Wenn Mozart für Gitarre gemacht scheint

Schriesheim. (RNZ) Mozart mit Kompositionen für Gitarre? Eine ungewöhnliche Vorstellung. Weniger der Salzburger Meister selbst als vor allem berühmte Gitarristen des beginnenden 19. Jahrhunderts waren es, die mit ihren Transkriptionen für das sechssaitige Instrument die damaligen Publikumswünsche bedienten – und diese Idee Realität werden ließen.

Denn wer in den Salons vor 200 Jahren „Musik hören wollte, musste sie entweder selber machen, in die Oper gehen oder einen Musiker engagieren“, erklärte Gitarristin Heike Matthiesen beim Neujahrsempfang des Kulturkreises im Gasthaus „Zum Goldenen Hirsch“ am Sonntag. Und dies seien damals oft romantisch geprägte Gitarristen gewesen.

Dass diese Verbindung auch heute noch beeindruckend gut klingt, bewies die Ausnahmegitarristin im ausverkauften Saal des Gasthauses. Nach einem Konzert mit Kompositionen aus dem klassisch-spanischen Repertoire Anfang 2018, bei dem sie bereits mit einer Mozart-Komposition aus der „Zauberflöte“ überrascht hatte, wurde auch der zweite Auftritt Matthiesens in Schriesheim vom begeisterten Publikum mit lang anhaltendem Applaus begleitet.

Am Sonntag präsentierte sie zehn Variationen verschiedener Komponisten über Themen aus den Mozart-Opern „Cosi fan tutte“, „Die Entführung aus dem Serail“ und „Don Giovanni“ sowie Schubert-, Chopin- und Beethoven-Transkriptionen für Gitarre – ohne große Show, dafür aber mit hoher Präzision und Einfühlungsvermögen. Zum wiederholten Mal zeigte Matthiesen damit, dass ihr Lieblingsinstrument keineswegs nur in die Folklore-Schublade gehört.

Damit war der Vormittag jedoch noch nicht beendet, denn die Dreikönigsmatinée, inzwischen schon eine traditionelle Veranstaltung des Kulturkreises, stand erstmals unter dem Motto „Musik und Kulinarik“.

Menüs aus der Küche des „Hirsch“- Restaurants rundeten für etwas mehr als 50 Gäste, die diese vorab dazugebucht hatten, die Matinée perfekt ab.

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