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Vernissage der Mathaisemarktkunstausstellung 2017
Mathaisemarktkunstausstellung 2017 Mathaisemarktkunstausstellung 2017 Mathaisemarktkunstausstellung 2017
Mathaisemarktkunstausstellung 2017 Mathaisemarktkunstausstellung 2017 Mathaisemarktkunstausstellung 2017
Fotos: Rolf Kuhmann
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Schriesheim: Mathaisemarktkunstausstellung mit Werken mit Werken von Walter Stallwitz eröffnet.

„Virtuos eingesetzte Farben machen Bilder zum Seherlebnis“

Von unserem Redaktionsmitglied Hans-Jürgen Emmerich

Für die scheidenden Weinhoheiten war es der letzte Termin vor der Abkrönung, für den ausstellenden Künstler seine x-te Vernissage. "Ich bin trotzdem aufgeregt", sagte Walter Stallwitz dem "MM" kurz vor Beginn: "Das hört nie auf." Es sei so wie bei einem Schauspieler: "Der hat auch immer Lampenfieber."

Grund zur Aufregung gab es indes nicht. Die Eröffnung der Kunstausstellung im Feuerwehrhaus gehört zu den gemütlichen Veranstaltungen des Mathaisemarktes, kurz vor dem offiziellen Auftakt im Festzelt.

"Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte", bemühte die Vorsitzende des Kulturkreises Schriesheim, Gabriele Mohr-Nassauer, zum Auftakt ein Sprichwort und zeigte sich überzeugt: "Gerade bei dieser hochkarätigen Ausstellung wird es viele Dialoge zwischen Bild und Betrachter geben."

Der heute 87-jährige Künstler Walter Stallwitz wurde 1929 in Mannheim geboren.

Nach dem Studium an der Freien Kunstakademie Mannheim (1946 bis 1950) veredelte er 1956 sein Talent unter anderem bei Oskar Kokoschka in Salzburg. Dessen Urteil: "Künstlerisch zu Hoffnungen berechtigt, falls er nicht verhungert."

1958 bezog er sein Atelier in der 1775 erbauten Mannheimer Sternwarte. Daher auch der Titel seiner Ausstellung in Schriesheim: "Bilder aus der Sternwarte" (Gemälde und Graphiken).

Sein umfangreiches Werk, das in mehr als sieben Jahrzehnten entstanden ist, umfasst vor allem Malerei und Zeichnungen.

Zentrales Motiv ist der Mensch. Dieser erscheint mitunter jedoch nur indirekt, etwa in Form von Schatten.

Öffnungszeiten der Mathaisemarkt-Ausstellung im Feuerwehrhaus Schriesheim: samstags 12 bis 19 Uhr; sonntags 11 bis 18 Uhr; Montag, Dienstag und Freitag, 16 bis 19 Uhr (bis 12. März). Der Eintritt ist frei.

Die Mathaisemarkt-Ausstellung sei immer wieder spannend, sagte Bürgermeister Hansjörg Höfer. So außergewöhnlich wie die ausgestellte Kunst sei aber auch der Verein, fügte er hinzu.

In das Werk des Künstlers einführen sollen hätte eigentlich Dr. Barbara Gilsdorf, Kulturreferentin der Stadt Schwetzingen, doch sie musste aus beruflichen Gründen kurzfristig absagen. Den von ihr verfassten Text verlas Kuratorin Jo Goertz. "Stets ist dem Maler die ausdrucksstarke und kontrastreiche Farbgebung der wichtigste Begleiter", würdigt Gilsdorf den Mannheimer: "Farben werden künstlerisch so virtuos, fesselnd und differenziert eingesetzt, dass sie aus dem herkömmlichen Thema ein einzigartiges Seherlebnis machen."

Manchmal ist es nur der Schatten eines Menschen, den der Betrachter auf der Leinwand sieht, so wie beim Liebespaar (1992/93). Oder eine Spiegelung (Im Spiegel, 1986). Die meisten der ausgestellten Werke sind verkäuflich, zu Preisen zwischen 500 und 7000 Euro.

Das Portrait von Professor Heinz Fuchs, des früheren, 1979 verstorbenen ehemaligen Leiters der Mannheimer Kunsthalle, allerdings nicht. Er war für Stallwitz lange Jahre ein ebenso kritischer wie vertrauter Ansprechpartner in Sachen Kunst.

Sein Bundesverdienstkreuz gab der Maler in den Achtzigern zurück. Aus Protest gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Da mag es ihm gefallen haben, dass der junge Syrer Ammar Alrashid die Vernissage musikalisch umrahmte. "Er kann wunderschön Gitarre spielen", attestierte ihm Mohr-Nassauer.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 04.03.2017
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RNZ von Samstag/Sonntag, 4./5. März 2017
Der Mensch verschmilzt mit dem Interieur
Vernissage im Saal der Feuerwehr – Volles Haus beim Auftakt zur Mathaisemarkt-Kunstausstellung mit dem Maler Walter Stallwitz

Von Stephanie Kuntermann
Schriesheim. „DerMensch– in der von ihm selbst geschaffenen Welt wird er zur Wucherung“, sagt Walter Stallwitz und fährt fort: „Er ist nicht mehr Herr der von ihm geschaffenen Gegenstände, er wird immer mehr selbst ein Gegenstand, ein exotisches, fremdes, wucherndes Wesen.“ Die Menschen auf den Bildern des Künstlers verschmelzen oft mit der Einrichtung, sind in hohen Lehnstühlen oder prächtigen Interieurs kaum auszumachen oder nur als Schatten präsent.

Bei der gestrigen Vernissage seiner Ausstellung „Bilder aus der Sternwarte“ sind die Menschen dagegen kaum zu übersehen: Dicht gedrängt stehen sie im Feuerwehrsaal und dem angrenzenden Foyer. Für die scheidenden Weinhoheiten ist es der letzte Termin ihrer Amtszeit, Königin Katrin Hartmann bedauert: „Wir werden es vermissen, so schöne Veranstaltungen zu besuchen.“ Bürgermeister Hansjörg Höfer geht in seiner Begrüßung dagegen auf die Festvorbereitungen und die unübersehbar auf den Straßen platzierten Betonbarrieren ein: „Sie sind ein Zeichen der Zeit, ich hoffe, nur eine vorübergehende Erscheinung.“ Angesichts der oft unvorhersehbaren politischen Ereignisse sei es wichtig, die Kunst in den Alltag mitzunehmen: „Man muss sich damit beschäftigen.“

Im Namen des Kulturkreises als Veranstalter hoffe sie, dass sich beim Besuch der Ausstellung „viele Dialoge zwischen Kunst und Betrachter“ entwickeln mögen, sagt Gabriele Mohr-Nassauer. Zwischendurch wird es immer wieder ganz still, damit alle Gelegenheit haben, dem talentierten jungen Gitarristen Ammar Al Rashid zu lauschen, der mit Liedern wie „I Did It My Way“ und spanischer Musik eine meditative Stimmung aufbaut – wer kann, versucht derweil, einen Blick auf die großformatigen Werke zu erhaschen, die an den Stellwänden und den Stirnseiten des Saals zu sehen sind. Zusammen mit den kleineren, auf Fotopapier gemalten Bildern sind es 54 Gemälde, entstanden zwischen 1963 und 2017, zu denen der 87- jährige Mannheimer Künstler im Anschluss Auskunft gibt.

Doch zuvor lernt man mit der Einführung von Barbara Gilsdorf, seine komplexe Bildsprache zu deuten, sein stilistisches Pendeln „zwischen neoimpressionistischer Kleinteiligkeit und gestisch angelegter expressiver Malerei“, während seine unprätentiösen Porträts in zurückhaltendem Stil „Würde und Charisma“ der dargestellten Personen wahren. Die Schwetzinger Kulturreferentin Gilsdorf ist selbst nicht anwesend, doch Kuratorin Jo Goertz trägt ihre Ausführungen vor, die die Konsumkritik im Stallwitz’schen Werk fokussieren auf seine immer wiederkehrenden Darstellungen von Kronleuchtern. Die Lichtobjekte werden in seinen Bildern zum „Ausdruck eines elitären, luxuriösen Lebens“, stehen für Spießertum, Kapitalismus und stürzen sich mit der Dynamik wuchtig aufgetragener Pinselstriche mit „zügelloser Urkraft“ auf menschliche Gestalten, die gesichtslos sind und verflochten werden mit den Dingen, die sie selbst erschaffen haben. Immer wieder sind die Werke auch gesellschaftskritisch, zitiert sie schließlich ein weiteres Mal den Künstler, der findet, „dass wir auch im Bereich der Kunst moralisch nicht dazu verpflichtet sind, einfach alles zu ertragen“.

Info: Zu sehen ist die Ausstellung samstags von 12 bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie Montag, Dienstag und Freitag von 16 bis 19 Uhr.
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RNZ von Samstag, 18.Februar 2017
Wenn der Mensch von den Dingen beherrscht wird
Gespräch mit dem Mannheimer Künstler Walter Stallwitz über seine Mathaisemarkt-Kunstausstellung im Feuerwehrhaus

Schriesheim (sk). „Entfremdung“ ist eins der großen Themen im Werk von Walter Stallwitz. „Der Mensch wird von den Dingen beherrscht, die er erschafft. Er geht irgendwann in die selbst geschaffene Umwelt über“, sagt der Mannheimer Maler über die Gedanken, die ihn vor Jahren beschäftigten. Damals entstanden Gemälde, in denen die Menschen im Interieur zu versinken scheinen, ein Mädchen, das kaum aus dem Sessel aufsehen kann, der es umgibt. Doch später, sagt der 87-Jährige, waren es wieder andere Themen, denen er sich zuwandte – in seinen „Schlingen“- und „Schattenbildern“ etwa.

Es geht um vieles im RNZ-Gespräch, zu dem der Künstler aus seinem Atelier in der Mannheimer Sternwarte nach Schriesheim gekommen ist – mit einem unfreiwilligen Umweg über Wilhelmsfeld, weil sowohl der Taxifahrer als auch sein Navigationsgerät den Überblick verloren. Jetzt weiß er jedenfalls, wie man in die Weinstadt kommt, und er verspricht auch, zur Vernissage ins Feuerwehrhaus zu kommen, wenn die Ausstellung seiner Bilder unter Regie des Kulturkreises (KKS) eröffnet wird – am 3. März, dem Termin, der der offiziellen Eröffnung des Mathaisemarkts vorangeht.

Auf das Ausstellungsplakat hat KKSVizevorsitzender Jochen Wähling Stallwitz’ Lieblingsbild drucken lassen. „Verflochten“ heißt großformatige Gemälde, in dessen Zentrum ein pastellfarbener Kronleuchter prangt. Fäden und Linien gehen von ihm aus; sie beginnen, die schattenhafte Gestalt in der rechten Bildhälfte zu umschlingen. „Der Kronleuchter wird lebendig, aktiv und bewegt sich auf den Menschen zu“, sagt der Künstler. Der Mensch, das ist seine Erfahrung, mache allmählich alles, was er könne: „Aber er kann nicht alles verkraften.“ Manches, was im zwischenmenschlichen Miteinander angerichtet wird, stört ihn so sehr, dass er protestiert. Wie 1994, als er das ein Jahr zuvor verliehene Bundesverdienstkreuz zurückgab und damit seine Kritik an der deutschen Asylpolitik ausdrückte. „Das Thema ist hoch aktuell“, findet Ausstellungsmacherin Jo Goertz und bittet darum, deshalb das 2011/12 entstandene Werk „Fremdenfeindlichkeit“ in die Ausstellung aufzunehmen. Durch gesprungenes Glas blickt man auf die Gesichter von Menschen, die quasi vor der Tür stehen – so schafft Stallwitz eine nachdenklich machende Distanz und Verfremdung.

Ganz anders ein unbenanntes Gemälde, das man zum Zyklus der „Schattenbilder“ rechnen kann. Vor einer Zimmerecke mit bunter Tapete steht ein zusammengeklappter Rollstuhl. Erst auf den zweiten Blick sieht man einen menschlichen Schatten an der Wand. „Das ist der frühere Bewohner, er ist tot“, sagt Stallwitz. Er weiß noch nicht, ob er das Gemälde auch mitbringen will, doch KKSVorsitzende Gabriele Mohr-Nassauer bestärkt ihn darin. Es sei nicht düster, findet sie mit Blick auf die leuchtenden Blumen – und weil der alte Mensch nun sein Hilfsmittel nicht mehr braucht, kann man ihn ja auch als befreit ansehen. Noch ist sich der Maler nicht ganz sicher, was alles Teil der Bilderschau wird. Soviel steht jedenfalls schon fest: Es gibt etwa 40 Werke zu sehen, großformatige Acrylbilder ebenso wie Zeichnungen und bearbeitete Fotografien. Alles „Bilder aus der Sternwarte“, wie die Ausstellung auch heißt.

Info: Die Vernissage beginnt am Freitag, dem 3. März um 17 Uhr.
Zu sehen ist die Ausstellung samstags von 12 bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie Montag, Dienstag und Freitag von 16 bis 19 Uhr.
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RNZ von Donnerstag, 2.Februar 2017
Spiel von Licht und Schatten im alten Gemäuer
„Bilder aus der Sternwarte“ ist der Titel der diesjährigen Mathaisemarkt-Kunstausstellung mit Werken von Walter Stallwitz

Schriesheim (sk). „Künstlerisch zu Hoffnungen berechtigt, falls er nicht verhungert im prosperierenden Deutschland“: Oskar Kokoschka schrieb diesen Satz einst über Walter Stallwitz, der bei ihm 1956 eine Sommerakademie besuchte. Verhungert ist er nicht, sondern zählt mittlerweile zu den Größen der Mannheimer Kunstszene; davon kann man sich bald in Schriesheim überzeugen, denn der Kulturkreis lud Stallwitz zur diesjährigen Mathaisemarkt-Kunstausstellung ins Haus der Feuerwehr ein, und er sagte zu.

1929 geboren, studierte Stallwitz an der Freien Kunstakademie Mannheim; 1985 gehörte er zu den Wieder-Gründern der Hochschule, an der er bis 2004 Zeichnen unterrichtete. Die Ausstellung hat den Titel „Bilder aus der Sternwarte“ und weist darauf hin, dass Stallwitz’ Atelier seit 1958 an einer besonders exponierten Stelle in der Quadratestadt zu finden ist: Wie schon seine Lehrer malte und malt er in der Sternwarte, einem von Mannheims ältesten Gebäuden. Es kommt auch vor, dass er das Bauwerk selbst malt: Tageslicht, das durch ein Sprossenfenster fällt, das Spiel von Sonne, Schatten und flimmernden Farben spielen die Hauptrolle in dem 2009 entstandenen Gemälde aus dem Treppenhaus. Im Atelier entstanden auch seine politischen Werke, „Schlingen“- und Schattenbilder, in denen er in lebhafter Farbigkeit dem Problem der Vereinsamung des Menschen nachspürt.

Bekannt geworden sind auch seine Porträts: Er stellt bekannte und unbekannte Zeitgenossen dar, die zumeist dem Betrachter zugewandt sitzen und ihn direkt anblicken. Von Willy Brandt gibt es eine Lithografie aus dem Jahr 1975, die den Bundeskanzler mit offenem Blick darstellt. Die Kreidezeichnung von Günther Grass, zehn Jahre früher entstanden, ist schlicht, aber sehr wirkungsvoll. Pastellig, mitunter abstrakt gestaltete der Maler dagegen 1963 die Türen der Sickinger- Schule; sein erster Auftrag für „Kunst am Bau“ machte aus den nüchternen anthrazitfarbenen Klassenzimmertüren kleine Kunstwerke. Büffel, Pinguine und Schneeleoparden, Reagenzgläser oder Landkarten zeigten, um welches Fach es im jeweiligen Raum ging. Die Werke überlebten den Abriss der Schule und sind heute in einem Depot.

Bis 1963 war Stallwitz zudem als Illustrator für die Deutsche Zeitung tätig, sammelte Preise und Stipendien im Inund Ausland, unternahm Reisen nach Indien und Marokko und stellte in der Kunsthalle Mannheim aus, in Düsseldorf, Landau, Speyer und Ludwigshafen. Seine Werke gehören heute zu den Sammlungen renommierter Museen, er bekam zahlreiche Auszeichnungen. Nicht alle Ehrungen, die Stallwitz in seinem langen Leben erhielt, nahm er auch an; so gab er 1994 das ein Jahr zuvor erhaltene Bundesverdienstkreuz wieder zurück– aus Unzufriedenheit mit der Asylpolitik der Bundesregierung.

Die Bilderschau mit dem Titel „Bilder aus der Sternwarte – Gemälde und Graphiken von Walter Stallwitz“ wird am Freitag, 3. März, um 17 Uhr mit einer Vernissage eröffnet. Barbara Gilsdorf, Kulturreferentin der Stadt Schwetzingen, stellt die Werke des Künstlers vor.
Zu sehen ist die Ausstellung samstags von 12 bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie Montag, Dienstag und Freitag von 16 bis 19 Uhr.
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Mathaisemarkt-Kunstausstellung 2017

Bilder aus der Sternwarte
Gemälde und Graphiken von Walter Stallwitz

Kuratorin: Jo Goertz

Eröffnung: Freitag, 3. März 2017, um 17:00 Uhr im Haus der Feuerwehr

Einführung mit Dr. Barbara Gilsdorf, Kulturreferentin der Stadt Schwetzingen

Musikalische Begleitung: Ammar Alrashid, Gitarre

Ausstellungsdauer: bis Sonntag, 12. März 2017

Öffnungszeiten: samstags 12-19 Uhr, sonntags 11-18 Uhr sowie Montag,
Dienstag und Freitag 16-19 Uhr


Walter Stallwitz, Portrait Walter Stallwitz, Wasserpfützen Walter Stallwitz, Verfochten
Portrait von Robert Häusser Wasserpfützen Verflochten

Die aus kurfürstlichen Zeiten stammende barocke Sternwarte in Mannheim Alte Sternwarte Mannheim„erlebte“ in den rund 245 Jahren ihrer Existenz bemerkenswerte Zeiten. Sie war 100 Jahre lang ein bedeutendes Zentrum der europäischen Landvermessung und Astronomie, wurde durch Einflüsse diverser Kriege oftmals in Mitleidenschaft gezogen und zog viele berühmte Besucher wie Wolfgang Amadeus Mozart oder Thomas Jefferson in ihren Bann.

Und bemerkenswert ist das historische Gebäude immer noch - beherbergt es doch seit fast 60 Jahren Ateliers vieler Künstler, von denen einige nicht nur in der deutschen, sondern auch in der internationalen Kunstszene große Bedeutung gefunden haben.

So auch der 1929 geborene Maler Walter Stallwitz, dessen Werke hier im Atelier in der Alten Sternwarte seit 1958 bis heute entstehen.

Dem Kulturkreis gelang es nun, Walter Stallwitz im Rahmen der Mathaisemarkt-Kunstausstellung 2017 einzuladen, um auf dieser Plattform einige großartige Beispiele seiner Gemälde und Graphiken zu zeigen: „Bilder aus der Sternwarte“.

Die Exponate machen die stringenten thematischen Ausrichtungen deutlich, von dem das gesamte Werk des Künstlers seit Ende der 1940er Jahre bis heute geprägt ist: einerseits durch den Menschen als unverwechselbares Individuum, im Kontext sozialer und politischer Realitäten und in seiner Vereinsamung, andererseits - vor dem Hintergrund seiner eigenen politischen und gesellschaftskritischen Überzeugungen - durch Themen wie Umweltbelastung und -zerstörung oder auch Asylpolitik. Seine „engagierten“ Bilder, die „Schattenbilder“ aus den 1970er Jahren und die in den 1980ern/1990ern entstandenen „Interieur Bilder“ zeigen dies eindrucksvoll.

StallwitzStallwitz´ Sicht auf konkrete Individuen belegt seine konsequente Auseinandersetzung mit dem Menschenbild; er gilt heute als einer der bedeutendsten Porträtisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. So entstanden faszinierende Bilder von prominenten Persönlichkeiten wie beispielsweise den Schriftstellern Günter Grass, James Baldwin, Hans Magnus Enzensberger, Hilde Domin und Martin Walser, Politikern wie Willy Brandt sowie von darstellenden Künstlern wie Adolf Laimböck und Franz Mazura.

Biographie
1946-50  Studium an der Freien Kunstakademie Mannheim
1956 Sommerakademie in Salzburg bei Oskar Kokoschka
1957 Kunstpreis der Jugend von Baden-Württemberg; 1. Stipendium der Michael-Karolyi-Gedächtnisstiftung in Vence (Frankreich)
1960-63 Illustrationen für die Deutsche Zeitung
1964 Indienreise
1966 Marokkoreise
1972 2. Stipendium der Michael-Karoly - Gedächtnisstiftung
1975 Mitglied des Internationalen Beraterkomitees der Michael-Karolyi-Gedächtnisstiftung
1978 Bronzemedaille der polnischen UNESCO-Kommission für bildende Künste
1980 Medaille des polnischen Kulturministeriums
1983 Im Senat der Freien Akademie der Künste, Mannheim
1985 Dozent an der Freien Kunstschule Rhein-Neckar
1990 Silberne Ehrennadel der Mannheimer Abendakademie
1993 Bundesverdienstkreuz erhalten
1994 Bundesverdienstkreuz zurückgegeben als Protestaktion gegen asylpolitische Haltungen und Entscheidungen der damaligen Bundesregierung
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RNZvon Samstag, 07.Januar 2016
Sie machen Ohrwürmer zu Perlen der klassischen Musik
Gut besuchte Neujahrsmatinee des Kulturkreises mit den „Philharmonic Stars“ im „Hirsch“-Saal – Eigenwillig und überraschend

Von Stephanie Kuntermann
Schriesheim. Der Saal des „Goldenen Hirsch“ ist gesteckt voll, und die Vormittagssonne schickt ein paar Strahlen durch die Sprossenfenster. Drinnen geht gerade das Konzert zur Neujahrsmatinee des Kulturkreises (KKS) in die letzte Runde. Die „Philharmonic Stars“ spielen am gestrigen Dreikönigstag ihr launiges Programm „Von Mozart bis James Bond“, und das letzte Stück, von Leiterin Mahasti Kamdar angekündigt als „die Krönung für heute“, nimmt den Titel durchaus wörtlich.

Die ersten schwungvollen Takte der „Kleinen Nachtmusik“ erklingen, man lehnt sich genüsslich im Sitz zurück. Doch auf einmal wird es unvertraut, aus den Akkorden schält sich das „Bond“-Thema heraus,und im Handumdrehen steckt man mitten im 007-Vorspann. Das Arrangement aus der Feder Kamdars überrascht, steckt voller sprunghafter Wendungen und musikalischer Gags: Immer wieder legen sich Kamdar und Martha Danilkovich (Violinen) und Iryna Schenk (Bratsche) voll ins Zeug, unterstützt von Martin Achtelik an der E-Gitarre, dann legt Cellistin Dagmar Kochendörfer wieder das Agenten-Thema vor, und die übrigen folgen. Zwischendurch meint man, noch andere Bond-Melodien herauszuhören, dann wieder den ersten Satz von Mozarts 40. Sinfonie: Es ist ein sehr unernstes, aber höchst leidenschaftlich gespieltes Medley, und unwillkürlich muss man an den Bond-Streifen „The Living Daylights“ und das Gewehr im Cellokasten denken. Im Publikum wird gegrinst und gekichert, und der lang anhaltende Applaus geht irgendwann über in das rhythmische Klatschen, mitdemdie Zuschauer um einen Nachschlag bitten: Der wird gewährt und kommt als tanzbare Version von Beethovens „Für Elise“, zu der ein Tango bestimmt gut ausgesehen hätte.

In diesem zweiten Konzertteil gibt es noch mehr solchen Stoff: Ragtime, Boogie und Mambo, außerdem die „Liebesgrüße aus Moskau“, die in Kamdars Arrangement so elegant klingen wie eine Salonmusik. Immer wieder macht das Quartett, das, wie KKS-Vorsitzende Gabriele Mohr-Nassauer eingangs betont, zu den bekanntesten in Deutschland gehört, aus oft gehörten Ohrwürmern Perlen der klassischen Musik: Wehmütig und charmant ist ihre Version der Beatles-Hits „Lady Madonna“ und „When I’m 64“, während sich der ABBAPartyhit „Money, Money, Money“ klanglich irgendwo zwischen Dixie-Combo und Zigeunerkapelle einpendelt.

Doch auch bei den „eigentlichen“ Klassikern haben die „Philharmonic Stars“ ihren ganz eigenen Sound entwickelt: Der ist klar in den Soli, voll und trotzdem leicht im Zusammenklang, etwa bei „Mein Herr Marquis“ aus der „Fledermaus“ oder in der langsam gespielten, dunkel eingefärbten Mozart-Arie von Cherubino aus der „Hochzeit des Figaro“.

Musiktheoretische Exkurse gibt es in den Anmoderationen der einzelnen Programmpunkte nicht. „Das kann man ja alles im Internet nachlesen“, sagt Kamdar lässig und zieht es vor, statt dessen Musikerwitze zu reißen, und so kann man sich gut gelaunt immer auf das nächste Stück freuen. Etwa die „Pavane“ von Gabriel Fauré mit ihrer gezupften Begleitung oder der feine „Chanson du Roi“ von Charles Gounod.

Ein besonderes Juwel halten Kamdar und Achtelik noch gegen Ende hin bereit: Da wird es ganz still im Publikum, als die beiden ansetzen zu einer Instrumental- Fassung des Latin-Standards „Besame Mucho“: Während der Gitarrenlehrer die Saiten seines Instruments nur ganz behutsam zupft, übernimmt die Violine den Gesangspart mit unglaublich weichen Läufen und Melodien, sehr geschmeidig und virtuos. Am Ende lassen sich die Künstlerinnen noch zu einer weiteren Zugabe überreden, und auch ihr „Boogie For Strings“ begeistert: Er kommt lustig und glänzend aufgelegt daher wie auch der Rest dieses gelungenen Jahresauftakts.
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Philharmonic Stars„Von Mozart bis James Bond“
Dreikönigsmatinée mit den Philharmonic Stars

Der Kulturkreis wird mit einer glänzenden Auftaktveranstaltung für das Jahr 2017 Zeichen setzen! Die Philharmonic Stars, eines der gefragtesten und bekanntesten Damenstreichquartette in Deutschland, gastieren am 6. Januar um 11:00 Uhr im Rahmen einer Dreikönigsmatinée in Schriesheim. Im Saal des Gasthauses „Zum Goldenen Hirsch“ entführt uns Mahasti Kamdar, 1. Violinistin und Prinzipalin des Ensembles, auf eine musikalische Zeitreise. Der Titel des Konzerts ist Programm: großartige Arrangements weltbekannter Stücke von Mozart, Verdi und Puccini, von den Beatles, von ABBA und einigen anderen herausragenden Komponisten spannen einen melodischen Bogen von gestern bis heute.

Der Eintritt zu diesem delikaten Start in das kulturelle Jahr 2017 beträgt für Mitglieder und Nicht-Mitglieder des Kulturkreises im Vorverkauf (ab sofort in Utes Bücherstube und im Gasthaus „Zum Goldenen Hirsch“) 10,- Euro.

An der Tageskasse zahlen Mitglieder 10,- Euro und Nicht-Mitglieder 15,- Euro.  
Der Saal öffnet sich am 6. Januar 2017 um 10:30 Uhr.
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