2. Sonderausstellung 2026 - Museum Théo Kerg
Synergie - Die Freiheit der Form
Vernissage
Sonntag, 4. Oktober 2026, 11:00 Uhr
Begrüßung: Bürgermeister Christoph Oeldorf, Schriesheim
Einführung: Kim Behm, Kunsthistorikerin, PORT25 - Raum für Gegenwartskunst, Mannheim
Ausstellungsende
Sonntag, 15. November 2026
Öffnungszeiten
samstags und sonntags 14 - 17 Uhr
Ort
Museum Théo Kerg, Talstraße 52, 69198 Schriesheim
Synergie - Die Freiheit der Form
In der Ausstellung im Museum Theo Kerg zeigen sieben Künstlerinnen, davon fünf Mitglieder der Darmstädter Sezession, aktuelle nichtfigurative Kunst in den klassischen künstlerischen Genres Malerei, Zeichnung, Bildhauerei und Drückgraphik. Damit schließt die Künstlervereinigung an die langjährige Tradition der auswärtigen Gruppenausstellungen an, initiiert vor allem infolge individueller Aktivitäten, um den künstlerischen Wirkungsraum zu erweitern, um Kontakte herzustellen und in einen produktiven künstlerischen Austausch zu kommen. In zunehmendem Masse , und hier geht es um den Titel, wird eine Ausstellung als Gesamtwerk gesehen, in dem die einzelnen Positionen in ihrer Ausformulierung deutlich werden , im Zusammenspiel sich zudem in ihrem Ausdruck und damit der Wirkung auf die Betrachterinnen steigern
In der Folge soll versucht werden, dieses kuratorische Anliegen anhand der einzelnen gezeigten Beiträge zu verdeutlichen.
Im Eingangsbereich des Hauses generiert die Präsentation jeweils einer Arbeit der Beteiligten gleichsam einen Akkord aus Farben, Strukturen und Formen, eben sieben Positionen, der auf die Ausstellung einstimmt.
Bärbel Burck aus Mannheim zeigt Zeichnungen, die dem Medium in intensiven Untersuchungen nachspüren. Jede Linie mit ihren Grauwerten, ihrer Ausdehnung und ihrer Dynamik ist gleichsam seismographischer Reflex und bildet mit allen gezogenen Tusche- und Aquarellspuren ein Geflecht zum vielfältig erzählerischen Bildraum.
Marita Damkröger aus Darmstadt setzt in einer entschieden formalen Setzung den Focus auf Bildschichtungen, die aus vielfach überlagerten mit breitem Pinsel aufgetragenen Aquarellbahnen bestehen, die aus einer mental und physisch anspruchsvollen malerischen Aktion resultieren. Alle Farben zusammen ergeben schlussendlich Nichtfarbe.
Die Bilder und Wandobjekte von Willes Meinhardt sind transluzente Räume, die sich als Ergebnis seines Nachdenkens über Farbe, Licht und Raum herstellen. Wir finden sowohl monochrome Schichtenmalerei, daneben übereinander montierte farbige Glasflächen, wie auch Plexiglasblöcke, die mit einmontierten Farbflächen den vorgegebenen Raum bespielen.
Einen starken farbigen Akzent setzt Gerd Winter in malmaterialreich und differenziert gebauten Bildformulierungen, die ihren motivischen Reichtum innerhalb der statischen Ordnung senkrecht gesetzter Flächenformen entfalten.
Werner Neuwirth aktualisiert das Thema Druckgraphik, es entstehen monotypische Unikate, in denen er seine Neigung zum experimentellen Spiel mit den Bildmitteln überbordend auslebt.
Die Skulpturen von Ingrid Thiel laden die Betrachter zu Warnehmungsspielen ein. Zwischen organoiden skulpturalen Formen und ihren Spiegelungen gleitet das Sehen entlang realer Kanten und Wölbungen, kontrastierend zu spiegelnden Räumen, und ist eingeladen zu imaginären Verbindungen zwischen realer und illusionärer Form.
Matthias Wills skulpturale Beiträge bewegen sich formal um den offenen Raum im dialektischen Verhältnis zu massiven kreisförmigen Stahl und Edelstahlelementen, die zerteilt, verformt und variantenreich neu zusammengefügt werden, einerseits durch straffe Stahlseile in schwebend-elastische plastische Kompositionen gehalten, andererseits von frei durch den Raum geführten Seillinien charakterisiert sind.
Matthias Will
