fotografen als auch dem Motiv. Sie sei der Versuch, ein Stück Realität dem StromderErscheinungenzuentreißen, die Zeit zu versiegeln und gegen ihr Verrinnen anzugehen, so Webers Fazit.
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Bilder zu "Fotokunst und Filmmusik"
Fotokunst und Filmmusik Fotokunst und Filmmusik Fotokunst und Filmmusik
Fotokunst und Filmmusik Fotokunst und Filmmusik
Fotos: Hans Waldenmayr
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Sonntag, 12. Februar 2012 um 17 Uhr, Goldener Hirsch - Festsaal: Fotokunst und Filmmusik

Am 12. Februar geht es weiter im KKS-Programm 2012. Am Sonntagnachmittag um 17 Uhr präsentieren Yvonne Weber und Sarka Merzowa unter dem Titel "Fotokunst und Filmmusik" mit dem Hasselblad Award ausgezeichnete Fotos. Die Kunsthistorikerin Yvonne Weber moderiert in Ihrer gekonnten Weise das Programm und kommentiert die preisgekrönten Fotografien aus der Zeit von 1980 bis 2011, Sarka Merzowa wird die Abfolge mit Filmmusik am Flügel im Saal des Goldenen Hirsch begleiten:

The Pink Panther / Hasselblad Award 1980
Big My Secret / Hasselblad Awards 1981-1985
Forrest Gump / Hasselblad Awards 1986-1989
Schindlers Liste / Hasselblad Awards 1990-1993
Die Radtour / Hasselblad Awards 1994-1997
James Bond Thema

Pause

The Shadow of Your Smile / Hasselblad Awards 1998-2002
What a Wonderful World / Hasselblad Awards 2003-2006
The Entertainer / Hasselblad Awards 2007-2011
People

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Bilder zur Dreikönigsmatinée
Dreikönigsmatinée 2012 Dreikönigsmatinée 2012 Dreikönigsmatinée 2012
Dreikönigsmatinée 2012 Dreikönigsmatinée 2012 Dreikönigsmatinée 2012
Fotos: Hans Waldenmayr
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RNZ von Samstag, 07.01.2012
Flötenspiel sorgte für Paukenschlag

Dreikönigsmatinée: „Four or more flutes“ stimmten die Mitglieder des Kulturkreises aufs neue Jahr ein
Schriesheim. (sk) Das Ungetüm ist mannshoch, sieht aus wie ein blank geputztes Ofenrohr und hat etwa den Durchmesser eines Magermodel-Oberarms. „Es lag an der Autobahn, und ich habe es mitgenommen“, witzelt Charles Davis. Glücklicherweise klingt die Kontrabass- Querflöte, die der Musiker schon beim ersten Stück seines Auftritts bei der Dreikönigsmatinee zur Hand nimmt, besser als ein Lkw-Auspuff, auch wenn die Tonlage ungefähr gleich ist.

Bei „Four or more flutes“ übernimmt das mächtige Instrument die Aufgabe eines Basses: Es sorgt für Rhythmus, die Basis und einen klanglichen Zusammenhalt. Das ist auch nötig, denn das ungewöhnliche Jazz-Ensemble, das der Kulturkreis zu seiner Jahresauftakt- Veranstaltung in den Saal des „Goldenen Hirsch“ eingeladen hat, besteht ausschließlich aus Flöten.

Genauer gesagt, aus „vier oder mehr“ Flöten, wie der Name der Band auf Englisch heißt. Am gestrigen Morgen sind es sogar 17 Flöten, angefangen von der Piccoloflöte über die „normale“ Querflöte bis zu gebogenen silbernen Alt-und Bassquerflöten. Aus Holz ist die Traversflöte, die bereits zu Zeiten Friedrichs des Großen gespielt wurde, wie Stefan Mölkner in einer kleinen Einführung erklärt. Er selbst beherrscht, ebenso wie seine Bandkollegen, gleich mehrere der Instrumente. Seit 20 Jahren spielen die fünf Profimusiker mittlerweile zusammen, schreiben ihre Stücke selbst und haben sich im Laufe der Zeit einen typischen Sound angeeignet.

Mal dicht mit einander verwebt, mal grobmaschiger verbunden, erzeugen die vielfältigen Töne immer ein eigenes Klangmuster, fast immer mit Gute-Laune- Garantie, auch wenn man sich zunächst in die ungewohnten Klänge einfinden muss.

Ohne Selbstironie geht das nicht immer: etwa beim Stück „Die Ratte in die Schnauze beißen“, dessen Titel bereits die halbe Geschichte erzählt. Norbert Dehmke drängt dabei seine Piccoloflöte in die Rolle einer schnaufenden, quietschenden, hechelnden Ratte, während der Jäger, offenbar ein fetter, behäbiger Kater, von den Flöten von Andieh Merck und Felix Hodel gespielt wird. Der Konflikt, der im Tierreich zumeist für die Ratte schwere gesundheitliche Folgen hat, geht musikalisch versöhnlich aus: Die Kontrahenten gehen versöhnt auseinander, der Schlusspunkt ist harmonisch. Auch ein weiteres Stück mit dem vieldeutigen Titel „Flirrschwirr“ entführt in ein faszinierendes Biotop, vermutlich den Verkaufsraum einer Bäckerei zur Zwetschgenkuchenzeit. Man sieht sie förmlich vor sich, die schwirrenden, brummenden Plagegeister, die sich zur besten Verkaufszeit um ein Stück vom Kuchen balgen, dazwischen, ebenso lautmalerisch, eine gequält seufzende Bäckereifachverkäuferin.

Dann gibt es noch die spielerische, tänzerische Facette der Flötenmusik: Bei „Four or more flutes“ erhält sie flotte, lateinamerikanisch anmutende Akzente und kommt beschwingt und virtuos daher, so dass die Besucher im voll besetzten „Hirsch“-Saal anfangen mit den Füßen zu wippen: unterm Strich also ein guter Start ins neue Jahr und ein anregendes Konzert.
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Dreikönigsmatinee mit Four or more Flutes

Das wohl erste reine Flötenensemble im Jazz eröffnet am 6. Januar um 11 Uhr im Festsaal des Goldenen Hirsch das Programm des Kulturkreises 2012:

Jazz mit siebzehn Flöten und fünf Flötisten

"Schon zwanzig Jahre alt und kein bisschen leise", so kennzeichnet sich das langlebigste Flötenorchester selbst: "Die fünf Flötisten aus vier Ländern - Australien, Österreich, Deutschland und der Schweiz - bilden als reine Flötenbesetzung ein einzigartiges Ensemble. Vom Piccolo bis zu der über zwei Meter großen Kontrabassflöte sind alle Flötenarten vertreten.

Die Musiker von Four or more Flutes spielen seit mittlerweile 20 Jahren in unveränderter Besetzung zusammen und haben dadurch eine musikalische Dichte und auf der Bühne ein Blindverständnis, das sehr wenige Gruppen erreicht haben.

Als wohl erstes reines Flötenensemble im Jazz hat Four or more Flutes eine stilbildende  Rolle erlangt, an der sich ähnliche nachfolgende Besetzungen orientieren. Durch den Einsatz von tiefen Flöten (insbesondere der Kontrabassflöte) und die speziellen jazzigen Spieltechniken entsteht eine eigenständige Klangwelt, die man einer reinen (klassischen) Flötenbesetzung nicht zutrauen würde.

Alle Mitglieder   komponieren für die Band, so dass ein breites Spektrum von groovigen bis zu meditativ-lyrischen Stücken das Publikum in Atem hält.In der doch manchmal bierernsten Welt des Jazz sorgen die fünf Musiker dafür, dass der Humor nicht zu kurz kommt, und ihre Bühnenshow verspricht immer wieder Überraschungen."

Dies sind die Musiker, die Sie auf ihre einzigartige Weise frohgestimmt ins neue Jahr bringen werden:

Charles Davis’ vielfältig musikalisches Interesse widerspiegelt sich im Rahmen seines Ethno-Jazz Trios „Captured Moments, seines indischen Crossover Projekts „Ensemble Chanchala“ und „Duo Bubachala“ und seiner Zusammenarbeit mit der Erzählerin Gabi Altenbach in dem Projekt „Indische Märchenwelt – Orientalische Klänge“.
Norbert Dehmke studierte klassische Flöte am Landeskonservatorium für Voralberg und bildete sich auf dem Saxophon bei Leszek Zadlo, Benny Bailey u.a. weiter. Neben der Mitwirkung in verschiedensten Formationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz wirkte er bei Rundfunk- und Fernsehproduktionen mit und spielte mit div. Ensembles bisher 13 CDs ein. 
Felix Hodel spielt klassische und Jazzflöte in verschiedenen Formationen und Orchestern, außerdem auch die barocke Traversflöte. In den 80er Jahren war er Mitglied der Ethnojazz -Gruppe Schildpatt, mit der er u.a. an den Festivals von Montreux, Berlin und in Japan auftrat. Er unterrichtet in Baar (Schweiz).
Der Multiinstrumentalist und Autodidakt Andieh Merk spielt sich seit den 80igern durch die Jazzclubs und Theaterszene. Die Flöte ist ihm dabei die liebste Begleitung.
Sein spontanes Spiel vermag das Publikum durch Witz und Charme immer wieder aufs Neue zu verzaubern.
Stefan Mölkner studierte Flöte an der Hochschule für Musik in Trossingen. Seit vielen Jahren Lehrer an der Musikschule in Konstanz. Daneben zahlreiche Projekte mit unterschiedlichen Musikrichtungen. Als Bassist im Jazztrio „Eine plus zwei“ und in der deutsch-schweizer Formation „Quintakel“. Auch als Aushilfe in der Südwestdeutschen Philharmonie regelmäßig tätig. Mitwirkung als Musiker in zahlreichen Theaterproduktionen im Stadttheater Konstanz und an anderen Bühnen.

Erleben Sie diese fünf Ausnahmemusiker am 6. Januar um 11 Uhr zur Dreikönigsmatinee im Goldenen Hirsch - zum Beispiel mit Freunden und Bekannten, die Sie mit einer Eintrittskarte unterm Weihnachtsbaum überraschen können.

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